Frage von Sabine33 22.07.2011

Wie lange Strahlt man bei einer Radiojodtherapie?

  • Hilfreichste Antwort von Freyja 22.07.2011
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also meine Schiegermutter war 5 Tage in "Quarantäne".

    Zu den Gründen hier erstmal etwas allgemeines:


    Vor dieser Therapie wird ambulant ein „Radiojodtest“ zur Dosisberechnung durchgeführt. Nach der stationären Aufnahme auf der nuklearmedizinischen Spezialstation schluckt der Patient eine Kapsel mit der berechneten Jod-131-Dosis, und das ist schon die ganze Therapie! Der Patient darf weder die Station verlassen noch Besuch empfangen. Weshalb? Das radioaktive Jod wird von z. B. einem "heißen Knoten" angerafft. Der nicht in den Knoten eindringende Teil des Jod-131 wird über den Urin und gering mit dem Speichel ausgeschieden. Um eine überflüssige Strahlenbelastung der Umwelt durch die Ausscheidungen zu vermeiden, münden die Abflussrohre in eine „Abklinganlage“. In großen Kesseln werden dort die radioaktiven Ausscheidungen so lange verwahrt, bis keine Radioaktivität mehr gemessen werden kann (Halbwertzeit von Jod-131: 8,3 Tage). Schon wegen der Sammlung seiner radioaktiven Ausscheidungen muss der Patient auf der Spezialstation bleiben. Das ist durch die Strahlenschutzgesetzgebung vorgeschrieben.

    Ein zweiter Grund für die stationäre "Isolierung": Durch die Anreicherung der Radioaktivität in seinem Schilddrüsenknoten ist der Patient selbst zur Strahlenquelle geworden. Für Besucher würde er somit zur (überflüssigen) Strahlenbelastung.

    Schon bald beginnt im Schilddrüsenknoten die heilende Wirkung des Radiojod, ohne dass der Patient irgendetwas spürt. Das radioaktive Jodisotop Jod-131 sendet neben Gammastrahlen auch Betastrahlung aus. Diese sind die therapeutisch wirksame Komponente. Bei sehr geringer Reichweite im Gewebe werden fast ausschließlich die krankhaften Zellen des Knotens, die das Jod-131 selektiv anraffen, von ihnen getroffen und vernichtet. Den definitiven Effekt, z.B. das Verschwinden des Knotens, kann der Patient oft erst Monate später bemerken.

    Der Zeitpunkt der Entlassung ist durch die Strahlenschutzgesetzgebung vorgeschrieben: frühestens 48 Stunden nach der Verabreichung des Jod-131 und/oder dem Erreichen einer bestimmten Restaktivität (250 MBq). Sie stellen sich einfach in definiertem Abstand von einer Meßsonde auf, und das Gerät gibt dann die Restaktivität in Ihrem Körper (vor allem in der Schilddrüse) an.

    Nicht medizinische Gründe bestimmen also den Entlassungstermin, sondern die Messung der noch im Körper verbliebenen Radioaktivität, welche von der "effektiven Halbwertzeit" abhängt. Die Wirkung des Radiojod ist neben der Dosis entscheidend von der Verweildauer der Strahlung in der Schilddrüse abhängig. Von sehr individuellen biologischen Einflüssen bestimmt, lässt sich die "Verweildauer" anhand des Radiojodtests vor der Therapie hinreichend genau schätzen.

    http://www.schilddruese-koeln.de/schilddr/therapie_radiojod.htm

  • Antwort von Ithilwen 22.07.2011

    Besteht nicht die Möglichkiet der Operation? Weswegen soll sie die RJT bekommen. Ich frage das, weil die Erfahrungen mit RJT nicht unbedingt gut sind, sie aber gerne den Patienten aufgeschwatzt wird um die Strahlenbunker zu finanzieren. Für Menschen mit Platzangst ist sie sicher auch nicht so geeignet, da sie den Raum für die Zeit nicht verlassen darf und auch keinen besuch empfangen darf.

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