Frage von Mar24, 54

Wurde Hinterwandinfarkt nicht erkannt?

Meine Mutter (87) wurde mit starken Oberbauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert,die Schmerzen liessen mittags nach und kamen nachmittags wieder. Man hat ein EKG und einen Troponin-Test durchgeführt, beides hat nichts ergeben. Meine Mutter litt an koronarer Herzkrankheit. Außerdem hatte sie Verengungen in der Hinterwand. Dieses sowie Schwindel und Übelkeit habe ich leider nicht genannt. Meine Mutter verstarb am gleichen Tag abends, der Arzthat nur von Durchblutungsstörungen geredet und dass er überrascht war. Habe ichirgendwie Schuld am Verlauf, da ich nicht alles angegeben habe, mache mir sehr viele Gedanken. Der Arzt redet jetzt vom Mesenterialinfarkt.

Antwort
von sonne123, 35

Hallo Mar24,

Mein Beileid.

Diese Symptome kommen mir bekannt vor. Meine Mutter hatte vor 6 Jahren fast auf dem Tag genau einen Hinterwandinfarkt und auch sie klagte über Oberbauchschmerzen fast eine Woche vorher. Sie überlebte knapp. 

Du hast keine Schuld an diesem Verlauf. Bitte mache dir keine Vorwürfe. Es wurde ein EKG angeordnet und dieses war unauffällig. Einen Infarkt hätte man denke ich erkannt. Mit Troponin kann ich jetzt nichts anfangen. Weiss nicht ob das ein Maker ist für einen Infarkt. 

Manchmal liegt es nicht in unserer Macht, so gerne es man auch hätte. Das Herz war einfach nicht mehr stark genug.  Ich weiss, das es kein Trost ist, wenn sie nicht lange leiden musste. Egal ob der Tod lange vorhersehbar war oder wie bei dir, plötzlich und unerwartet, ob der Mensch jung oder alt war, es ist immer schlimm. Aber wir müssen es annehmen und nicht immer nach dem Warum fragen. Es gibt keine Antwort darauf. Darum quäle dich nicht länger. Alles Gute für die kommende ganz gewiss nicht leichte Zeit. Einen Spruch den ich sehr schön finde:

Das Leben ist vergänglich, doch die Liebe Achtung und Erinnerung bleiben für immer.

Liebe Grüße

Antwort
von mariontheresa, 47

Gegenfrage: Hat deine Mutter wegen ihrer Vorerkrankung Medikamente genommen? Hat man im Krankenhaus danach gefragt? Wenn ja haben die Ärzte davon gewusst. Das schließt aber einen erneuten Infarkt nicht aus, und wenn das Herz aufgrund des Alters und der Vorerkrankung schon sehr geschwächt ist, ist die ärztliche Kunst irgendwann am Ende. Tröste dich damit dass deine Mutter ein sehr hohes Alter erreicht hat, und dass sie bis zuletzt ein selbstbestimmtes Leben führen konnte. Meine Mutter stürzte mit 95 in ihrem Badezimmer und lag dann noch 5 Jahre dement und auf Vollpflege angewiesen im Bett. Sie hat sich täglich gewünscht endlich sterben zu können, hat mich angebettelt ihr Tabletten zu besorgen. Die letzten 3 Wochen lag sie im Koma, das wünsche ich keinem.

Antwort
von Mar24, 37

Meine Mutter hat Tabletten schon lange genommen, die Medikamentenliste (außer Nitrospray) wurde dem Arzt gegeben. Als sie 60 war wurde ihr durch den Ballonkatheder geholfen. Nur Erbrechen, Schwindel wurde nicht genannt... Man wollte den Gallengang evtl. untersuchen am nächsten Tag. Sie war noch geistig fit bis zuletzt und körperlich total aktiv bis zum letzten Tag. Das ist sicher ein Geschenk im Gegensatz zu dem, was du mit deiner Mutter erlebt hast. Trotzdem ist es schwer für mich, weil es so schnell ging, den Ablauf zu verstehen.

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