am 21.05.2009 um 9:22 Uhr
In einem Artikel, betitelt "Märchen, Mutter der Informationsmedizin" las ich kürzlich, dass Kinder von den guten, alten Märchen sehr profitieren; vor allem deshalb, weil durch sie wichtige Informationen für die seelische Entwicklung der Kinder vermittelt würden. Kinder würden diese Inhalte zwar noch nicht bewusst / rational - verstehen, aber dennoch würde ihnen damit schon wertvolle "Lebenshilfe" gegeben.
Bei Geschichten mit etwas bedrohlichen, potenziell Angst auslösenden, Inhalten könnten Kinder die - wichtige - Erfahrung machen, das Gefühl von Angst zu erleben, aber durch die Anwesenheit der Bezugsperson (z.B. der Mutter), der das Kind vertraut, sich dennoch beschützt und sicher fühlen. Das sei eine fürs spätere Leben sehr wichtige, hilfreiche, Erfahrung. Solche - etwas bedrohlichen - Geschichten sind z.B. „Der Wolf und die sieben Geißlein“ und „Rotkäppchen und der Wolf“.
In Märchen werden auch andere wichtige Inhalte für die Entwicklung der Persönlichkeit bzw. des Selbst vermittelt. So z.B. in „Schneewittchen“, dass es immer mal eine „böse Königin“ geben kann, die ein schönes, aber schwächeres, Schneewittchen bedrängt, verdrängen will, aber dass es auch viele gutmütige Helfer (7 Zwerge) gibt, die es finden kann. Und selbst wenn es den Anschein hat, Schneewittchen sei tot, kann noch ein „Prinz“ (Symbol für die Liebe) kommen und es retten und heimführen. Hier wird „Vertrauen auf das Leben“ gelehrt !
Manchmal ist die Hauptperson ein Prinz, der sich in eine Prinzessin (Symbol für die Liebe) verliebt und sie heiraten, sich mit ihr verbinden, möchte. Meist geht es darum, dass er „Proben“ bestehen oder „heldenhafte“ Taten tun muss, bevor die beiden zusammenkommen. Manchmal wird die Prinzessin auch gefangen gehalten (z.B. von einem „Drachen“) und der Prinz muss den Mut aufbringen, die Prinzessin zu befreien, indem er den Drachen besiegt. Das Siegen über den Drachen ist übrigens weit verbreitet und sehr typisch, es symbolisiert in erster Linie den wichtigen Entwicklungsschritt der Überwindung der Angst bzw. die Befreiung von der Dominanz der Angst.
Sehr pointiert finden wir diese Symbolik in der Nibelungen-Sage bei Siegfried (der Name ist Programm – Siegfried = der durch diesen Sieg Frieden findet!). Siegfried stellt sich dem Kampf mit dem Lindwurm, siegt auch, und badet sich danach im Blut des „Monsters“. Das Bad im Blut symbolisiert, dass Siegfried sich in der Erfahrung des Sieges badet - und in der Gewissheit, auch zukünftig siegen zu können. Die Stelle, wo er verwundbar bleibt, symbolisiert, dass ein Mensch mit dieser Erfahrung nicht wirklich völlig unverwundbar ist.
Generell sollte man den – natürlichen – Bedürfnissen von Kindern gerecht werden – viel mehr als in der heutigen Gesellschaft „normal“! - und vor allem darauf achten, dass sie nicht zu früh mit Aufgaben des rationalen Denkens befasst werden, sondern ausreichend Gelegenheit bekommen, sich GANZHEITLICH AUSGEWOGEN zu entwickeln, also auch ihre praktische und emotionale Seite. Kinder sollten viel mehr Gelegenheit bekommen, eigene Erfahrungen zu machen und daraus zu lernen, als – zu früh – mit zu viel theoretischem Wissen gefüttert zu werden. Denn das ist ein Aspekt der „kollektiven Zivilisationsneurose“, der „Krankheit der Gesellschaft“. Siehe mein Tipp hierzu bei GESUNDHEITSFRAGE.
Meine website: www.Seelen-Oeffner.de
(21-05-2009)