Frage von neckar,

Zahlt die Krankenversicherung die Kosten für ein Hörgerät?

Hallo, mein Großvater hört nicht mehr so gut und der Familienrat hat beschlossen, dass er ein Hörgerät braucht. Gute Hörgeräte sind ja nicht so billig. Würde die Krankenversicherung von meinem Opa die Kosten übernehmen???? Ganz oder zum Teil?????

Hilfreichste Antwort von evistie,
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Am Anfang steht erst einmal der HNO-Arzt. Der macht einen Hörtest und verschreibt auch das Hörgerät, wenn sich beim Test eine Hörminderung ergibt.

Dann gehts zum Hörgeräteakustiker. Der wird erneut (andere) Hörtests machen und dann drei Geräte vorschlagen, die er für geeignet hält. Eines davon ist das Kassengerät ohne Zuzahlung. Das zweite erfordert schon Zuzahlung und das dritte erst recht. Alle drei werden nacheinander ca. eine Woche probegetragen und dann geht es an die Entscheidung.

Der Hörgeräteakustiker hat inzwischen die Unterlagen für die Krankenkasse fertiggemacht, damit die ihren Festbetrag dazugibt. Die Papiere müssen - vom HNO-Arzt abgesegnet - zur Krankenkasse; letzteres erledigt der Akustiker.

Lass Dir bitte aus jahrzehntelanger Erfahrung sagen: die heutigen "Kassengeräte" sind technisch schon so gut, daß sie in vielen Fällen völlig ausreichend sind. Wofür Ihr ggf. zuzahlt, ist teuer bezahlter (!) Komfort, der nicht immer ausgenutzt wird. Was nutzt es dem Großvater, wenn er 20 Kanäle bekommt statt vier, den Unterschied aber gar nicht heraushört?! Bleibt also kritisch und denkt daran, daß der Akustiker verständlicherweise die hochpreisigen Geräte empfiehlt, denn für seine wochenlangen Anpassungsbemühungen möchte er natürlich entschädigt werden. Und die teuren Geräte sind kleine technische Wunderwerke, man bekommt also auch was fürs Geld - wenn man es hat.

Achtet auch darauf, daß Großvater gut mit dem Gerät zurecht kommt und sich damit wohlfühlt - sonst verschwindet es ganz schnell in der Schublade! ;o)

Antwort von laura10,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hier http://sparportal.blogspot.com/2009/12/digitales-horgerat-von-der-krankenkasse.h...

gibt es einen interessanten Bericht zu diesem Thema.

Kommentar von evistie,

Von diesem Urteil sollte man sich nicht zu viel erhoffen. Zunächst ist es eine Einzelfallentscheidung und für den Hörgeschädigten ändert sich nichts - wenn er mehr als den Festbetrag will, muß er klagen.

Kommentar von teemei,

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein zuzahlungsfreies Gerät. Ob dieses auch ausreichend ist, hängt vom Grad und Art der Schwerhörigkeit ab. Für hochgradig Schwerhörige ist mit dem jüngsten Urteil des Bundessozialgerichts der Weg frei zu einer angemessenen Versorgung, die dem bestmöglichen Stand der Medizintechnik entspricht. Auch dafür wird man kämpfen müssen, aber mit sehr guten Aussichten auf Erfolg.

http://www.welches-hoergeraet.de/horgerate-und-krankenkasse-kostenubernahme-durc...

Antwort von kuddel69,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

lasst euch vom hörgerätevrkäufer und der krankenkasse und einer unabhängigen beratungsstelle beraten.

Kommentar von evistie,

Was soll denn das bitte für eine "unabhängige Beratungsstelle" sein?

Die Kasse zahlt den Festbetrag und das wars. Alles andere ist Privatvergnügen.

Kommentar von holodeck,

Die derzeit geltende Handhabung der Festbetragsregelung durch die KK ist gesetzeswidrig. Die Festbeträge sind viel zu niedrig angesetzt.
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In seinem jüngsten Urteil vom 17.12.09 hat das BSG unmissverständlich klargestellt, dass die Festbeträge sich am adäquaten Ausgleich der Schwerhörigkeit sowie am bestmöglichen Stand der Medizintechnik zu orientieren haben. Nicht der Patient und seine Schwerhörigkeit an den Festbeträgen. Dass die Kassen sich nach diesem Urteil weiterhin drehen und winden, mit der Begründung, jetzt müsse man erst einmal eindeutig feststellen, wieviel denn ein Normalhörender im Alltag hören sollte, vielleicht reichen ja auch 60% von 100, ist mehr als zynisch.
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Privatvergnügen? Wo leben wir denn?
Dass sich die Hörgerätebranche dumm und dusselig verdient bzw. dass der Aufwand für individuelle Anpassung in den Festbeträgen enthalten ist, kann und darf nicht Problem des Patienten sein.

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