Frage von tulpchen, 16

Wie kann man sich ein Anamnesegespräch vorstellen?

Meine Freundin geht bald zu einem Arzt, der sich auf Homöopathie spezialisiert hat. Wie läuft so ein Anamnesegespräch ab? Soll sie dann ein bisschen über sich erzählen und was sie für Probleme hat? Ist es nur ein Kennenlernen oder wird anhand von einer Checkliste der Gesundheitszustand überprüft?

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von rulamann, 7

Die Patientinnen und Patienten schildern ihre Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen - am besten in eigenen Worten und ohne Verwendung von Fachbegriffen und fertigen Diagnosen. Der Arzt notiert diese Angaben und versucht die Erzählung dabei so wenig wie möglich zu unterbrechen. Nur hie und da wird er ein paar gezielte Zusatzfragen stellen. Der Patient soll in den Vordergrund rücken, der Arzt in den Hintergrund. Das Gespräch über die persönliche Krankengeschichte und die aktuellen Beschwerden (Anamnese) ist in der Homöopathie durch die besondere Berücksichtigung individueller Symptome charakterisiert. So kann es etwa bei einer Schmerzsymptomatik von Belang sein, wo der Schmerz beginnt, ob er ausstrahlt und wenn ja, wohin. Weiters ist interessant, welche Qualität der Schmerz hat (brennend, ziehend, drückend etc.), unter welchen Umständen der Schmerz auftritt und unter welchen Umständen er sich bessert oder gar verschwindet. Auch die zugehörigen Uhrzeiten können eine wichtige Ergänzung darstellen. Welche Fragen wird der Arzt/die Ärztin stellen?

Ähnlich wie in der konventionellen Medizin beziehen sich die Fragen neben der Anamnese auf Erkrankungen in der Familie sowie Kinderkrankheiten und zurückliegende Beschwerden bzw. Erkrankungen des Patienten. Darüber hinaus wird eine sogenannte vegetative Anamnese erfragt, bei der unter anderem folgende Punkte besondere Berücksichtigung finden können:

  • Appetit und Verdauung
  • Durstgefühl und Blasenaktivität
  • Schlafverhalten und Träume
  • Nikotinkonsum
  • Allergien
  • Schweißproduktion
  • bevorzugte klimatische Verhältnisse

Auch wird ein möglichst genaues Bild des sozialen Umfeldes sowie der privaten und beruflichen Entwicklungen und Gegebenheiten erhoben. Dabei sollen auch Gemütssymptome des Menschen Beachtung finden. Das Wissen um psychisch belastende Probleme ist in diesem Zusammenhang wichtig, weshalb eine gute Vertrauensbasis mit Arzt oder Ärztin von großem Vorteil ist. Wert wird zudem auf vielleicht unwichtig erscheinende Details gelegt - wie Empfindlichkeiten gegenüber Temperatur, Wind oder Feuchtigkeit. Sehr genau werden auch verschiedene Faktoren, die krankheitsbeeinflussend oder -auslösend sein können, erfragt und untersucht. Dazu können etwa Trauergefühle oder körperliche Anstrengungen zählen.

Nach dem Aufschreiben aller Symptome versucht der Arzt/die Ärztin das passende Arzneimittel zu finden, das bei Einnahme des Präparats durch gesunde Menschen ("Prüfung am Gesunden") imstande ist, für kurze Zeit jene Symptome hervorzurufen, die aktuell bei dem zu behandelnden Patienten vorliegen. Hierzu wird das individuelle Krankheitsbild mit den dokumentierten Arzneimitteln verglichen. Dieser Prozess der Arzneimittelfindung kann einige Zeit in Anspruch nehmen, auch gelingt es nicht immer, das richtige Präparat auf Anhieb zu ermitteln.

Ist jenes Mittel gefunden, das zu den individuellen Beschwerden und Symptomen passt, wird es vom Arzt unter Angabe der zu befolgenden Dosierung verordnet. Auch die Beobachtung allfälliger Reaktionen infolge der Anwendung und die Verlaufskontrolle zählen zu den Aufgabengebieten des Homöopathen bzw. der Homöopathin.

http://www.netdoktor.at/therapie/homoeopathische-behandlung-8608

Kommentar von rulamann ,

Danke für den Stern :-)))

Antwort
von elliellen, 3

Hallo! Bei dem Anamnesegespräch wird der Heilpraktiker deiner Freundin viele Fragen stellen, auch über Vorerkrankungen, sonstigen Beschwerden, frühere OPs, Krankheiten in der Familie u.s.w.

Anhand der Informationen kann er dann besser über die Art der Therapie entscheiden.

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