Chronischer Stress lässt sich über Monate hinweg an den Haaren ablesen. Das fanden kanadische Wissenschaftler in einer Untersuchung mit 56 Herzinfarkt-Patienten heraus, wie das Fachmagazin „Stress“ berichtet.
Stresshormon im Haar eingebaut
Das im Körper zirkulierende Stresshormon Kortisol wird auch vom Kopfhaar aufgebaut. So lässt sich seine Konzentration länger nachweisen als im Speichel oder im Urin, wo Kortisol nach kurzer Zeit wieder verschwunden ist. Ist eine Person intensivem Stress ausgesetzt, so lagert sich vermehrt Kortisol im Haar ab.
Risikofaktor Stress
Das Forscherteam verglich die Haarproben von 56 Herzinfarkt-Patienten mit Proben von 56 Männern, die aus anderen Gründen stationär in Behandlung waren. Tatsächlich hatten die Herzinfarkt-Patienten über die letzten drei Monate betrachtet eine weitaus höhere Menge an Kortisol im Haar. Im Vergleich zu bekannten Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck hatte die Kortisolmenge in der Studie den höchsten Einfluss auf das Herzinfarktrisiko.
Die Forscher sehen in den Studienergebnissen großes Potenzial um Herzinfarkten vorzubeugen, denn Stress kann man durch veränderten Lebenswandel und entsprechende Therapien entgegenwirken.
Quelle: Ärzte Zeitung Deutschland