Bandscheibenvorfall Operiert nach 45 Stunden entlassen, ist das normal?Teil 1?

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2 Antworten

Also, mal der Reihe nach:

Dass man nach solchen Bandscheiben-OPs relativ schnell wieder entlassen wird, habe ich schon öfter gehört. Und gerade jetzt in Corona-Zeiten wird man alle Patienten schnell entlassen, sofern das vertretbar ist. Das ist ja auch aus Sicht des Patienten eigentlich grundsätzlich gut, weil zuhause die Gefahr einer Infektion, egal ob Corona oder z.B. Krankenhauskeim, deutlich geringer ist.

Dass man entlassen wird, obwohl man noch starke Schmerzen hat, habe ich auch schon so erlebt. Das ist wirklich nichts, was man sich wünscht. Aber ich hatte damals zum Glück einen guten Hausarzt, der mich dann toll betreut hat. Warum hast du deinen Hausarzt in der Zwischenzeit nicht längst mit eingebunden. Das hätte dir sicher einige Fahrten zurück in die Klinik und manchen Ärger erspart.

Dass, wie du schreibst, "literweise" Wundsekret aus deiner Wunde gelaufen wäre, ist in meinen Augen deutlich übertrieben. Literweise ist da bestimmt nichts raus gelaufen, dann hätte man da ganz sicher nicht nur ein Pflaster drauf geklebt. Es kommt einem schonmal so vor, dass es relativ viel ist, aber die Ärzte haben da normalerweise ein Auge für, was noch normal ist und was nicht. Wenn du da den Ärzten in der Klinik nicht vertraut hast, hättest du auch da wieder den Hausarzt zu rate ziehen können, der hätte deine Wunde dann entweder in seiner Praxis oder sogar bei dir Zuhause behandeln können. Auch da wäre dir dann wieder Weg und Ärger erspart geblieben. Denn auch dafür sind Hausärzte da.

Was hätten die in der Klinik deiner Meinung nach denn machen sollen? Wenn sie dich stationär aufgenommen hätten, dann hätten sie dort sicher auch nichts anderes gemacht als dich mit Schmerzmitteln zu versorgen. Gerade über Feiertage läuft nämlich auch im Krankenhaus nicht viel. Da wird dann nur das Nötigste gemacht.

Ich bin Schmerzpatientin und muss auch immer mal wieder ins Krankenhaus. Und ich bin immer froh, wenn sie mich nicht länger als nötig dort halten, da ich mich im Bedarfsfall zuhause besser mit Schmerzmitteln versorgen kann, als ich im Krankenhaus versorgt werde. Da muss man mitunter schonmal - je nach Personal - bis zu einer Stunde auf Schmerzmittel warten (ich musste sogar schonmal trotz mehrfachem Nachfragen 1,5 Std. mit stärksten Schmerzen warten), zuhause kann man es dann nehmen, wenn man es braucht, ohne Wartezeit.

Sei doch mal ganz ehrlich zu dir: kann es nicht auch sein, dass du dich, auch durch Schmerz-Erwartungshaltung und Ärger, etwas sehr in deine Schmerzen reingesteigert hast? (Du warst nahezu schmerzfrei - hast erfahren, dass du entlassen werden sollst - findest das nicht gut - dann bekommst du vor der Entlassung starke Schmerzen) Und deswegen aus deiner Sicht alles so schlimm war. Es liest sich für mich teils schon etwas übertrieben. Du hättest z.B. am Mittwoch, als du erfahren hast, dass du entlassen wirst oder selbst noch bei der Entlassung um 11 schon direkt beim Hausarzt anrufen können, damit dieser noch vor Feierabend die Rezepte fertig machen kann. Wenn die dann wissen, dass noch jemand kommt, habe ich noch nie erlebt, dass man dann als Patient vor der Türe stehen gelassen wird. Selbst bei einem Arzt, der immer überpünktlich Feierabend machte, war das nie ein Problem. Wenn absehbar war, dass es zu knapp wird, haben die auch einfach das Rezept in die Apotheke gelegt und ich konnte dann direkt dort alles abholen. Vielleicht erkundigst du dich mal wenn überall etwas Ruhe eingekehrt ist, ob sowas bei deinem Hausarzt auch möglich ist, dann weißt du bescheid, falls du nochmal in so eine Situation kommst.

Bezüglich Schadensersatz: jetzt warte erstmal ab, bis alles verheilt ist und konzentriere dich jetzt erstmal darauf. Danach kannst du dich immer noch um mögliche Regressforderungen kümmern, du hast dafür 3 Jahre Zeit. Allerdings muss schon ein eindeutiger Behandlungsfehler vorliegen. Und sofern die OP richtig durchgeführt wurde und die Termine in der Ambulanz und der Heilungsverlauf in deiner Akte vollständig dokumentiert sind, wirst du da keine Chancen haben. Viele Schmerzen nach einer OP zu haben ist kein Behandlungsfehler!

Also komm jetzt erstmal zur Ruhe, schon dich etwas und sieh zu, dass es deinem Rücken besser geht

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Bevor du dir jetzt die Mühe machst und einen zweiten Teil verfasst, der sicherlich ähnlich wirr gehalten ist:

Warum bist du nicht längst woanders vorstellig geworden, wenn die das in der BGU nicht auf die Reihe bekommen? Du hast ja ganz offensichtlich starke Beschwerden, die Wundheilung ist nicht so richtig gut und trotz mehrfacher Wiedervorstellung wird nichts unternommen. Niemand zwingt dich, dich weiterhin dort behandeln zu lassen.

Ob die zwei Tage stationär heutzutage Standard sind bei so einer OP, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich aber würdest zumindest bei einem Blinddarm nach drei bis vier Tagen schon wieder rausfliegen, weil du sonst ein teurer Gast wirst. Das wird bei der Bandscheibe nicht anders sein.

weil im moment kein Krankenhaus mich aufnimmt wegen dem corona und so die sänur diesen Krankenhaus in frage kommt ,die Sanitäter die mich die hinführen fragten doch auch , was das soll 1-2 Tage länger auf Station das würde sicher auch niemand stören, stattdessen immer wieder in die Notaufnahmen immer wieder spritzen bekommen für Blut und Schmerzmittel jeden Tag neue Stiche .meine Frage im 2teil ist ob ich gegen diese Klinik rechtlich vorgehen kann?

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@Asterix85

Also das mit dem Corona und dass dich kein anderes Haus anschaut deswegen, glaube ich nicht. Wer behauptet denn das? Allmählich nimmt das echt vollkommen absurde Ausmaße an. Wir haben immer noch die freie Arztwahl in Deutschland, du kannst jederzeit in einem anderen Haus vorstellig werden. Sinnvollerweise mit angegliederter Neurochirurgie, aber dass du immer nur in die BGU kannst, ist vollkommener Mumpitz.

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@francis1505

Sage das den Sanitäter die mich immer dahin fuhren, ich sagte immer wieder das ich gerne woanders hin möchte und es würde auch protokolliert dass ich nicht nochmal dahin möchte in die bgu,!

Wenn du mir weiterhelfen kannst dann tue es,danke Ansonsten schönen Ostermontag

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@Asterix85

Nimm dir ein Taxi und oder lass dich privat in ein anderes Krankenhaus fahren, sofern möglich. Natürlich macht es erstmal Sinn, dort vorstellig zu werden, wo man operiert wurde, aber wenn die dir offensichtlich die ganze Woche nicht weitergeholfen haben, musst du jetzt eben woanders hin gehen. Die Aussage der Sanitäter ist vollkommener Unsinn. Du hast da als Patient sehr wohl ein Mitspracherecht.

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@francis1505

Für die Sanitäter war es auch nicht zu verstehen warum man mich nicht stationär aufnimmt.Die riefen immer wieder die Bgu an und die Ärzte in der Notaufnahmen machen echt einen Hoffnung am Telefon und wenn man dann da ist ändert sich irgendwie alles vielleicht sehen die immer wieder das ich Kassenpatient bin.Mir würde am Telefon gesagt ich könnte mit einem Taxi in die Notaufnahmen kommen das tat ich einmal angeblich gibts ein Transport Schein für Taxi als wir da ankamen sagte der Taxi Fahrer zu mir seit über 10 Jahre machen sie sowas nicht mehr,dann würde mir die Tür vor der Nase gestoßen und solle es erstmal mit der Taxirechnung klären und als ich bezahlte (fast 80€ gingen an Taxirechnung für jeden Heimfahrt drauf)durfte ich rein und bekam die Quittung ein Stempel drauf damit soll ich mich an die Kasse wenden, einfach unmenschlich diese Klinik

ich will sofern wissen ob ich gegen diese Klinik rechtlich vorgehen kann?

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@Asterix85

Bevor du irgendwelche Schritte einleiten kannst, musst du erstmal Beweise haben, dass dir ein Schaden entstanden ist, der dich langfristig beeinträchtigt. Nach einer Woche wird dir das vermutlich nicht gelingen.
Einen Patienten nicht vernünftig zu behandeln ist per se nicht strafbar, erst wenn sich hieraus chronische Folgen entwickeln. Und dann musst du erstmal dem Arzt beweisen, dass er einen Fehler gemacht hat.

Interessant wird es erst, wenn der Arzt etwas nicht belegen kann, dann muss er nämlich belegen, dass der Schaden nicht auf sein (Nicht)Handeln zurückführbar ist.

Arzthaftung ist ziemlich tricky und man benötigt einen langen Atem. Du solltest jetzt erstmal zusehen, wieder auf die Beine zu kommen. Danach kannst du dich um den Rest kümmern und ggf. auch mal anwaltlichen Rat hinzuziehen.

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