Besteht ein Unterschied zwischen Diabetes und diabetes insipidus ?

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Es gibt Diabetes Mellitus und Diabetes Insipidus. Ersterer wird oft auch nur "Diabetes" genannt.

Beide Krankheiten haben eigentlich nur den vermehrten Harnfluss gemeinsam. Die Ursachen dafür sind vollkommen unterschiedlich.

Beim Diabetes Mellitus wird entweder nicht mehr genug Insulin gebildet (Typ I) oder das Insulin kann nicht mehr richtig wirken (Typ II). Dadurch kann der Zucker nicht mehr so gut in unsere Zellen aufgenommen werden und schwimmt vermehrt im Blut herum. Normalerweise sorgen unsere Nieren dafür, dass der Zucker nicht ausgeschieden wird, weil wir ihn ja für unsere Ernährung brauchen. Wenn aber so viel Zucker im Blut ist, dann schaffen sie das nicht mehr und ein Teil des Zuckers gelangt mit in den Urin. Dort bindet er ziemlich viel Wasser, sodass die Urinmenge insgesamt extrem erhöht ist. Dadurch kommt es natürlich auch zu starkem Durst.

Beim Diabetes Insipidus fehlt ein bestimmtes Hormon, das man anti-diuretisches Hormon (ADH), Adiuretin oder Vasopressin nennt. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Harn konzentriert wird und wir nicht so viel Wasser ausscheiden. Ohne dieses Hormon scheiden wir große Mengen von einem stark verdünnten Harn aus. Die Symptome sind die gleichen wie beim Diabetes Mellitus: Man muss ständig aufs Klo und hat einen Riesendurst.

"Mellitus" heißt übrigens "honigartig", weil der Urin bei Diabetes Mellitus durch den enthaltenen Zucker süß schmeckt. "Insipidus" heißt "ohne Geschmack", weil der Urin bei Diabetes Insipidus so stark verdünnt ist, dass er nach gar nichts schmeckt. Ein Schluck vom Urin des Patienten war früher eine ganz normale ärztliche Untersuchung. Heute gibt es glücklicherweise Laborgeräte, die das übernehmen.

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