Frage von Sebby,

Wie lange dauert ein Nikotinentzug? Wann hat man keine Lust auf Rauchen mehr?

Ich hab ja vor ungefähr zwei Wochen mit Rauchen aufgehört, und die meiste Zeit geht es mir richtig gut dabei, manchmal juckt es aber doch nich in den Fingern, und ich hab Lust eine zu rauchen. Ich geh auch schon extra nicht weg, da ich denke, dass ansonsten die Versuchung größer ist, wenn ich unter Rauchern bin. Wie lange dauert es denn, bis man nicht mehr so oft Lust auf eine Zigarette hat? Habt ihr da vielleicht Erfahrungen?

Hilfreichste Antwort von cyracus,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du bist gerade in der Phase, in der Dein Körper das Nikotin aus dem Körper schmeißt / abbaut. - Anders als sonst (er baute ja auch sonst ständig Nikotin ab, sonst wärest Du ja ganz schnell tot gewesen), also anders als sonst kriegt er nun nicht den Nikotinnachschub.

Er war also gewöhnt an die Schwankung Nikotinvergiftung - schnell Nikotin abbauen - Schmacht - erneut Nikotinvergiftung - schnell Nikotin abbauen - Schmacht ... usw.

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Sehr gut die Motivation unterstützend dieser Blog-Eintrag mit vielen lesenswerten Kommentaren darunter:

Welche Begleiterscheinungen hat der Nikotinentzug?

http://nichtraucher-zigaretten.de/nikotin/welche-begleiterscheungen-hat-der-niko...

Auch warum Süßigkeitshunger verstärkt auftreten kann, und wie man am besten damit umgeht, wird hier sehr gut erklärt.

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Das Tückische am Nikotin ist ja, dass sieben Sekunden nach dem ersten Zug das Nikotin die Gehirnschranke überwindet (darf eigentlich gar nicht sein) und manipuliert das sogenannte Belohnungszentrum (medizinisch: nucleus accumbens). - Wenn Du mehr darüber wissen willst, google mit

rauchen nucleus accumbens

Dein Körper schmachtet jetzt also nach der ihm gewohnten Vergiftung, weil er die doch so gewohnt war. - Wir Menschen sind Gewohnheitstiere.

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Wir haben in uns so etwas wie einen Autopiloten, man kann auch sagen „Gewohnheitsviech“. Dieser Autopilot ist sehr wertvoll, denn ohne ihn müssten wir täglich alles neu lernen: essen, sitzen, laufen, Nase putzen - einfach alles. Sobald unser Unterbewusstsein eine erlernte Handlung für lebenserleichternd oder lebenserhaltend befunden hat, wird diese Handlung in den „Autopiloten“ integriert.

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Willst Du nun eine fest integrierte Handlung im Autopiloten ändern, und das Unterbewusstsein sieht keinen zwingenden Überlebensgrund dafür, wird es versuchen, Dich (= Wachbewusstsein) mit aller Kraft daran zu hindern. Denn das Unterbewusstsein ist sich sicher, dass Du MIT dieser Handlung überlebst (schließlich lebst Du ja), und es weiß nicht, ob Du auch mit der neuen Handlung überlebst. (Es will also Dein Leben schützen und weiß nicht, dass es in diesem Fall so Dein Leben erschwert.)

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Das Unterbewusstsein hat den Verstand eines etwa vierjährigen Kindes. Du als erwachsene Person, die erkannt hat, dass Deine alte Handlung Dein Leben erschwert und Dich vielleicht sogar krank macht und überhaupt willst Du jetzt damit aufhören, musst jetzt die Führung übernehmen.

Dazu brauchst Du Geduld und Durchhaltevermögen. - Das Unterbewusstsein ist natürlich nicht faul und versucht mit aller Raffinesse, Dich von Deiner Verhaltensänderung abzubringen (schließlich weiß es ja nicht, ob Du mit Deiner neuen Art zu handeln überlebst). Sei wachsam! Es wird sich vermutlich allerlei Tricks einfallen lassen, um Dich wieder zur alten Gewohnheit zu locken.

Boss über Dein Leben bist aber Du, nicht Dein Autopilot! Der ist nämlich Dein Diener.

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Unser Autopilot reagiert wie ein großer Dampfer auf dem Meer: Will der Kapitän (also Du) den Kurs ändern, muss er (anders als beim Fahren eines Autos) lange das Steuer in die neue Richtung lenken. Hält er das Steuer nur kurze Zeit (wie bei einem Auto) in die neue Richtung, ändert sich sein Kurs nicht.

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Kommentar von cyracus,

Sehr informativ und ein echtes Goldstück ist dieser

http://zigarettenrechner.de/

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Kommentar von cyracus,

Klick hier zum Buch von

Bauer: Die Rauchgiftfalle

http://www.amazon.de/Rauchgiftfalle-heimliche-Angst-Raucher-Nichtrauchen/dp/3833...

die Kundenrezensionen (neben den Sternen) an.

Sehr angenehm ist der Stil, in dem Franz Wilhelm Bauer sein Buch schrieb: absolut ohne erhobenen Zeigefinger, sehr informativ und mit angenehmem Humor.

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Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg!

Kommentar von Sebby,

Danke für die ausführliche Antwort

Kommentar von cyracus,

Dank für's STERNchen ♥ ♥ ♥ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♫ ♪ ♪ ♫ :-))

Video: Vom selben Stern

http://www.youtube.com/watch?v=no-6x6eO6CQ

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Antwort von anonymous,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hey ich rauche jetzt eine Woche nicht und bin der Meinung das mit dem Willen geht schon aufzuhören aber auf Dauer sehr anstrengend! Immer wider an die zig zu denken als ob etwas fehlt! Ich empfehle das Buch endlich nicht Raucher ! Er bringt es auf den Punkt ! Ich bin so glücklich aufgehört zu haben und es ist sehr leicht!!!! Mit dieser Methode

Antwort von polar66,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo Sebby, auch ich habe vor ca. 10 Monaten aufgehört zu rauchen. Habe davor etwa 30 Jahre konsumiert. Ich denke, dass es total unterschiedlich ist, wie jemand die Zeit "danach" empfindet. Ich habe nur ganz selten über Zigs nachgedacht und das auch nur in den ersten Wochen. Ist echt ne' Kopfsache! Wenn es deine Entscheidung war mit dem Rauchen aufzuhören und nicht die deines Arztes, Partners...usw., dann mußt du dir nicht soviele Gedanken machen. In Sachen Gewicht solltest du halt darauf achten, nicht so viel Süßes zu essen. Das ist aber ein grundsätzliches Thema! Habe von einigen Exrauchern gehört, dass sie zugenommen haben. Ich selber teile diese Erfahrung nicht. Such dir eine neue Beschäftigung, damit du deine neue "freie" Zeit gut ausfüllst und nicht über das Rauchen nachdenkst. Sport ist wirklich ideal. Gutes Durchhaltevermögen wünscht dir polar66

Kommentar von Sebby,

Danke dir. Ums Gewicht mach ich mir keine Sorgen, wenn ich ein bisschen zunehm krieg ich das auch wieder mit Sport runter, und ich bin eh eher ein dünner Hecht ;-)

Antwort von MissiMonk,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ich will dir deine Hoffnung nicht kaputt machen, aber du wirst warscheinlich noch gaaaanz lange an Zigaretten denken. Ich rauche schon seit 1 Jahr nicht mehr und denke trotzdem fast täglich daran. Helfen kann man sich nur in dem man sich ablenkt mit viel Sport. Ich würde dir auch raten dich jetzt besonders gut zu Ernähren, weil man nach dem aufhören viel süßes ist ( so war es zumindest bei mir) und ich viel zugenommen habe. Mittlerweile habe ich es wieder runter, aber vorbeugend solltest du da was tun! Viel Glück weiterhin und stark bleiben ;.)

Kommentar von Sebby,

Danke dir. Sowas hab ich fast befürchtet... Naja, da muss ich eben durch

Antwort von anonymous,

nikotin ist ein starkes sucht gift, wenn du noch ständig ans qualmen denkst, bist du latent rück fall gefährdetich abe vor einem jahr zigaretten, feuerzeug und ascher entsorgt und bin seitdem nichtraucher!!

Antwort von anonymous,

Als ich damals mit dem Rauchen aufgehört hatte waren die ersten 3 Wochen die schlimmsten danach muss ich sagen das es in meinen Fall so gewesen ist, dass ich kaum bis gar kein Verlangen mehr hatte. Insgesamt war ich 9 Monate rauchfrei dann ging meine Beziehung in die Brüche und ich Idiot hab wieder angefangen. Das war so vor 4 Jahren gerade läuft mein nächster größerer Versuch und heute ist der 17. Tag rauchfrei. Die meiste Zeit gehts mit der Schmacht nur abends und am Wochenende ist es schlimm. Also was ich eigl. sagen will ist das ich nicht sagen würde das du nach einen Jahr immer noch genauso viel Lust auf eine Zigarette haben wirst wie jetzt nach 2 Wochen. ;) .Kopf hoch und optimistisch bleiben. Wobei das im Detail von Mensch zu Mensch wohl auch unterschiedlich ist...mfg Kai

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