Ab wann spricht man von Impotenz?

1 Antwort

Der Begriff "Impotenz" allein ist nicht klar definiert. Impotenz kann sowohl Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi) als das Unvermögen, einen Geschlechtsverkehr durchzuführen (Impotentia coeundi), bedeuten. Außerdem haben die Worte "Impotenz" und "impotent" einen negativen Beigeschmack. Sie werden häufig in einem abwertenden Sinn verwandt. Deshalb wurde 1992 auf einer Fachtagung zum Thema Erektionsstörungen (National Institutes of Health Consensus Development Conference on Impotence) beschlossen, den Begriff Impotenz (im Sinne von Impotentia coeundi) in der Medizin nicht mehr zu verwenden und statt dessen von "erektiler Dysfunktion" (kurz ED) zu reden.

Es gibt verschiedene Definitionen der erektilen Dysfunktion. Eine präzise Definition steht in der "Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Libido- und Erektionsstörungen" der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), deren Gültigkeitsdauer leider abgelaufen ist:

"Die erektile Dysfunktion beschreibt ein chronisches Krankheitsbild von mindestens 6-monatiger Dauer bei dem mindestens 70 Prozent der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind."

Diese Definition zeigt übrigens ganz klar, dass gelegentliche Erektionsstörungen normal und damit kein Grund zur Beunruhigung sind.

Für den Einsatz in medizinischen Studien (z.B. zur Prävalenz der ED oder zur Wirksamkeit von Medikamenten oder auch in der Diagnostik) reicht eine solche Definition in der Regel nicht aus. Hier verwendet man speziell entwickelte Fragebogen, die genaueren Aufschluss über die Erektionsfähigkeit und die Ausprägung der ED geben. Weitere Informationen gibt es auf der Seite "Definition der erektilen Dysfunktion" (http://www.impotenz-selbsthilfe.de/annaeherung/definition.html).

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