Frage von Claudia1968 20.11.2012

Wie kann ich meine Esssucht bekämpfen und wie werde ich mein ständiges Hungergefühl los?

  • Antwort von HallowsEve 20.11.2012
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Claudia,

    da kommen mir sehr viele Sachen in den Sinn, zumal ich deine Problematik sehr genau kenne:

    • deine Familie muss Rücksicht auf dich nehmen. Jeder soll seine Süßigkeiten in sein Zimmer nehmen, und in seiner Schublade verstecken. Kläre das nochmal in einem ernsthaften Gespräch, dass dich das sehr belastet und sie dir sonst keine Hilfe sind.

    • kaufe generell immer die kleinsten Packungen von allen Lebensmitteln. Wer viel kauft, isst auch viel. Studien haben gezeigt, dass Menschen auch von kleinen Packungen ausreichend satt werden.

    • stark hungrig machen alle Weizenmehlprodukte (also Brötchen, Brot, Kekse, Kuchen, Torte, Cracker, Pfannenkuchen, Weißbrot, Pizza, Tiefkühlpizza) ersetze das alles durch Vollkornbrote mit leckeren Belägen. Auch das kann schmecken!

    Cola Light und andere Lightgetränke sind ein unbremsbarer Hungrigmacher (wegen dem Asparthamgehalt ). Wenn du das also in regelmäßigen Abständen trinkst, solltest du das ab sofort einschränken.

    Natürlich dehnt sich dein Magen mit der Menge des täglichen Essens, aber auch zur die Inhaltsstoffe des Essens. Viel Zucker macht hungrig, viel Kohlenhydrate, viel minderwertige Fette (Fast-Food).

    Wenn du also mittags sehr viel isst. Dann reduziere das fette Fleisch und auch die Soßen. Die sind ja in der Regel ein großer Appetitmacher. Eine große Portion Gemüse ist ok und ein paar kleine Stückchen Fleisch auch. Schaue, dass der Teller immer zu 3/4 aus Gemüse besteht und der Rest aus ganz kleinen Stücken Fleisch, ein paar Nudeln, ganz wenig Reis, ect. Eine gute Pfanne, so dass man ohne Fett braten und kochen kann, wäre wichtig. Das gesündeste Gemüse nützt nichts, wenn du zum Braten eine halbe Flasche Öl benutzt. Zum Würzen kann man auch mal einen Schluck aromatischen Essig benutzen und statt Sahne und Soßen lieber fettarme Milch oder Kräuter.

    • Du solltest zwischendrin viel trinken: Kräutertee, Früchtetee, Gewürztee, selbstgemachter Eistee (ohne Zucker), lieber mal einen Kaffee mit Milch als Abschluß des Essens, als einen Pudding. Aromatische, spritzige, sinnvolle Getränke können auch sein: ein Glas Wasser mit einem SChluck Essig und etwas Honig.

    • achte persönlich auf fettärmere Produkte:

    statt 40% Quark->0,1% Magerquark

    statt Weichkäse -> Hartkäse

    statt 3,5 Milch -> 1,5 Milch

    statt Sahne oder Schmand beim Kochen -> Schluck Milch

    statt Butter auf Brot -> 0,1% Magerquark

    • kaufe generell lieber jeden Tag frisch in kleinen Mengen, als einmal in der Woche einen Rieseneinkauf. Wer viel Auswahl daheim hat, der isst auch sehr viel verschiedenes.

    • als Alternative zu Süßigkeiten muss immer was zum Knabbern auf dem Tisch stehen: Cocktailtomaten, Trauben, Radieschen, Gurkenscheiben.

    • wenn Süßigkeiten und Knabbereien sein müssen: Kaufe dir 7 kleine Tütchen oder 7 kleine Minischüsselchen und lege da für jeden Tag der Woche eine winzige Nascherei hinein: 2 Bonbons, 2 Kekse, ein Stück Schokolade, 10 einzelne Chips, 5 Gummibärchen. Den Rest packe konsequent weg. Jeden Tag gibts für dich ein solches kleines Tütchen. (Also so eine Art Adventskalender für dich mit täglicher Überraschung.) Das ist absolut ok und macht nicht dick, wenn man massvoll genießt. Teile es dir gut auf!

    • generell kleine Portionen kochen, oder dir einen kleinen Teller nehmen und den Rest deiner Familie aufteilen.

    • nicht zuletzt: dein eigener Wille. Wenn deine Kinder mit Süßigkeiten anrücken sage hin und wieder konsequent "nein, danke". Das wird dich in deinem Vorhaben bestärken.

    Normal essen lernen kann man! Unser Essen hat sehr starke Wirkungen, besonders auf unser Gehirn und unsere Denkweise, so dass wir zu eigenständigem Denken kaum möglich sind. Es ist daher wichtig, zu wissen, welche Lebensmittel man umgehen sollte, die uns krank und abhängig machen.

    Da du sehr angeknackst und traurig erscheinst, würde auch ich dir raten, etwas Geld in einen Ernährungsberater zu investieren, der sich in Ruhe mit dir hinsetzt. Aller Anfang ist schwer, besonders wenn man plötzlich anders essen soll. Aaaber es geht auch ohne OP- Band!

  • Antwort von Shivania 20.11.2012
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Zuerst ist wichtig, dass Sie den Arzt überprüfen lassen ob mit der Schilddrüse wirklich alles stimmt.

    Und dann empfehle ich Ihnen, sich begleiten zu lassen, um dem Hungergefühl auf die Spur zu kommen. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Ursache körperslicher Natur ist. Aber ich vermute vielmehr, dass der Hunger psychischen Ursprungs ist. Wonach hungern Sie? Ist es Liebe? Anerkennung? Körperkontakt? Harmonie? Finden Sie dafür jemanden, dem Sie vertrauen. Das kann ein Psychologe sein, ein Kinesiologe oder irgendjemand, der fähig ist, diesen Zusammenhang herauszuarbeiten.

    Schön wäre natürlich wenn das Umfeld Sie unterstützen könnte. Vielleicht ist da mal eine Stunde bei einem Familien-Therapeuten sinnvoll?

  • Antwort von walesca 20.11.2012
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Claudia1968!

    Schauen Sie bitte mal in diesen Link hinein. Ich kann mir vorstellen, dass dies eine gute Unterstützung in Ihren Abnehm-Versuchen sein könnte.

    http://www.inauris.com/abnehmen?gclid=COnaqpmS3bMCFdHDzAodfgIAtQ

    Außerdem sollten Sie mal Ihre Schilddrüsenwertte kontrollieren lassen. Vielleicht haben Sie ja eine Unterfunktion, die dann medikamentös behoben werden kann. Bei mir hat es nach einer SD-Therapie auch wieder mit dem Abnehmen geklappt. Vorher habe ich auch - ohne die Essgewohnheiten verändert zu haben - ständig zugenommen!! Dann möchte ich Sie noch bitten alle Zwischenmahlzeiten zu meiden!!! Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das nicht so einfach ist, aber es bringt wirklich eine Menge!!! Stellen Sie sich lieber überall ein großes Glas Wasser hin, mit dem Sie bei Schmacht-Attacken Ihren Magen wieder beruhigen können. Außerdem bitten Sie mal Ihre Familie, die gekauften Süßigkeiten außerhalb Ihres Aktionsraumes (in den eigenen Zimmern) zu verstecken, um Sie nicht in Versuchung zu führen! Vermeiden Sie es, Lebensmittel jeder Art offen zu lagern und machen Sie sich an den Kühlschrank ein großes Stopp-Schild!!! Zur weiteren Unterstützung sollten Sie doch noch einmal mit Ihrem Hausarzt über eine psychologische Begleitung sprechen. Wenn er Sie wieder nur anmeckert, sagen Sie ihm ganz energisch, dass seine Kritik wenig hilfreich sei und Sie am wenigsten weiterbringen würde. Er solle Sie doch lieber in Ihren Bemühungen unterstützen!!! Nur Mut, er wird schon nicht beißen!! Geht er dann nicht darauf ein, sollten Sie wirklich den Arzt wechseln!!

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihr Vorhaben! Gruß walesca

  • Antwort von Kire1 20.11.2012
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich verstehe den Leidensdruck, deshalb: es gibt Psychosomatische Kliniken, die sich auf Ess-Störungen spezialisieren, da würde ich mich mal informieren. Einweisung kann der Hausarzt vornehmen.

    Allerdings musst Du für Dich selber Verantwortung übernehmen. Deine Familie kann Dich nicht vor Dir selber schützen, nur Du kannst das tun. Und ohne das werden alle Methoden zum Abnehmen nicht von Dauer sein. Du musst erforschen, warum Du so viel isst. Und das wird sicher hart und schmerzlich. Aber wenn Du wirklich etwas ändern willst, ist das der einzige Weg.

    Viel Mut und Entschlossenheit und Durchhaltevermögen dabei.

  • Antwort von karlson 20.11.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Noch eine kleine Ergänzung zu den bereits guten Antworten (als Alltagshilfe):

    Ingwer kann den Appetit etwas hemmen- bei Hungergefühl eine Tasse warmen Ingwertee trinken

    • Kaugummi gegen Heißhunger Kaugummis können den Appetit auf Süßigkeiten und kleine Naschereien zügeln. Studien haben belegt, dass der frische Geschmack des Kaugummis insbesondere das Hungerempfinden auf Klebrig-Süßes deutlich verringert.
    • Sauerstoff und Bewegung Die Kombination wirkt Wunder. Ein abendlicher Spaziergang, ruhiges Joggen oder Yoga mit Atemübungen helfen zu entspannen, den nächsten Zuckerkick zu vergessen und damit auch den Kalorienverbrauch zu senken.

    Außerdem wird beim Sport das Glückhormon Serotonin ausgeschüttet, das dem Körper ein Wohlgefühl signalisiert. Ärger und Stress, die zusammen oft Heißhunger auslösen, verfliegen sofort.

    • Mit Einkaufszettel in den Supermarkt Nur wer beim Einkauf die Augen aufmacht, erspart sich Dickmacher und Fettiges im Einkaufswaagen. Außerdem helfen eine kleine Mahlzeit vor dem Einkauf und ein Einkaufszettel, um weniger von den Sachen in den Korb zu packen, die man eigentlich gar nicht kaufen will.

    • Das Essverhalten Maxi-Portionen und große Menüs lassen den Magen immer schneller nach noch größeren Portionen verlangen. Wer langsam und in Ruhe von kleinen Tellern isst und niemals im "Vorbeigehen" oder vor dem Fernseher, spürt eher ein Sättigungsgefühl und isst automatisch weniger. Das Essverhalten kann auch mit einem Ernährungstagebuch dokumentiert und kontrolliert werden.

    Siehe: http://www.abnehmen.net/abnehmen/essverhalten/die-5-besten-tricks-gegen-heisshun...

  • Antwort von sibylled 20.11.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also Dein Problem liegt tiefer und somit auch die Ursache. Wichtig ist, keine Magen-OP!!!!!!!!!! Die körperliche Ursache, der Leptinpegel ist total aus dem Ruder. Er kontrolliert das Ess-Sättigungsverhalten. Die Leute haben recht, aber das heisst nicht, das dies weiter so sein muss. Denn nicht der Magen ist dafür verantwortlich, der Leptinpegel ist im Gehirn. Für die Essattacken darf die Familie keine Verantwortung tragen, auch wenn es noch so schön wäre. Ich lese nirgendwo ob Du mal eine Diät gemacht hast, meistens führen Diäten exakt zu diesem Problem, wo Du gerade drin steckst. Du schreibst wegen einer Ernährungsumstellung - das ist genau so falsch wie eine Diät. Wenn weniger gegessen wird, heisst das für den Körper Hungersnot! Wenn dann wieder normal gegessen wird, behält der Körper die Fette zurück, weil er befürchten muss, dass die nächste Hungersnot ansteht. Menschen vergessen immer, dass der Körper der Evolution unterworfen ist. Wichtig, wäre wenn Du dein Problem nicht über den Körper löst, sondern über deine Gedanken, Gefühle, Emotionen. Je stärker Du dich auf das Problem konzentrierst, desto schlimmer wird es. Ein gutes psychologisches Bewusstseins Training wäre die richtige Lösung. Vielleicht magst Du dich ja wieder melden. Sibylle Dapp

  • Antwort von Loisi80 20.11.2012
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Hallo Claudia,

    es ist ja schonmal gut, dass Du selber erkannt hast , dass du was ändern musst. Ich kenne diese Fresssucht (habe ich immer nachts). Stehe so gegen 3 Uhr mrogens auf und esse was. Habe es nur mit eiserner Disziplin geschafft das zu unterlassen. Aber es war echt hart.

    Vielleicht solltest du zu einem Ernährungsberater gehen und Dir Hilfe holen um gesund abzunehmen und vorallem so abzunehmen, dass es kein JOJO Effekt gibt.

    Das mit dem Magen habe ich auch schon gehört, dass wenn man sich ständig (entschuldige den Ausdruck) überfrisst, der Körper viel mehr zugeführt bekommt als er braucht und irgendwann einfach kein Sättigungsgefühl mehr kennt. Man isst und isst und danach geht es einem mies weil man sich fühlt wie vollgefressen der Magen eigentlich ist.

    Dein Arzt sollte nicht mit Dir schimpfen sondern Dich unterstützen. Wie alt sind denn Deine Kinder? Gehe doch mit ihnen an die frische Luft zum spielen oder unternumm was mit ihnen dann kommst auf andere Gedanken und denkst nicht immer ans essen.

    Am besten ist ehrlich du suchst einen Ernährungsberater auf der die gute Tipps geben kann wie es mit dem Abnehmen klappt und du dein Gewicht hälst.

    Viel Glück und Erfolg. Loisi80

  • Antwort von dinska 22.11.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich kann nicht fassen, was ich lese. Leben hat doch auch etwas mit Disziplin zu tun. Du verlangst doch auch von deinen Kindern Disziplin, dass selbe musst du auch von dir verlangen. Notiere alle deine Mankos in Fettschrift und mache ein Bild von dir und hänge es in die Küche an den Kühlschrank. Es muss sich was ändern, denn sonst, entschuldige bitte die harten Worte, frisst du dich zu Tode. Wer kümmert sich dann um deine Kinder, sind die dir völlig egal? Was bist du deinen Kindern für ein Vorbild, wenn du dich nicht beherrschen kannst und deinen Kindern die Süßigkeiten weg isst. Es ist ganz natürlich, dass sich bei solchen Mengen der Magen weitet und man nicht mehr satt wird. Abnehmen findet in erster Linie im Kopf statt. Sage dir, ich will meinen Kindern noch lange die Mutter erhalten. Ich beginne sofort mein Programm. Maß sind immer meine Hände. Ich esse immer nur zwei Hände voll. Früh, mittags und abends, und nur zwei Hände voll sind auf dem Teller, dann ist Schluss. Dazwischen trinke ich, wenn ich Hunger bekomme Wasser pur oder mit einem Schuss Saft. Auch schon vor dem Essen trinke ich einen halben Liter Wasser oder Tee. Dann beginne ich mit einem Bewegungsprogramm. Täglich 10-15 Minuten. Ich nehme gefüllte Wasserflaschen und hebe und senke meine Arme, ich winkle sie an und strecke sie. Ich laufe dreimal durch die Wohnung, am besten mit Gewichtsmanschetten an den Beinen. Wenn ich das gut kann erhöhe ich die Gewichte und die Laufstrecke und gehe 1000 Schritte draußen an der Luft. Ich kaufe mir die CD Progressive Muskelentspannung und mache das täglich abends statt fernsehen.

    Wenn du das alles schaffst, bist du auf einem guten Weg! Reiß dich zusammen, deinen Kindern zuliebe, wenn du es dir zuliebe nicht schaffst!

  • Antwort von muenchner 20.11.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ich kenne das Gefühl mit dem Essen. Bei mir war es im Nachhinein die Langeweile und nicht wissen, wie man die Zeit sinnvoll verbringen kann. Ich bin dann mehr aus dem Haus gegangen. Anfangs nur für einige Minuten, dann immer länger. Schliesslich waren ausgedehnte Spaziergänge ok und ich hatte sogar genügend Kraft für Wanderungen - so bin ich nun unterwegs wie hier http://www.zum-wandern.com/wanderwege.html und geniesse die Natur mit zwei Nebeneffekten: Ich weiss ich was mit meiner Zeit anfange und verbrenne das, was ich sonst so esse.

    Es kostet viel Überwindung, auch auch schon hier geschrieben wurde, aber bei mir geht es jetzt super.

  • Antwort von Gast 15.03.2013

    Liebe Claudia

    Beindruckend was du da über dich schreibst. Direkt aus dem Leben ohne Verschönerung so wie es eben ist. Weisst du was., nur schon, dass du darüber sprichst/schreibst bedeutet, dass du auf dem richtigen Weg bist. Wenn man etwas nicht mehr verschweigt und heimlich macht, ist man bereits einen Schritt weiter. Ich möchte dir Mut machen, nicht aufzugeben und daran zu glauben, dass es Heilung für dich gibt. Du bist wie jeder andere Mensch auf dieser Welt geliebt und von jemandem gewollt. Versuche dein Problem an einem anderen Ort anzupacken- jede Sucht hat ihren Ursprung, hast du ihn vielleicht schon gefunden? Welches Bedürfnis stillst du mit Essen?

    Ich weiss so gut wie du dich fühlst., aber bitte gib nicht auf- es gibt immer einen Weg!!!

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