Frage von Sam231099, 103

Wie schaffe ich es mit meinem Tinnitus zu leben und glaubt ihr, dass es irgendwann ein Heilmittel geben wird?

Hallo ich bin 16 Jahre alt und war eigentlich immer eine lebensfrohe, glückliche Person...bis zum Mai letzten Jahres. Eines Abends bin ich mit meinen Freunden auf eine Party gegangen. Die Musik war sehr laut und als ich nach Hause gegangen bin, hatte ich auf dem linken Ohr ein Völlegefühl und hörte ein permanentes tiefes Brummen. Als es nach zwei Tagen nicht weg war bin ich zum HNO. Der hat einen Hörsturz diagnostiziert und mir Cortison-Tabletten verschrieben. Mit diesen Tabletten ist es besser geworden. Ich habe wieder normal gehört. Das Brummen war noch da, aber viel leiser und es hat mich nicht so sehr gestört. Im Sommer war dann eigentlich alles gut. Im Herbst 2015 habe ich aber ungefähr im Oktober wieder angefangen Geräusche zu hören. Jedoch nicht im Ohr sondern im Kopf. Die Geräusche sind mir bis heute geblieben. Ich kann nicht genau beschreiben wie sie sich anhören. Jedoch ist der tiefe Brummton verschwunden...stattdessen höre ich ein hohes Zischen..Ich war nochmal beim HNO habe Cortison bekommen, doch gebessert hat sich nichts. Dann habe ich es auch mit Akupunktur versucht, aber auch das hat nichts geholfen.... Dieser Tinnitus belastet mich sehr, da ich nur noch daran denke, auch wenn ich ihn mit anderen Geräuschen maskieren kann. Und ich habe keine Ahnung wie ich es schaffen soll mein ganzes Leben mit diesen Geräuschen im Kopf zu leben...

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Antwort
von Zweimal, 67

Da gibt es interessante Ansätze:

" Lange Zeit glaubten Wissenschaftler, dass Tinnitus im Innenohr selbst entsteht. Erst als sie Erregungszustände im Gehirn mit modernen bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztherapie (MRT) oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar machen konnten, zeigte sich: Tinnitus ist eine Fehlschaltung im Gehirn, die auf einen meist im
Innenohr entstandenen Schaden der Hörbahn zurückgeht.

Die in der Hirnrinde sitzenden Nervenzellen empfangen elektrische Signale
direkt aus dem Hörnerv. Die Umwandlung des akustischen in ein
elektrisches Signal entsteht in den hochsensiblen Haarzellen des
Innenohrs.

Wenn einige dieser Haarzellen geschädigt werden und ausfallen, etwa nach einem Hörsturz, versuchen ihre Nachbarzellen, den Verlust durch eigene
Überaktivität auszugleichen. Die Nervenzellen in der Hörrinde beginnen,
eigene Signale abzufeuern und verstärken bestimmte Frequenzen trotz
fehlender akustischen Reize von außen.

Diese Entladungen und Spontanaktivitäten lassen das störende Geräusch
entstehen, vergleichbar mit dem brummenden Grundton eines laut
aufgedrehten Verstärkers bei einer Stereoanlage.

Genau diese neuronale Fehlfunktion könnte zum Schlüssel im Kampf gegen das konstante Klingeln im Kopf sein. Weil die Hörzellen angeordnet sind wie
die Töne auf einer Klavier-Tastatur und eigene Frequenzbereiche belegen,
können Fachärzte die Tinnitus-Frequenz relativ genau bestimmen, die
zwischen 400 und 13.000 Hertz liegen kann.

Hörtherapeuten bespielen die Klaviatur der Nerven

Dadurch ist es Hörtherapeuten gelungen, die Klaviatur der Nerven so zu
bespielen, dass der Tinnitus sich legt. Eine Studie zeigt, dass
gefilterte Musik, die keine der Tinnitus-Frequenzen mehr enthält, die
Intensität der Ohrgeräusche durch eine Art Musiktraining um
durchschnittlich 25 Prozent bessern kann – ein wichtiges Stück Erlösung
für Menschen im dauerhaften Schallmartyrium.

Der heraussortierte Teil des Klangteppichs hätte für gewöhnlich die Tinnitus-Nervenzellen angesprochen. Stattdessen wurden nur die Nachbarzellen gereizt und die Tinnitus-Neuronen dadurch gehemmt.

Wird dieses Prinzip der "lateralen Hemmung" oft genug wiederholt, kann das
Pfeifen durch Musik reduziert werden, sagt Pantev. "Wichtig ist, dass
sie die Musik, die sie hören, mögen, also aufmerksam zuhören."

Das und weitere Möglichkeiten unter:

http://www.welt.de/gesundheit/article115636641/Wie-Forscher-den-Tonterror-im-Ohr...

Antwort
von StephanZehnt, 43

Hallo Sam,

es gibt spezielle Tinnituskliniken für Menschen die daran chronisch erkrankt sind. Das heisst man versucht da schon den Tinnitus durch spezielle Therapien zu überdecken.

Ich glaube das nennt man Retraining! Dies sollte man allerdings ausschliesslich in solch einer Tinnitusklinik machne. Selbstversuche wie Du sie machst könnten den Tinnitus u.U. verschlimmern!

Ich weis nicht wie das bei Dir aussieht Schule udgl.. So ein Aufenthalt in einer Klinik dauert etwas.

ndr.de/ratgeber/gesundheit/Therapien-gegen-Tinnitus,tinnitus104.html

Evtl. noch ein allgemeiner Hinweis es gibt nicht wenige Menschen mit Player die die Geräte bis zum Anschlag aufdrehen. Auch dies kann so etwas auslösen. Gar nicht davon zu reden das man die Umwelt (z.B. Verkehr ) nicht mehr wahrnimmt!

Hier kann man sich zu Reha udgl. schlau machen.

http://www.schwerhoerigen-netz.de/main/ratg.asp?inhalt=TINNITUS/400

Gruss Stephan

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