Antidepressiva verschreiben lassen oder lieber nicht?

4 Antworten

Hausärzte verschreiben psychopharmaka eher ungern, weil es halt nicht ihr Fachgebiet ist. Mein Hausarzt hat es mir damals nur verschrieben, als ein Facharzt im Krankenhaus schon die Diagnose gestellt hatte und auch angeordnet hatte welches es sein soll. 

Es gibt die unterschiedlichsten Antidepressiva, die an verschiedenen Rezeptoren im Gehirn angreifen. Ich bekomme zum Beispiel ein ssri, das macht den Körper nicht abhängig, und habe auch keine Nebenwirkungen. Aber das ist ja von Mensch zu Mensch verschieden. 

Wenn du dir unsicher bist, solltest du vielleicht versuchen, ob du bei einem Psychiater einen Termin bekommst, wenn dir das zu lange dauert, spreche vielleicht doch einmal deinen Hausarzt an und schildere ihm deine Probleme. 

Mit deinen Schmerzmitteln kenne ich mich leider nicht aus, kann daher auch nichts zu eventuellen Wechselwirkungen sagen. 

Es gibt auch ein natürlich wirkendes Antidepressivum, dass einigen Menschen gut hilft. Johanniskraut. 

Ich wünsche dir alles gute 

Lilly 

Hallo ich an deiner Stelle würde es zuerst mit etwas pflanzlichem Probieren, Johanniskraut, Baldrian oder vielleicht Ne andere Kräutermischung wie Joyful ist auch sehr hilfreich bei depressiver Verstimmung und wenn das alles nicht hilft dann erst zu den schweren sachen wecheln. Den die chemischen sachen sind ja wirklich nicht ohne. Würde diese sehr ungern nehmen wollen. Zum Glück hilft mir die Kräutermischung super gegen meine Stimmungschwankungen. Lg

Hallo!

Ich denke, du solltest auf jeden Fall mal mit deinem Arzt darüber reden. Denn es gibt z.B. auch Antidepressiva, die häufig in der Schmerztherapie eingesetzt werden. Ich hatte damals zur Schmerztherapie auch mal eine Zeit lang ein Antidepressivum bekommen (Amitriptylin), bei mir hat sich aber an den Schmerzen nichts geändert, dafür waren die Nebenwirkungen ziemlich heftig, deswegen haben wir es nach einiger Zeit wieder abgesetzt. Frag mal deinen Arzt, ob das bei deinem Schmerzbild evtl. in Frage kommen könnte. So könnte man bei dir vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Lies mal: 

Nicht jeder Patient, der mit einem Rezept über ein Antidepressivum in die Apotheke kommt, leidet an einer Depression. Antidepressiva haben als Koanalgetika vor allem bei neuropathischen Schmerzen ihren festen Platz. Dazu gehören beispielsweise die diabetische Neuropathie und die postherpetische Neuralgie sowie Schmerzen bei Krebspatienten, die durch Nervenkompression des Tumors entstehen können.
 
Am besten belegt ist der analgetische Effekt für trizyklische Antidepressiva (TCA) und selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI). Die Evidenz bei den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) ist gering. Auch der Dopamin-Wiederaufnahmehemmer Bupropion ist analgetisch wirksam. Studien konnten zeigen, dass die Schmerzlinderung unabhängig von der antidepressiven Wirkung, aber meist schon in niedrigen Dosen auftritt.
 
TCA wie Amitriptylin und Nortriptylin gehören zu den Mitteln der ersten Wahl bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen und sind auch wirksam bei Fibromyalgie, Rückenschmerzen und bestimmten chronischen Kopfschmerzarten. Allerdings sind zahlreiche Kontraindikationen, zum Beispiel kardiale Vorerkrankung, Engwinkelglaukom oder Prostatahyperplasie, sowie Nebenwirkungen (kardial, hypotensiv, anticholinerg, sedierend) zu beachten. Unerwünschte Effekte sind häufig. Die Therapie mit TCA wird initial niedrig begonnen (10 bis 25 mg zur Nacht) und schrittweise auftitriert. Eine Schmerzlinderung tritt in der Regel innerhalb einer Woche bei einer wirksamen Dosis ein, die mit 50 bis 150 mg täglich meist unterhalb der antidepressiven Dosierung liegt. Bei guter Verträglichkeit können auch höhere Dosen zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden.
 
Auch für SSNRI wie Venlafaxin und Duloxetin ist eine analgetische Wirkung nachgewiesen. Duloxetin ist wirksam bei neuropathischen Schmerzen und Fibromyalgie, Venlafaxin bei diabetischer Neuropathie und zur Migräneprophylaxe. Typische Nebenwirkungen sind Übelkeit, Verstopfung, sexuelle Dysfunktion und Somnolenz. Die im Vergleich zu TCA insgesamt gute Verträglichkeit der SSRNI macht diese zu einer guten Option bei neuropathischem Schmerz. 

(http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=51819)

Viele Grüße, Lexi

Lies auch mal dies:

Unterstützende Medikamente

Bei bestimmten Schmerztypen kann eine begleitende Medikation die Behandlung mit Schmerzmitteln sinnvoll ergänzen. So können Antidepressiva in bestimmten Fällen die Wirkung von Schmerzmitteln verstärken und gleichzeitig die Stimmungslage aufhellen.

http://www.forum-schmerz.de/schmerz-infos/krebsschmerzen/therapie/unterstuetzende-medikamente.html

Auf der Seite kannst du dich ja mal grundsätzlich umsehen, da findest du vielleicht noch die ein oder andere für dich interessante Info.

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