Bandscheibenvorfall mit 13.

3 Antworten

Mein sohn ist ebenfalls 13 jahre alt und hat auch einen banscheibenvorfall (LWS). Er war schon im krankenhaus 2011. Für eine OP ist er noch zu Jung. Ausser schmerzmittel und Physioterapie bekommt er nicht. Er darf kein Sportunterricht mitmachen. Heben darf er auch nur bis 7kg.

Gruß Sigi

Hallo! Auch ich bin der Meinung, dass eine OP immer nur die letzte Möglichkeit ist. Früher war die OP bei einem Bandscheibenvorfall ja quasi Standard, aber das Denken hat sich geändert. Heute wird wirklich nur noch dann operiert - wie doktorhans schon schrieb - wenn es zu Lähmungen und Ausfallerscheinungen kommt. Aber 90% der Vorfälle werden inzwischen konservativ behandelt.

Ich war wegen einer Vorwölbung (zum Glück noch kein Vorfall) gerade erst zu einer 10tägigen Therapie im Krankenhaus und kann dir ein bißchen von den Erfahrungen dort berichten.

Hauptsäule der konservativen Behandlung ist die Schmerztherapie. Schmerzmittel sollten aber nicht nur bei akut auftretendem Schmerz genommen werden, sondern regelmäßig, damit erst gar kein starker Schmerz entstehen kann. Denn wenn man Schmerzen hat, dann nimmt man automatisch eine Schonhaltung ein und dies führt dann wiederum zu Verspannungen und neuem Schmerz. Diesen Teufelskreis muss man unterbrechen. Deshalb darf man sich insbesondere zu Beginn der Therapie nicht scheuen, regelmäßig Schmerzmittel zu nehmen.

Hilfreich bei Schmerzen insbesondere in der LWS (wovon ich jetzt mal ausgehe, da du von Kreuzschmerzen schreibst) ist immer auch die Stufenlagerung. Dazu legt man einen Würfel ins Bett, so dass die Beine im 90°Winkel angewinkelt werden. Alternativ dazu kann man sich auch auf den Boden legen und die Beine auf einem Stuhl oder einer (gepolsterten) Getränkekiste hochlagern. (sieh mal hier: http://www.google.de/images?hl=de&q=stufenlagerung&rlz=1R2ACPW_deDE368&um=1&ie=UTF-8&source=univ&ei=0l77TLWCA4jzsgb_g-WTBA&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&resnum=2&ved=0CCwQsAQwAQ) Im Krankenhaus hatten wir immer vormittags den Würfel im bett, für nachmittags nur noch eine dünnere Rolle (so eine Nackenrolle) unter den Knien und nachts sollte man nach Möglichkeit mit einem Kissen unter den Knien schlafen. Diese Lagerungen habe ich teilweise als sehr entlastend und hilfreich erlebt.

Was mir immer sehr hilft, ist noch Wärme. Dies kann entweder ein warmes Bad (ggf. mit muskelentspannendem Badezusatz) sein, oder eine Heizdecke etc. Man kann sich auch vom Arzt Fango verordnen lassen. Dies kann dann in Kombination mit außerdem zu empfehlender Krankengymnastik erfolgen.

Bei der Krankengymnastik kann der Therapeut deiner Tochter zeigen, wie sie sich rückengerecht bewegen und halten kann, die Belastung soll langsam gesteigert werden und letztendlich zu einer Stärkung der gesamtem Rumpfmuskulatur führen.

Eine weitere mögliche Behandlung ist z.B. auch die Akupunktur. Diese sollte dann aber von einem entsprechend qualifizierten Arzt durchgeführt werden.

Wenn die Beschwerden mit diesen Maßnahmen nicht abklingen, dann kann man auch noch mit Spritzen einiges erreichen. Da gibt es einfache Schmerzspritzen mit muskelentspannendem Zusatz bis hin zu sogenannten Nervenwurzelblockaden (PRT). Dabei wird dann eine Mischung aus Betäubungsmittel, Schmerzmittel und Kortison an die gereizte Nervenwurzel gespritzt.

Bei konsequenter Behandlung kann es dann auch tatsächlich vorkommen, dass sich ein Bandscheibenvorfall wieder zurückzieht. Meine Vorwölbung hat sich auch fast komplett zurückgebildet (leider habe ich zwar immer noch Beschwerden, aber das ist eine andere Geschichte). Und ich denke die Chance einer Rückbildung ist bei jüngeren Patienten größer als bei älteren.

Also: erstmal keine OP sondern konservativ behandeln lassen. Ich hoffe, ihr habt einen guten Orthopäden. Ansonsten könntet ihr auch einen Wirbelsäulenspezialisten (meist in entsprechenden Zentren) aufsuchen und euch dort beraten lassen.

Weitere hilfreiche und informative Links schicke ich dir noch als Kommentar.

Alles Gute und gute Besserung für deine Tochter!

Hier wird alles zum Thema Bandscheibenvorfall recht gut erklärt: http://www.dr-gumpert.de/html/bandscheibenvorfall.html
Oder gib einfach mal "Bandscheibenvorfall" oder "Bandscheibenvorfall behandlung" bei google ein. Da findest du - insbesondere auf den medizinischen Seiten - viele Infos.

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Für noch mehr Infos kannst du dir auch mal die Seite www.diebandscheibe.de ansehen. Auch dort gibt es viele Informationen zu möglichen behandlungen, aber auch Arztempfehlungen etc. Alles Gute!

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Man operiert nur, wenn tatsächlich Ausfallserscheinungen wie Lähmungen vorliegen, die nicht zurückgehen. Ansonsten behandelt man - besonders in diesem Alter - konservativ, d.h. zunächst mit Schmerzbehandlung und, nachem man die Ursache des Bandscheibenvorfalls festgestellt hat, meistens mit Kräftigung der Muskulatur (des Rumpfes, wenn es die Lendenwirbelsäule ist) und/oder Beratung hinsichtlich Verhaltensänderungen (Stehpult statt Schreibtisch, Pezziball statt Stuhl, Lattenrostmatratze, Stressvermeidung, sportliche Betätigung etc.), um einen erneuten Prolaps zu vermeiden.

In der Rückenschule im Krankenhaus habe ich gerade erst gelernt, dass entgegen der landläufigen Meinung das ständige Sitzen auf einem Pezziball gar nicht gut ist und nicht empfohlen wird. Die Therapeuten dort sagten, dass er für Übungen sehr gut verwendet werden kann, man aber nicht ständig drauf sitzen sollte, sondern dann einen guten Schreibtischstuhl immer vorziehen sollte.

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