Frage von lilalillie, 49

Woher kommen die Knieschmerzen? Kennt jemand ein Mittel dagegen?

Hallo :)

vorab, ich weiß, dass ich hier keine Diagnose erwaten kann. Ich war heute schon beim Arzt und der hat mich zu einem Spezialisten überwiesen, da habe ich allerdings erst einen Termin in 5 Wochen. Ich wollte nur vorab einmal hören, ob hier jemand ähnliche Erfahrungen hat oder gar ein Hausmittel kennt.

Und zwar fing das vor einem Monat an. Ich war in 6 Tagen 250 km Fahrrad fahren (mit ca. 20 kg Gepäck). Danach habe ich gemerkt, dass meine beiden Knie immer so ein wenig ziehen. Das wurde mit der Zeit nicht besser. Jeden Morgen beim Aufstehen tun die weh und am Abend wenn ich ins Bett gehe. Besonders schmerzhaft ist es, wenn ich in die Hocke gehe oder vom Stuhl auf stehe. Über dem Tag ist es ok, wird aber nach und nach immer schlimmer. Sitze im Büro. Schmerzen habe ich auch, wenn ich die beine lange angewinkelt habe und die Beine dann Strecke. Dann zieht es auch sehr doll. Das ist wie gesagt so ein ziehen. Ich würde sagen, das setzt so unterhab der Kniescheibe an und zieht hoch.

Ich selbst bin jetzt nicht die schlankeste, sprich 70 kg bei 161 cm. Also 15-20kg Übergewicht. Aber ich war nie unsportlich. Ich habe 15 Jahre lang Badminton gespielt und auch jetzt gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio, 2-3x die Woche.

Ich war beim Arzt und er kann eine Entzündung ausschließen und vermutet einen chronischen Schaden (vermutlich Bänder oder Knorpel). Will sich da aber auch nicht äußern. Hat mir jetzt Schmerzmittel für "schmerzhafte Stunden" gegeben und meinte ich solle ein wenig schonen.

Kennt das jemand hier? Hat jemand ein Hausmittel was gegen solche Schmerzen helfen könnte? Kühlen? Wärmen? Salben? Oder sonst was?

Schon einmal vielen Dank.

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Antwort
von Winherby, 15

Deiner Schilderung der Entstehung nach, kann es nur eine Ursache haben, Du hast Dich beim Radeln übernommen. 

Beteiligt am Problem sind mMn der Muskulus Quadriceps, das ist der Beinstrecker. Er endet kurz vorm Knie, d.h. seine Gewebestruktur geht über in Sehnengewebe, die sog. Patella-Sehne. Diese umfasst die Patella (Kniescheibe) und wächst unterhalb des Gelenkes an dem oberen Schienbeinknorren an.

Beim Radeln wird überwiegend dieser Quadriceps gefordert, und zwar im Moment des Herunterdrückens des Pedals. Dabei spannt der Muskel an, gibt seine Kraft über die Patellasehne an den Unterschenkel weiter und streckt dadurch das Bein. Während dieser Bewegung wird nicht nur das Pedal nach unten gedrückt, sondern auch die Patella verstärkt auf ihr Gleitlager, die Kondylen, gedrückt. 

Bei Dir vermute ich nun erstens eine starke Verkrampfung des Quadriceps-Muskels und einen Überlastungsreizung der Knorpelfläche auf der Rückseite der Kniescheibe.

Dagegen gibts es ein probates Mittel zur Selbsthilfe: Dehnen des Quadriceps. Dadurch wird der Muskel "gelängt" und somit gelockert. Das bringt zwei Effekte: Es tut dem Muskel gut, das entlastet aber auch den Knorpel der Kniescheibe, weil durch die Entspannung des Muskels der Druck auf die Kniescheibe weniger wird. Wie das "einfach" zu machen ist siehst Du hier: 

Damit dieses Problem bei künftigen Radeltouren möglichst nicht wieder auftritt, empfehle ich Dir Deine Sitzhaltung auf dem Rad zu überprüfen. 

Der Sattel sollte so hoch/tief eingestellt sein, dass Du Dein Bein noch ca. 15° bis 20° gebeugt hast, wenn das Pedal in der untersten Position steht. Viele glauben nämlich, das Bein müsse dann ganz gestreckt sein, was aber falsch ist. Viele andere sitzen aber viel zu tief und das Bein kann kaum weniger als 40° beugen, - natürlich auch falsch. 

Der Sattel sollte soweit nach vorn/hinten montiert sein, dass bei waagerechter Stellung der Pedale, die Kniescheibe des vorderen Beines exakt lotrecht über der Pedale steht.

Beim Treten der Pedale sollte der Hüftknochen nicht auf und ab gehen, sondern still in der Waagerechten bleiben, sonst leiden die Ilio-Sacral-Gelenke. 

Es gibt noch einiges anderes zu beachten, Rahmenhöhe, Lenkerhöhe, Rahmenlänge, usw., das alles würde hier den Rahmen sprengen, lass Dich in einem Fahrradgeschäft beraten und evtl. das Rad richtig einstellen.

Wenn das Rad perfekt zum Fahrer "passt", dann gibt´s in aller Regel auch keine gesundheitlichen Probleme, besonders wichtig auf längeren Touren. LG

Antwort
von dinska, 28

Ich habe fast mein ganzes Leben mit Knieschmerzen verbracht. Ursachen wurden keine gefunden. Bis ich mich selbst auf die Suche gemacht habe, nach geeigneten Übungen und ich habe für mich auch die richtigen gefunden.

Wichtig ist, dass Knie und Füße, aber auch Rücken, besonders Schultern und Lendenmuskel zusammenhängen. Wenn du deine Füße stärkst und beweglich erhältst, dann wirkt sich das positiv auf deinen Rücken aus.

Da hilft mir der Fersensitz. Immer wenn ich in den Bergen vor allem beim Abstieg nicht weiter kam, habe ich mich auf meine Fersen gesetzt und schon ging es eine Weile weiter.

Jetzt mache ich die Übung regelmäßig morgens und abends und setze mich auch zwischen die Beine, das ist für die Fußbänder gut.

Für Füße und Knie ist auch gut im Kniestand die Zehen anzustellen und sich dann vorsichtig auf die Fersen setzen, dann Zehen lang in den Fersensitz kommen und die Knie heben. Anfangs schafft man das nur ein paar Sekunden, später geht es immer besser.

Wichtig ist auch immer ein beweglicher Rücken und eine optimale Haltung. Man sollte die Wirbel aus dem Steiß heraus nach oben ziehen und dagegen die Schulterblätter senken und im Bauch Spannung erzeugen indem man den Nabel nach innen und etwas nachoben zieht.

Dadurch erreicht man in der Mitte Stabilität und das ganze Gewicht landet nicht mehr auf den Knien.

Ich habe heute keine Probleme mehr, weder mit dem Rücken, noch mit Füßen oder Knien. Nur noch mein Ischiasnerv, nervt von Zeit zu Zeit, aber da bin ich auch dran und es ist schon wesentlich besser geworden.

Als Einreibung verwende ich Schwedenkräuteressenz und Arnika Salbe. Manchmal auch Grünlippmuschel Balsam.

Antwort
von Mahut, 29

Mir hilft wenn ich Schmerzen in den Knien oder sonstwo am Körper habe, Tiger Balm oder Olbas, beides bekommst du im Drogeriemarkt oder Apotheke.

Ich reibe die Stellen damit ein und nach kurzer Zeit sind die Schmerzen weg oder gemildert.

Dann solltest du zwar Sport machen und auch mit dem Rad fahren, aber in keinem Fall übertreiben.

Antwort
von Sportacus, 20

Probiere mal folgende Übung: Stell dich an eine Wand o.ä., so dass du dich abstützen kannst (um das Gleichgewicht zu halten). Fass dein Sprunggelenk und zieh die Ferse zum Po. Vorsichtig, bis du einen leichten Dehnschmerz im vorderen Oberschenkel merkst. Dort 1 min halten. Jeden Tag drei mal über ein paar Wochen machen.

Kommentar von Hooks ,

Das hab ich mal vor dem Walken gemacht, danach eine Gymnastikgruppe besucht - ergab einen Muskelfaserriß an der Stelle des "leichten Ziehens".

Antwort
von Hooks, 27

Der Arzt meiner Mutter sagte ihr, auf etwas sitzen und die Beine baumeln lassen, sei immer gut (sie hatte auf der Liege sitzend und baumelnd den Arzt erwartet, danach waren ihre Schmerzen weg). Ich habe diesen Tip dann auch von meiner Orthopädin bekommen.

Das ist Bewegung, so daß im Gelenk Zug und Gegenzug entsteht zur Versorgung mit Nährstoffen und Abfuhr von Müll, ohne Belastung. Allerdings soll man das wirklich mehrere Minuten lang machen. Am besten mit Buch oder Video ;-)

Dann las ich in einem Buch, daß auch Gelenkschmerzen von Wassermangel kommen können. Du kannst es ja mal versuchen: 30 min vor dem Essen und 2,5 Stunden danach jeweils einen Viertelliter Wasser trinken, abends und frühmorgens auch (ich nehme kaltes aus der Leitung und lasse es im Wasserkocher auf lauwarm anwärmen). Ab und zu eine Prise Meersalz extra.

Gute Besserung für Dich!

Kommentar von Sportacus ,

Tolle Übung, das baumeln lassen - kannte ich noch nicht.

Kommentar von Hooks ,

Manchmal ist das Simple einfach gut.

Man muß es nur wissen!

Deshalb schätze ich diesen Austausch hier.

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