Frage von Bimbel, 7

Wie sollen wir uns für unsere Gesundheit einsetzen, wenn die Ärzte so schlechtes Vorbild sind

Sei es nun beim Abnehmen, beim Rauchen oder auch beim Alkohol. Ich habe schon so viele Ärzte gesehen, die genau das vorleben, was sie uns abgewöhnen wollen. Einmal erlebte ich gar einen Arzt im Krankenhaus, der war so voller Sucht nach Nikotin, dass er alle halbe Stunde raus musste um eine zu rauchen. Eine Infusion, die er legen musste, wurde so zittrig angelegt, dass mir, als Angehörigem Angst und Bange wurde. Die müssten es doch eigentlich besser wissen, aber es klappt bei denen auch nicht. Was meint ihr dazu?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Bimbel,

Schau mal bitte hier:
Alkohol Übergewicht

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Alois, 4

Hallo Bimbel,

ich glaube, es ist allgemein nicht so bekannt, welchen Belastungen man als Arzt ausgesetzt ist; Überstunden dürfen nur z.T. dokumentiert werden - und ein guter Chirurg arbeitet etwa 60-80 Stunden pro Woche. Zwar darf man manchmal den Erfolg einer Therapie verkünden - doch 5 Minuten später muss man einem Menschen mitteilen, dass er bald sterben wird - und wie der Arzt sich selbst dabei fühlt, wird garantiert nicht hinterfragt. Ferner wird der Anteil der Verwaltungsarbeit immer größer, und für die Patienten bleibt immer weniger Zeit - was wiederum den Ärzten selbst zugeschrieben wird, anstatt die Realität zu sehen.

Damit habe ich nur einige von vielen Punkten angesprochen, warum diese Berufsgruppe starkem Stress ausgesetzt ist - und daher ähnlich wie auch anderes medizinisches Personal auch stärker suchtgefährdet ist.

Und abgesehen davon - jeder ist wohl auch bis zu einem gewissen Grad eigenverantwortlich - egal, welche "Vorbilder" man gerade in Erwägung zieht.....

Liebe Grüße, Alois

Kommentar von bobbys ,

Dafür noch viele DH von mir Alois LG Bobbys :)

Antwort
von Mahut, 3

Also mir ist es Egal, was der Arzt mit seinem Körper macht, ob er Raucht, weil er so unter Stress steht, da er ja viele Stunden nur für seine Patienten da ist, die Hauptsache ist, er macht gute Arbeit. Ohne die Arztkunst wäre ich heute nicht mehr am Leben.

Antwort
von elliellen, 3

Hallo! Ich finde, "dinska" hat es auf den Punkt gebracht. Jeder von uns ist für sein Leben selbst verantwortlich, solange er andere damit nicht gefährdet. Ich finde, Ärzte müssen keine Vorbilder sein, sie sind erwachsene Menschen und wissen ja, was sie machen. Bei den Lehrern ist es ja ähnlich, wenn sie den Kindern erklären, wie schädlich das Rauchen ist und dann in die Raucherecken verschwinden in den Pausen. Bei Kindern sollten sie allerdings Vorbild sein.

Wenn sie allerdings das Leben der Patienten gefährden, z.B. zittrig sind, weil ihnen die Zigarette fehlt oder, noch schlimmer, was auch vorkommt, leicht alkoholisiert im OP Zimmer stehen, dann ist das natürlich undenkbar und Niemand möchte da Patient sein.

Antwort
von dinska, 3

Jeder Mensch ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich und muss selbst seine Maßstäbe setzen. Allein das Wissen, was gesund und was ungesund ist führt nicht auromatisch zu einem gesunden Lebenswandel. Da muss man schon selbst aktiv werden.

Kommentar von cyracus ,

dinska, aber aus Suchtgründen mit zittrigen Händen eine Infusion anlegen, geht doch gar nicht.

Was der Arzt in seiner Freizeit macht, ist seine Sache. Patienten gefährden aber nicht.

Kommentar von dinska ,

Nein, dann muss man das ansprechen oder sich eine anderen Arzt suchen. Auswirkumgen auf den Patienten darf es nicht haben. Es ging aber in der Fage mehr um die Vorbildfunktion.

Antwort
von beamer05, 2

Du hast viele Ärzte gesehen...

OK.

Ich auch ;)

Und, ja, ich kenne auch Chirurgen (stand damals assistierend dabei), die nach der Amputation eines Raucherbeines "erst mal eine rauchen" mussten.

Dennoch: Ich hatte bspw. bisher etwa 20 Arbeitskollegen in meinem Fach, und KEINER war oder ist Raucher, EINER war stark übergewichtig (und ist mittlerweile verstorben).

Bezüglich Rauchen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48445/Studie-Aerzte-rauchen-eher-wenig

Und es gibt halt auch da "vernünftige" und "unvernünftige", und dass die Raucherquote mittlerweile doch eher gering ist, zeigt ja auch, dass es da Veränderungen gibt.

Ansonsten:

Den Raucher, dem ich dringend raten muss, auf dieses Zeugs zu verzichten, den interessiert es in der Regel einen feuchten Dreck, ob ich rauche oder nicht (natürlich(!) rauche ich nicht), er wird es trotzdem in den meisten Fällen nicht umsetzen - leider.

Antwort
von mhere, 3

Es kommt doch darauf an, wie ein Arzt mit der Gesundheit seiner Patienten umgeht, nicht mit seiner eigenen. Mir ist es völlig wurscht, ob ein Arzt raucht oder nicht. Das macht ihn doch nicht zu einem schlechteren Arzt. Mit dem Vorleben, bzw. der Vorbildfunktion ist es ja so eine Sache. Ein Pädagoge kann seinen Schülern auch sehr gut etwas beibringen können, bei seinen eigenen Kindern klappt es aber vielleicht nicht so.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Was ich anderen vermittle/ wie ich mit ihnen umgehe und wie ich es persönlich handhabe, sind zwei paar Schuhe.

Ärzte sind genauso Menschen bei denen man ein Laster nicht anders werten sollte, wie bei anderen. Was du da mit diesem Arzt erlebt hast, darf aber natürlich nicht sein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da nur Nikotinentzug im Spiel war.

Kommentar von beamer05 ,

Mir ist es völlig wurscht, ob ein Arzt raucht oder nicht

Mir schon lange nicht mehr (ganz):

Nach einer OP, der ich mich leider mal unterziehen mußte, kam kurz nach meinem Aufwachen aus der Narkose der Operateur an mein Bett. Der stank dermaßen nach Rauch, daß ich -obwohl die Narkose prima vertragen- beinahe Gek.... hätte. DAS brauche ich nicht.

Aus ähnlichem Grund habe ich damals auch unter Zuzahlung des entsprechenden Mehrpreises ein Einzelzimmer gewählt, was angesichts der Qualmerei im Nachbarzimmer (naja "aus dem Fenster") eine SEHR gute Wahl war.

Antwort
von cyracus, 2

Bimbel, schau mal, was ich hier zu dem Thema geschrieben habe:

http://www.gesundheitsfrage.net/frage/rueckenschmerzen-durch-falsche-massage-sch...

.

Dass Ärzte (insbesondere in Kliniken) unter unverantwortlichem Druck stehen, darf kein Argument dafür sein, dass Patienten geschädigt werden oder in Gefahr geraten, geschädigt werden zu können.

In der "Medizin-Politik" gibt es so viel Murks, den sowohl Patienten wie auch Ärzte ausbaden müssen. Und das nur, weil sich unsere gesetzgebenden Politiker allzu gern vor Lobbyisten in den Staub werfen und ihnen die Füße küssen.

Wie hier schon geschrieben, konsumieren die meisten Ärzte keine Suchtprodukte, davon gehe ich auch aus.

Die Ärzte, die sich mit irgendwas vollballern, sollten wissen (und sie wissen es auch), dass Sucht keine echte Flucht aus ihrem Stress ist, sondern ihren Stress vermehrt. Sie haben also durch ihre Sucht vermehrten Stress, lindern ihn kurz durch Zuführung ihres Suchtkrams, kommen in stärkere Sucht = stärkeren Stress ... lindern die Symptome kurzfristig mit ihrem Suchtkram ... usw. Das ist ein elendiger Kreislauf, der immer heftiger wird.

Was würde passieren, wenn ALLE Ärzte sich einig wären, dass sie sich von ihren Klinikchefs nicht mehr ausbeuten lassen? Wenn ALLE niedergelassenen Ärzte nur noch Notprogramm "fahren" würden, bis sie für das entlohnt werden, was sie wirklich tun (zum Beispiel Gespräche mit ihren Patienten führen). Wenn sie sich ALLE einig wären, keine Billigpräparate mehr zu verschreiben, von denen sie wissen, dass sie ihren Patienten schaden (nicht alle schaden, aber davon wird immer wieder berichtet).

Kurzfristig würde auch dies auf Kosten der Patienten gehen. Weil aber damit Geldgeierigen ganz schnell der Profit ausgehen würde, und weil sich die Bürger mit Grausen von den derzeit regierenden Parteien abwenden würden, könnte doch ganz schnell was geschehen.

Hm, hab grad mal ein bißchen von einer besseren Welt geträumt ...

Antwort
von hortensie, 2

Auch Ärzte sind nicht unfehlbar, haben ihre persönlichen Schwächen und Probleme. Darauf sollte man nicht schauen, nur versuchen es selbst besser zu machen. Ärzte im Krankenhaus stehen oft unter Druck, bei den langen Schichten, da sollte man ihnen ihre Schwächen nachsehen, solange die Patienten nicht darunter leiden.

Antwort
von pferdezahn, 2

Ja, die Sucht ist staerker als die Verantwortung, und die Aerzte sind auch nur Menschen, wie unser Gast schon ganz richtig bemerkte. Allerdings vorbildlich ist dies natuerlich nicht. Aber wiederum kann man von einen Raucher nicht erwarten, dass er 12, 14 Stunden und mehr, das Rauchen unterlaesst. Es bleibt bestimmt jedem Arzt gnuegnd Zeit, nach getaner Arbeit Mal eine Zigarette zu rauchen. Was meinst Du, wie viele Piloten oder Kapitaene man schon alkoholisiert angetroffen hat? Und die sollten es doch auch besser wissen.

Kommentar von beamer05 ,

Aber wiederum kann man von einen Raucher nicht erwarten, dass er 12, 14 Stunden und mehr,

Doch, genau DAS kann man "erwarten".

Wer eine etwas längere Urlaubsreise per Flugzeug macht, kann/muß das auch (einschl. Personal)

Kommentar von pferdezahn ,

Stimmt nicht ganz. Ich bin schon 11 Stunden und mehr geflogen, habe mich mit dem Personal unterhalten und gesehen, dass sie, wenn sie nicht benoetigt wurden (wenn fast alle Passagiere schliefen) auch Mal 'ne Zigarette geraucht hatten. Mein Gott, was soll's?

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