Frage von dakiha, 174

Wird bei ärztlich bestätigter Demenz automatisch die Pflegestufe angeglichen?

Meine Mutter ist in der Pflegestufe 1 ohne Demenz eingestuft. Jetzt waren wir bei einem dementsprechenden Facharzt und der hat meiner Mutter eine mittelschwere Demenz bescheinigt. Ich hätte eher auf eine leichte Demenz gehofft.

Sollten wir dieses ärztliche Ergebnis der Pflegekasse mitteilen, wird dann meine Mutter automatisch von Pflegestufe 1 zu Pflegestufe 1 mit Demenz hochgestuft oder kommt erneut der medizinische Dienst heraus und wendet seine eigenen Prüfmethoden an?

Ich habe Angst, dass der medizinische Dienst nämlich die zusätzliche Demenzeinstufung ablehnt, da dieser Verein bei uns immer sehr hart und eiskalt ablehnend aufgetreten ist.

Wir mussten zum Erlangen der Pflegestufe 1 bis vor das Sozialgericht ziehen und der Antrag auf Pflegestufe 2 wurde abgelehnt, obwohl ich mich schon fast rund um die Uhr um meine Mutter zu kümmern habe und es kaum noch mit gutem Gewissen wage das Haus zu verlassen!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Klausgerd, 146

Hallo,

leider musst Du einen erneuten Antrag bei der Krankenkasse stellen. Da wird der med. Dienst der Krankenkassen aktiviert und eine erneute Begutachtung aktiviert. Durch das neue System mit den fünf Pflegestufen soll die Begutachtung erleichtet werden, ist aber nicht so. Als Betreuer habe ich jetzt schon einige Begutachtungen erlebt, die heute ebenso laufen als bei der alten Pflegestufenaufstellungen. Ich kann Dir nur empfehlen, das Pflegetagebuch zu führen und die Krankenkasse um eine erneute Begutachtung zu bitte. Bis der MdK kommt, führe dieses Tagebuch und schreib gesondert alle Auffälligkeiten auf. Wichtig ist da sowohl die Körperpflege als auch der Toilettengang, der Schlaf aber auch der Tagesablauf. Eine gesonderte Aufstellung der vorgenannten Abläufe deuten dem Gutachter die Stärke der Demenz. Nicht jedes Verhalten wird ins Pflegetagebuch geschrieben, weil es einfach vergessen wird. So kann ein Besucher nicht immer gleichermaßen vorsich gehen. Die Veränderung sollte dokumentiert werden. Eine Begutachtung läuft immer nach dem gleichen Chema ab, da es meist ein anderer Gutachter/in ist. Es sind auch meist keine Ärzte sondern Krankenschwestern und Altenpfleger, die in der Kürze der Zeit nicht alles erkennen können. Unter dem Link www.anhaltspunkte.de sind die Erkrankungen, die zur Pflegestufe führen, genauestens aufgeführt und helfen Dir, Dich auf einen Begutachtungstermin einzustellen. Wichtig ist bei den meisten Krankenkassen der Vordruck, den diese gerne an Sie übersenden. Ebenfalls wichtig ist : Das der oder die Betroffene nicht dem Mitarbeiter / in des MdK Kaffee anbietet oder denen zeigt, wie sie sich noch selbst helfen können. Der Zeitaufwand, der für eine höhere Pflegestufe berechnet wird, ist ebenfalls in Anhaltspunkte einsehbar. Wichtig ist auch, dass Sie nicht den Zeitaufwand : Einkäufe oder so berechnen, die Zeitberechnung sollte möglichst dem Aufwand am Körper - der Pflege und dem Bewachen des Patienten errechnet werden. Reinigung der Wohnung oder der Einkauf von Lebensmittel sind da nebensächlich und werden pauschal aufgeführt. Vergessen Sie nicht den Gang zum Arzt oder zum Masseur, die Zeiten werden mitgerechnet und bedürfen keinen Nachweis.

Ich drücke Ihnen die Daumen

M.f.G.

Klausgerd

Antwort
von sonne123, 135

Hallo dakiha, leider mußt du wohl oder übel die Pflegestufe, in dem Fall die II , neu beantragen. Aber ich würde dir raten, das wirklich gründlich abzuwägen...... Ich kann verstehen  bzw. nachfühlen wie es dir ergeht und welche Last auf einem ruht. Mein Vater litt ebenfalls an Demenz.Nach einem Unfall, wo er sich einen Brustwirbel brach, wurde ein Heimaufenthalt unumgänglich, leider, denn so ein Schritt ist sehr schwer zu akzeptieren, zumindest war es für mich so. Gefühle wie versagt zu haben und Selbstzweifel, ob es in der häuslichen Umgebung nicht doch zu realisieren wäre usw.....natürlich wurde durch das Heim eine höhere PS beantragt, verständlich,von I auf II. Bedingt durch die Entfernung konnte ich diesen Termin nicht wahrnehmen, aber ein Angehöriger war zugegen. Zwischenzeitlich sah es doch wirklich so aus, als wenn die Pflegestufe ganz aberkannt werden würde....als ich das hörte fiel ich fast vom Glauben ab. Als wenn sich eine Demenzerkrankung bessern kann. Es ist alles gut gegangen, die II wurde bewilligt,aber es hätte auch ganz anders aussehen\ausgehen können.

Ich wünsche dir alles erdenkliche Gute, viel Kraft und Energie und wenn du Hilfe brauchst dann hole sie dir. Ganz liebe Grüße

Antwort
von StephanZehnt, 106

Hallo .,

es passiert da absolut nichts automatisch In dem Fall muss man wieder den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ...

Ja und da wird wieder geprüft. Man muss sich da vorher schlau machen es gibt Selbsthilfegruppen wo man dies schon durch hat. (.deutsche-alzheimer.de)

Das heisst auch man sollte vorher abklären was Deine Mutter noch kann und wo sie Hilfe braucht  Wenn sie dann sagt ja das bringe ich eigentlich noch ... und das mehrmals könnte der MdK sagen ja alles Prima es bleibt so wie es ist.

Solche Dinge wie Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung udgl. habt ihr ja schon abgeklärt?

http://www.notar-blum.de/html/betreuungsvollmacht.html

In wie weit Du schon einmal an Kurzzeitpflege gedacht hast? Weil lange geht das nicht gut! Dann hat man selbst gesundheitliche Probleme!

Also hole Dir zwingend Rat vorher bevor Du mit den Behörden sprichst.

Alles Gute Stephan

PS. Ich habe Dir ein Kompliment geschrieben mit einer Krontaktadresse,

Antwort
von Sweetdays, 107

Hallo!Ich empfehle dir erneut für 1-2 Wochen ein Pflegetagebuch zu führen, aus dem dann der Höhere Pflegebedarf zu erkennen ist. Zudem auf jeden Fall ein fachärztlichen Brief mit der neuen Diagnose dazu packen und einen Verschlimmerungsantrag stellen. Der MDK kann nur das mit berücksichtigen was er auch weiß. Viel Erfolg...

Kommentar von sonne123 ,

Dem kann ich nur zustimmen, aber eines verstehe ich nicht ganz, was meinst du mit einem " Verschlimmerungsantrag"?Diesen Begriff habe ich zumindest im Bereich der Pflege noch nicht gehört und würde ihn eher mit einem Antrag der Schwerbehinderung in Verbindung bringen. Wichtig ist auf jeden Fall, das man zum Zeitpunkt der Begutachtung  Befunde bereit hat. Leider zählt hauptsächlich der reine Hilfebedarf und nicht so sehr die Betreuung, die bei einer Demenz einen beträchtlichen und kräftezehrenden Teil einnehmen kann, um so mehr die Erkrankung fortschreitet. Liebe Grüße

Kommentar von Nelly1433 ,

Vermutlich ist damit der 'Antrag auf Höherstufung' gemeint ...

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