AlkoholvergiftungKrankenhaus

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich denke mal, Du kannst jetzt mit den Selbstvorwürfen aufhören - Du bist gestraft genug. Mit dem ersten richtigen Rausch im Krankenhaus aufzuwachen - das ist herbe und bleibt hoffentlich lange irgendwo im Gedächtnis hängen... als Warnung, sozusagen.

Nun ist es Zeit, wieder nach vorne zu gucken. Was geschehen ist, ist geschehen und lässt sich nicht rückgängig machen. Buche es unter "Erfahrungen" ab. Die musste (fast) jeder von uns machen. Auch alkoholische.

Eine der Erfahrungen, die Du gemacht hast, ist: Alkohol ist keine Lösung, sondern ein zusätzliches Problem. Denn irgendwann bist Du wieder nüchtern und dann empfindest Du alles doppelt schlimm. Das ist nicht nur psychisch... Alkohol ist ein Vitamin-B-Räuber, und ohne genügend Vitamin B fangen die Nerven an zu flattern. Dazu kommt eventuell noch ein ordentlicher "Kater". Das reicht, um sich so richtig Sch... zu fühlen.

Es ist sehr löblich, dass Du jetzt gleich gar keinen Alkohol mehr trinken willst. Aber ... es ist nicht realistisch. Kann schon sein, dass Dir zur Zeit noch schlecht wird, wenn Du nur an Alkohol denkst - aber das gibt sich mit der Zeit, glaub mir. Und dann sitzt Du da mit Deinen Kumpels und willst standhaft bleiben (und kommst Dir vor wie die reinste Spaßbremse), aber irgendwann trinkst Du bestimmt wieder "nur ein Bier" mit ihnen... wetten? Und dann fühlst Du Dich hinterher wieder besch..., and so on.

Viel sinnvoller fände ich, wenn Du ab sofort den verantwortungsvollen Umgang mit Drogen wie Alkohol und Nikotin lernst - das kannst Du nämlich für Dein ganzes weiteres Leben gebrauchen. Gefahr erkannt - Gefahr gebannt, sozusagen. Hier ist mal ein interessantes Präventionsobjekt:

http://www.news4teachers.de/2012/11/verantwortungsvoller-umgang-mit-alkohol-statt-abstinenz/

Was Deine privaten Probleme angeht, die solltest Du Schritt für Schritt angehen. Nimm Dir mal eine Stunde Zeit und einen Bogen Papier, mach drei Spalten und schreib hintereinander auf: Problem / was müsste sich ändern? / wie könnte das erreicht werden?

Es ist wirklich erstaunlich, wie eine solche "Fleißarbeit" Ordnung in die bisher wild herumpurzelnden Gedanken bringen kann. Der Berg "Riesenprobleme" löst sich in einzelne Brocken auf, die man dann - hoffentlich - gezielt angehen kann. Willst Du es nicht wenigstens mal versuchen? Ich wünsch Dir alles Gute!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von luvieaa17
05.11.2014, 21:38

Lieben Dank evistie für deine Antwort , Ja das lässt mich schon etwas klarer sehen das es dann bekannt ist nach einer Alkoholvergiftung mit den Nerven umgehen zu müssen.. Zu einem bin ich jetzt ein kleines bisschen erleichtert das ich mich nicht als verrückte sehen muss ... Ich werde mir gleich den Link mal anschauen und mich schlauer machen ich bin für alles bereit und mir ist klar das ich nie niewieder Alkohol trinken werde ich hoffe einfach das wenn es mir jetzt so schlecht geht nicht zum Alkohol zugreifen weil ich denke mir ging es ja bis auf den Rausch viel besser mit Alkohol ich weiß das ist auch dumm zu glauben aber ich habe einfach Angst das ich dann aufgeben werde deswegen versuche ich dicht zu halten und erst dann mit einem bierchen wieder anzufangen wenn ich diese Phase hinter mir habe und nicht aus Kummer trinken werde um das geht es mir eigentlich .. Das mit dem Problemen aufschreiben werde ich auch machen ich weiß zwar nicht für alles eine Lösung und was ich besser machen kann aber ich will einfach alles versuchen so dass ich einfach bald wie möglich wieder gut gelaunt sein kann .. Ich danke dir vielmals für deine hilfreiche Antwort liebe grüße !

1

Hallo, ich kann einigermaßen nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Man schämt sich anschließend und hat die besten Vorsätze, was ich Dir allerdings glaube. Ich war selbst nasser Alkoholiker und weiß, wie beschissen man sich da fühlt. Ich hatte zwar noch nie eine Alkoholvergiftung, aber ich habe in meiner schlimmen Zeit ganz bestimmt viel zu viel getrunken. Was mir geholfen hat, waren die Anonymen Alkoholiker. Da brauchst Du Dich nicht zu schämen, Du kannst über alle Deine Probleme sprechen und keiner wird Dich kritisieren - sie werden Dir vor allem zuhören. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir das auf Fälle hilft, zumindest in Zukunft nichts mehr zu trinken. Du denkst jetzt vielleicht, was soll ich da? Ich bin kein Alkoholiker - ein Alkoholiker ist man in dem Moment, wo man regelmäßig Alkohol trinkt und/oder Alkohol im Übermaß zu sich nimmt, keine Kontrolle mehr hat. Das trifft auf Dich zu. Es gibt in fast jeder Stadt ein Treffen der Anonymen Alkoholiker. Ich stelle Dir mal einen Link rein

http://www.anonyme-alkoholiker.de/

Solltest Du wirklich in einer Gegend wohnen, wo keine Meetings stattfinden, kannst Du auch übers Internet Dich mit den Leuten in Verbindung setzen. Das heißt in diesem Fall: Lieber schreiben, als saufen! Bei den AA gibt es keine Psychologen, keine Ärzte - nur andere Menschen, denen es genau so geht wie Dir und die Dich deshalb mit Sicherheit verstehen. Ich wünsche Dir alles Gute. lg Gerda

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von gerdavh
06.11.2014, 09:02

Noch eine Anmerkung: Sprich mit Deinen Freunden darüber, dass Dir bewusst ist, dass Du an diesem Abend Scheiße gebaut hast. Wenn es Deine Freunde sind, werden sie Dich deshalb bestimmt nicht in Zukunft meiden. Wenn es danach ging, hätte ich viele Freunde nicht mehr. Und überlege Dir das mal mit den AA - ich bin jetzt seit über 25 Jahren (genau weiß ich das gar nicht) trocken. Ohne AA hätte ich das nie geschafft. Menschen, die normal mit Alkohol umgehen können, können das nicht verstehen, dass wir nicht nach einem Glas einfach aufhören. Das ist eine Krankheit und nichts, weshalb man sich schämen muss. Das musst Du Dir klar machen. Ich finde es übrigens ein sehr gutes Zeichen, dass Du hier schreibst. Das ist ein wichtiger Schritt und zeigt einfach, dass Du Dir über die Problematik bewusst bist. Viele merken das erst nach vielen Jahren, dass sie eigentlich Hilfe bräuchten. lg Gerda

1

Hallo,

Du solltest Dich in psychotherapeutische oder in psychiatrische Behandlung begeben. Das sind Fachleute, die mit Dir Strategien erarbeiten, wie Du vom Alkohol loskommst und wie Du mit Problemen und Krisensituationen besser umgehen kannst.

Als Erstes solltest Du zu Deinem Hausarzt gehen und ihm Deine Problematik schildern. Der Hausarzt wird dann die weiteren Schritte einleiten und ggf. Erstkontakte, zu Psychotherapeuten oder Psychiatern, herstellen.

http://www.apotheken-umschau.de/Alkoholismus/Wege-aus-der-Alkoholsucht-303823.html

Liebe Grüße und viel Erfolg

Medicus92

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von luvieaa17
05.11.2014, 21:16

Lieben dank Medicus92 für deine Antwort ..

Ja als ich im Krankenhaus wegen der Alkoholvergiftung lag kam auch gleich eine ''Drogenberaterin'' und mit der ich gesprochen habe sie würde mir auch eine Therapie empfehlen sie gibt mir beim nächsten Treffen dann die Kontakte .. nur das Problem ist das es noch einige Zeit dauern wird und ich mich jeden Tag mieser fühle .. Ich danke dir trotzdem nochmal !

1

Hallo,

wenn ich mir das so durchlese glaube ich das Du jetzt so langsam einen Einbruch bekommst. Es geht Dir jetzt einiges an die Substanz und zwar könnte ich mir vorstellen ,das du keine richtige Trauerbewältigung hattest. Dein Unterbewusstsein arbeitet auf Hochtouren und jetzt musst Du den richtigen Weg gehen ansonsten kann es passieren das Du wie in einen Sog kommst und immer weiter herunter gezogen wirst(Psyche). Du solltest unbedingt eine Therapie machen (Verhaltenstherapie) denn Du musst deine Vergangenheit aufarbeiten. Deshalb empfehle ich Dir gehe zu einem Neurologen/Psychiater und erzähle diesem von deinem Problemen und deinem seelischen befinden. Der Arzt wird dir dann helfen und Du selber musst es auch wollen. Einen Therapieplatz bekommt man nicht sofort deshalb wäre auch eine psychosomatische Reha oder ein Platz in einer Tagesklinik hilfreich. Allein wirst Du es nicht schaffen und glaub mir Du bist nicht der einzige der sich bisher dort Hilfe geholt hat.

Ich wünsche Dir das du den richtigen Weg gehst und dann wirst du auch merken das es dir bald besser geht.

Du solltest trotzdem deinen sozialen Kontakt pflegen und versuchen aktiv zu sein. Und echte Freunde merken wenn es einem nicht gut geht und haben auch das nötige Verständnis.

LG bobbys

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von luvieaa17
05.11.2014, 21:24

Lieben Dank bobbys für deine Antwort, Ich wäre bereit für eine Therapie besonders weil ich merke das ich mit niemanden meiner Freunde oder Familie sprechen kann und das fehlt mir gerade einfach am meisten .. Ich hatte im Krankenhaus eine Beraterin die mir Kontakte für eine Verhaltenstherapie beim nächsten Treffen geben wird .. ich hoffe es dauert nicht mehr zu lange .. Ich hatte aber bis jetzt noch nicht von einer psychosomatische Reha gehört oder einer Tagesklinik wie läuft des ab ? Ich geh ja noch nebenbei zur Schule ? Wäre lieb auf eine weitere Antwort danke für deine Hilfe liebe grüße !

0

Was möchtest Du wissen?