Frage von hanes, 8

Wie können sich Väter langsam an die Vaterrolle gewöhnen?

Ich habe in meinem Bekanntenkreis leider in letzter Zeit häufiger mitbekommen, dass sich Freunde, die vor Kurzem Eltern geworden sind stark streiten oder sogar trennen. Meist liegt es an dem Vater, der die Vaterrolle nicht befriedigend genug ausübt. Wie können sich Väter in ihrer neuen Rolle besser zurechtfinden?

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von markus41, 8

Meiner Meinung nach ist das Ah und Oh, dass sich die werdenden Eltern bereits in der Schwangerschaft intensiv untereinander austauschen und ihre Erwartungen an die Schwangerschaft, die ersten Wochen mit dem Baby, die Erziehung usw. mit dem Partner teilen. So wissen beide Bescheid, wass sich der andere wünscht und kann auf den Partner eingehen. Beide Elternteile werden sich in der Schwangerschaft und vor allem nach der Geburt leicht verändern, weil sie nun viel mehr Verantwortung tragen und sich neu zurecht finden müssen. Da ist es auch wichtig, dass sich die jungen Eltern auch mal einen Babysitter nehmen und gemeinsam Zeit verbringen und wieder zueinander finden.

Antwort
von brotherlouis, 8

Ich habe mal erlebt dass ein Freund sich auch nicht so recht in die Vaterrolle einfügen wollte. Das lag an der veränderten Beziehungsdynamik. Die Mutter hat ihm nicht zugetraut, dass er sich auch mal allein um das Kind kümmern kann und das Kind quasi allein für sich beansprucht. Ich denke BEIDE müssen sich im Vorfeld FÜR ein Kind entscheiden. Wenn das nur von einem ausgeht, ist das eine schlechte Voraussetzung. Und dann muss man noch versuchen ein Paar zu bleiben, damit die Beziehung nicht auf der Stecke bleibt.

Antwort
von bethmannchen, 7

Stichwort Rollenerwartung.

Noch vor etwa 40 Jahren war der Vater eines Kindes die ersten Jahre nur sekundär beteiligt. Vielleicht hat er es mal einen Weile auf den Schoß genommen, ein bisschen mit ihm getütelt, aber sobald es plärrte oder die Hose voll war, war Mama wieder dran. Inzwischen sollen Väter zweite Mamas sein, dabei aber trotzdem noch ein ganzer Kerl bleiben.

Nach der Geburt eines Kindes wird die Beziehung auf eine recht harte Probe gestellt. Der gesamte Alltag wird plötzlich von den Bedürfnissen des Neugeborenen bestimmt. Auch wenn man sich vorher reichlich Gedanken dazu gemacht hat, kommt es erstens anders, als man meistens zweitens dachte.

Bei aller Vaterliebe, kann er das Kind als "Konkurrenten" um die Aufmerksamkeit der Frau empfinden. Dazu kommt der Stress, erst schläft es nicht durch, dann hat es Bauchweh, dann zahnt es... immer "hat es was". Durchwachte Nächte zerren an den Nerven. Sie ist mit dem Kind zuhause, er muss aber morgens trotzdem hoch... Das kann alles zusammen sehr belastend sein.

Es gibt kein Patentrezept, wie eine Beziehung die ersten Jahre mit Kind übersteht. Männer sind auch keine Frauen. Sie haben tatsächlich eine andere Perspektive. Bevor das Kind laufen, wenigstens krabbeln kann, die ersten Worte spricht, kann mancher Vater damit einfach nichts anfangen. Das hat nichts mit Intelligenz, mangelndem Einfühlungsvermögen oder nicht wollen zu tun. Väter sind eben keine Mütter, und werden es auch nie werden, es sei denn, sie verbiegen sich vollständig.

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