Wie schafft man es, eine Krankheit nicht das Leben bestimmen zu lassen?
Ich bin nun mehr als 15 Jahre krank. Zu Beginn war alles Recht harmlos, es kamen erste Wucherungen und man hielt alles noch für harmlose Hautveränderungen, die operativ entfernt wurden, es kamen Nebenerscheinungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen. Über die Jahre hinweg wurde alles immer akuter, häufiger und großflächiger, - mittlerweile ist die 28. Operation vorüber, ich kann gar nicht aufzählen, bei wie vielen Ärzten, Kliniken ich war, und wie viele unzählige Behandlungen und Therapien ich mitgemacht habe. Meine Hauttumoren sind bisher alle gutartig gewesen, Gott sei dank, jedoch besteht bei mir ein hohes Risiko, dass dies irgendwann nicht mehr der Fall ist. Wucherungen im Unterbauch sowie auf der Haut und an den Lhymphknoten sind so häufig und hartnäckig, dass mir die Ärzte immer wieder sagen (müssen), dass die Gefahr der Bösartigkeit immer mehr steigt. Abesehen davon ist mein Immunsystem dermaßen geschwächt, dass ich eine sehr hohe Infektanfälligkeit habe. Aus all diesen Gründen habe ich nun meinen Beruf aufgeben müssen und werde ab Oktober eine Umschulung beginnen.
..ich habe die letzten 10 Jahre viele Psychotherapien gemacht, war auch 5 Monate stationär in einer psychosomatischen Klinik um die Krankheit zu verarbeiten, um zu lernen mit ihr zu leben, um sie zu verstehen. Aber ich habe das Gefühl, dass es mich immer für eine Zeit lang stärkt, und dann kommt wieder ein Punkt wo ich meine, es habe gar nichts gebracht und alles holt mich wieder ein. Ich versuche wirklich, mein Leben auf die Reihe zu bekommen, ich will nicht zu lassen, dass die Krankheit alles lenkt und bestimmt, aber es ist so schwer. Denn die Symptome und die Merkmale dieser Krankheit sind einfach immer da. Und ich möchte weder Jammern, noch selbstmitleidig werden. Doch beispielsweise habe ich oftmals auch Phasen, in denen mich die große Angst, Sorge überkommt, wo ich tief traurig bin, weil ich einfach Angst habe, Druck, und auch Wut und Verzweiflung, weil es eine so große Last ist und mir oft meine Lebensqualität nimmt. Dabei bin ich ein so glücklicher Mensch, mit viel Lebensfreude, die ihr Leben liebt, die Menschen darin. Habe eine tolle Familie, tolle Freunde und seit bald 7 Jahren einen Lebensgefährten der mich bedinungslos liebt und unterstützt. Doch irgendwie schaffe ich es nicht, Herr darüber zu werden, einfach mal sorgenfrei und unbeschwert zu sein. ...wie schaffte ich es nur? Ich danke für eure Antworten. MrsB.
-
15 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Liebe MrsBrightside, Du willst Unmögliches und verzweifelst daran. Wie willst Du das denn machen, "einfach mal" sorgenfrei und unbeschwert zu sein? Du hast Sorgen, und wer in Deinem gesundheitlichen Zustand ist und "unbeschwert" durch die Gegend tänzelt, der hat den Bezug zur Realität längst verloren.
Bevor ich Dir antwortete, habe ich mir Deine bisherigen Fragen durchgelesen und meine, ein Feeling dafür bekommen zu haben, was Du für ein Mensch bist.
Ich sehe eine junge Frau (24?), neugierig aufs Leben, ausgebremst und deprimiert durch diese immer wiederkehrenden Hauttumore mit allem, was dranhängt. Trotzdem musst Du ein besonderer Mensch sein - würden sonst Familie, Freunde und vor allem Dein Lebensgefährte Dir so treu verbunden sein?
Du hast etwas sehr wichtiges, und das ist auch das Potential, aus dem Du schöpfen solltest: Du liebst das Leben, "trotz allem", und Du lebst gern. Das merken die Menschen um Dich herum und versuchen, Dich dabei zu unterstützen und zu stärken.
Ich kann Dich nur ermutigen, bei dieser Einstellung zu bleiben, Dich nicht unterkriegen zu lassen, unbeirrt Dein Ziel (Gesundung) im Auge zu behalten und dabei auch immer wieder die Hilfe von Freunden und Familie anzunehmen. Sie tun es gern, denn Du bist ganz offensichtlich kein Jammerlappen, und sie lieben Dich. Wärest Du denn nicht umgekehrt in ähnlicher Weise für Deinen Lebensgefährten/Freunde/Familie da?
Du hast mit fachlicher Hilfe nun lange genug versucht, die Krankheit zu "verstehen". Aber vielleicht gibt es da gar nichts zu verstehen? Vielleicht ist Deine Krankheit einfach nur, was sie ist: rätselhaft, unverständlich, deprimierend, lähmend... und Du musst sie nicht verstehen, sondern "einfach nur" akzeptieren und in Dein Leben integrieren, so lange sie Dich behelligt.
Du hast jedes Recht der Welt, Dich so manches Mal mutlos und verzagt zu fühlen. Lass es zu und lass es raus - vorübergehend. Und dann horch in Dich rein... ich wette, Deine innere Stimme sagt Dir "das kanns noch nicht gewesen sein, halt durch und kämpfe weiter". Deine positive Grundeinstellung zum Leben wird Dir dabei helfen!
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.
-
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Die richtige Einstellung hast Du! Das zeigt unter anderen, daß Du im Oktober eine Umschulung beginnen willst - meinen Glückwunsch dazu.
Bis dahin lenke Dich ab, suche Dir ein schönes Hobby. Phasen, daß Dir manchmal alles ein bißchen sinnlos vorkommt sind normal. Mir hat im Kampf gegen diese negativen Gedanken autogenes Trainig und Autosugestion sehr geholfen. Dafür gibt es CD´s, die man sich am besten vor dem Einschlafen anhört. Positive Gedanken sind wichtig.
Du schaffst es, erst recht wenn Dich Deine Familie unterstützt!
Alles Gute für Dich.
Kommentar von MrsBrightside88 18.05.2012danke!
-
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Dein Immunsystem kannst du mit Orthomolekulare - Vitalstofftherapie (Vitamine, Spurenelemente, Mineralien) wieder auf Vordermann bringen. Dein Körper hat viel mitgemacht und die Krankheit zerrt an deinen Ressourcen (Infektionsanfälligkeit steigt). Die genaue Blutanalyse zeigt die Mängel in deinem Blut auf und durch entsprechende Nahrungsergänzung kannst du diese wieder aufbauen! Alles Gute!
Kommentar von MrsBrightside88 25.05.2012danke!
Kommentar von malonymalony 26.05.2012Keine Ursache! Ich kann dich gut verstehen! Es ist äusserst unheimlich wenn man nicht weiss was als nächstes kommt... Eine Tatsache ist jedoch, dass das niemand weiss... Aber wenn man immer wieder so was erlebt, dann macht man sich Sorgen und ich denke, dass dies jedem so geht. Natürlich will man etwas dagegen tun, aber ein einfaches Rezept gibt es nicht und das macht es so schwierig... Was gutes tun kannst du dir jedoch indem du viele Früchte und Gemüse in allen Farben isst oder trinkst (in einen Mixer schmeissen), besonders Brokkoli (Kiloweise;-)) helfen gegen Freie Radikale im Blut. Auch schwarzer Kaffee soll gut sein ;-) Als Nahrungsergänzung kannst du Q10 einnehmen (keine Billigprodukte). Auch Omega 3 ist oft etwas, wo wir zu wenig im Blut haben... Aber am Besten ist wirklich ein genaues Blutbild und so weisst du, was wo deine Mängel sind!
-
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Das tut mir sehr leid!
Wenn Du seit 10 Jahren psychisch therapiert wirst und immer noch keine hilfreiche Methode gefunden hast, möchte ich Dich darauf aufmerksam machen dass dein Krankheitstrauma auch auf die Schilldrüse geschlagen haben könnte, die dann auch depressiv macht, ständiges Grübeln hervorbringt, Magen-Darmbeschwerden, Rückenschmerzen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Libidoverlust, Erkältungsanfälligkeit, berufsunfähig machen kann.
Leider sind mir und meiner Freundin durch die Erkrankung Hashimoto, die eine Hypothyreose macht auch viele Polypen und Tumore gewachsen...bisher immer gutartig. Die Polypen und Schokozysten sind in den verschiedensten Organen zu finden, da die Schilddrüse alle Körperzellen beeinflußt.
Falls die Schilddrüse bei Dir schon Thema ist und Du Thyroxin einnimmst, dann würde eine zu niedrige Dosis die meisten oder sogar ALLE deine Symptome erklären.
Man hätte es nicht besser sagen können, dreimal Daumen hoch!!!
Hallo "alegna796" der gleichen Meinung bin ich auch. Zur Antwort von "evistie" kann man nichts mehr hinzufügen, die ist einfach prima und leider, leider kann man nur 1 x DH geben.
vielen dank für die aufbauenden worte. ich würde alles, was du schreibst (oder ihr) genauso unterschreiben, und sicherlich anderen menschen dasselbe raten. ansich ist alles korrekt, nur das wort "es einfach akzeptieren" fällt mir doch öfters wieder so so schwer, gerade wenn ich träume deshalb aufgeben muss, alternativen suchen und auch meinen eigentlichen vorstellungen verzichten muss. das ist nicht einfach, immer nachzugeben. und nach so vielen therapien und behandlungen die meist nur enttäuschungen mit sich brachten, ist es schwer, noch zu hoffen bzw einen gesunden optimismus zu haben, weil zu viele hoffnungen auf besserung enttäuscht wurden. ich habe angst dass die krankheit aus mir einen menschen macht, der ich nicht sein möchte.
Ich kann nicht anders...mache auch alle meine Daumen hoch! Eine wirklich gute Antwort.