Wenn ein Kind gesund ist, sollte es schon die Nacht durchschlafen. Wenn es nachts aufwacht, nicht sofort aus dem Bett holen. Erst einmal das eigene Gehirn einschalten, was wohl nicht in Ordnung sein könnte.
Es braucht einen stabilen Erwachsenen, der Zuversicht ausstrahlt. Immer schön ruhig und gelassen bleiben, leise sprechen, es ist Nacht, da schlafen alle, Pschschscht!
Man kann das tägliche Baden auf den Abend verlegen. Das macht müde und schläfrig. Letztlich ist es gleich, wann am Tag das geschieht.
Vielleicht muss es einmal aufstoßen, dann nimmt man es auf den Arm, reicht mit der rechten Hand um den Rücken des Kindes herum und drückt mit flacher Hand leicht am unteren Rippenbogen von hinten herum auf den Bauch. Dann kommt das Bäuerchen schon raus. Das so viel bemühte "auf den Rücken klopfen" ist nicht so zielführend, das dauert viel zu lange, macht nur das Kind unnütz munter.
Vielleicht zahnt es (ab 5 Monaten sehr wahrscheinlich), dann braucht es etwas, worauf es fest zubeißen kann. Zur Not kann man aus der Apotheke Dentinox aufs Zahnfleisch geben.
Vielleicht hat es einen schlechten Geschmack im Mund. Dann mit einem fusselfreien Tuch und in Wasser gelöstem Natron den Mund auswischen.
Vielleicht hat es Durst, dann natürlich trinken geben, das keinen Zucker enthält.
Vielleicht fehlen ihm Mineralien. Hat das Kind am Tag viel geschwitzt, fehlt meistens Kalium. Das ist in Banane enthalten. Bei Hitze sind viele Kinder quengelig, bis sie etwas Banane gegessen haben.
Vielleicht hat es Blähungen, dann abends nichts blähendes füttern.
Vielleicht träumt es schlecht, dann nicht hoch nehmen, sondern nur sanft ansprechen, leise irgend etwas erzählen: was andere Leute jetzt wohl machen...was morgen wohl sein wird... auf Geräusche horchen... und immer schön ruhig und leise.... Pschschscht, bis es schläft.
Ich habe meine jüngste manchmal in den Schlaf geprügelt. Im Herzschlagrhythmus erst Patscher auf die Windel, dann immer leichter und leiser, zuletzt nur noch sanftes Klopfen und dann ganz aufgehört.
Das geht auch sanfter mit ein Bein oder einen Arm ganz sachte streicheln, bis es weggeschlafen ist.
Vielleicht hat es das Gefühl, ganz allein zu sein. Dann sollte man die Tür einen Spalt geöffnet lassen und im Flur das Licht einschalten. So ist es im Raum etwas hell und es kann sich beim Aufwachen im Halbdunkel orientieren, hört Mama und Papa im Hintergrund, spürt dass alles in Ordnung ist, und schläft wieder ein.
Ruhige Hintergrundgeräusche können auch hilfreich sein. Ganz leise Musik, die gerade noch zu hören ist, kann einschläfernd sein.
Vielleicht hat es sich das Spektakel machen nur angewöhnt. Es ist doch schön, im Dunkeln noch einmal herumgetragen zu werden. Dann braucht es Konsequenz auf beiden Seiten. Es muss sich dann eben ein paar mal müde schreien. Klingt grausam, ist aber nicht anders zu machen, und ist mit Konsequenz schneller durchgestanden.
Für ganz wichtig halte ich es, dass Kinder jederzeit etwas angefangenes zu Ende machen dürfen. Also nicht einfach mitten aus seinem Spiel herausreißen, weil eine Windel fällig ist. Wir springen auch nicht sofort auf, weil die Waschmaschine fertig ist. Wir lesen auch den Absatz zu Ende oder bis zum guten Punkt. Wir würden es uns vehement verbitten, würde uns jemand vor die Waschmaschine zerren, nur weil da gerade das Programm abgelaufen ist. Auch noch so kleine Kinder sind Menschen und haben eine Würde.
Kinder brauchen ihre Rituale. Das Zu Bett gehen muss immer auf die gleiche Weise vor sich gehen. Wenn da Routine ist, dann gewöhnt es sich leichter daran, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt eben Schluss ist.
Ich habe am Kinderbett solche Arbeiten erledigt wie Wäsche zusammenlegen, Knopf annähen etc. Dabei kann man dann ganz ruhig "besprechen" was heute so war, morgen sein wird, was es träumen will, .... Es muss kein Märchen vorgelesen werden. Aber es wird ja nicht mehr aufgestanden, jetzt ist Feierabend.