Frage von JustinM, 95

Wie kann man einem Darmkrebspatienten im Endstadium bestmöglichst helfen?

Hallo zusammen, Mein Opa(60) hat Dickdarmkrebs im Endstadium. Ich habe mich schon sehr gut mit dem Thema befasst und weiß, das die Chance auf Heilung leider nicht ganz so gut stehen. Er bekommt diese woche seine 2. Chemo Behandlung und bisher geht es ihm recht gut, außer das er etwas schlaff ist und nicht viel isst. Meine ganze Familie und Ich versuchen ihn schon bestmöglichst zu unterstützen. Wir besuchen ihn regelmäßig, reden viel, usw. jetzt zu meiner Frage. Ich fühle mich trotz alle dem sehr Hilflos und weiß nicht genau, wie ich ihm RICHTIG helfen kann, deshalb wollte ich mal fragen, ob es hier vll jemandem gibt, der ähnliche Erfahrungen gamacht hat und weiß, wie man am besten helfen kann. Danke, das du dir hierfür zeitgenommen hast.

Antwort
von evistie, 63

Was meinst Du denn mit "RICHTIG helfen"? Medizinisch ist Dein Opa versorgt, und ihr besucht ihn regelmäßig, sprecht viel mit ihm...

Vielleicht hat Dein Opa ja noch einige Wünsche, danach könntest Du bzw. Ihr ihn fragen. Vielleicht möchte er ja - mit Eurer Hilfe -  noch einmal bestimmte Orte aufsuchen, oder Besuch von irgendwem bekommen, den er lange nicht gesehen oder gesprochen hat.

Wie geht denn Dein Opa mit dem Thema "sterben" um? Wenn er sich seiner Situation bewusst ist, möchte er vielleicht noch einige Dinge besprechen und ordnen, weiß aber nicht so recht, wie er es "loswerden" soll, wenn alle um ihn herum das Thema totschweigen.

Ich denke, jeder, der sich in dieser Situation wirklich Zeit für Deinen Opa nimmt, ihm zuhört oder auch mit ihm schweigt, wenn er es möchte, seine etwaigen Wünsche erfüllt, hilft ihm "richtig" genug.

Antwort
von StephanZehnt, 43

Hallo Justin,

die Psyche ist ein wichtiger Bereich unseres Lebens. Man hat einmal Baby allein gelassen nach der Geburt und hat festgestellt das es da schwere Fehlentwicklungen gab.

Auf Deinen Opa gemünzt  jeder Besuch von seiner Verwandtschaft lenkt ihn ein Stück von seinem Problem ein Stück ab. Es gibt sogar Initiativen die bei Krebskranken Kindern / Jugendlichen sagen OK wir erfüllen denen einmal  einen lang gehegten Wusch..

Ich weis nicht wie die Möglichkeiten bei Deinem Opa im Moment noch sind. Ob sein Wusch sein könnte noch einmal ins Grüne was weis ich Tierpark odgl. . Das man nicht nur den Patient sieht sondern auch den Menschen.

Dies machen auch inzwischen einige Kliniken / Ärzte noch möglich . Nun kann ich natürlich nicht wissen was bei Deinem Opa noch möglich ist. Aber das Endstadium ist ja nicht so das man dies feststellt und Morgen ist man tot.

Also nicht ..und Opa hier hast Du Blumen und wie geht es hast Du wieder Schmerzen. Sondern Opa ich habe einmal mit dem Arzt gesprochen er meint ein Ausflug würde Dir gut tun ...

Gruss Stephan

Antwort
von sternchen112, 42

Hallo Justin, Dein Gefühl der Hilflosigkeit in dieser Situation ist ganz normal. Ich finde es toll, dass Ihr Deinen Opa viel besucht und viel mit ihm redet, also einfach für ihn da seid. Ich weiß ja nicht, wo Dein Opa nun seine letzte Zeit verbringen wird, aber ein Hospiz, eine Palliativstation oder eine ambulante Palliativversorgung, wenn er Zuhause ist, sind die besten Lösungen. Empfehlenswerte, kostenlose Infos findet Ihr auch bei der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in Heidelberg (www.biokrebs.de).

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und viel Kraft für diese schwierige Zeit!

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