Frage von Anonym2468, 89

Wie kann ich lernen mein Essverhalten besser zu kontrollieren und auf meinen Körper zu hören anstatt wahllos zu stopfen?

Antwort
von Dunno, 42

Achte darauf, dass du Nahrung zu dir nimmst, die lange satt macht (der Blutzuckerspiegel langsam steigt und sinkt). Z.B. schwarzes statt weißes Brot. Kaue länger (was du bei Körnerbrot eh meist von selbst tust - kannst aber bewusst drauf achten) damit dein Gehirn mit jedem Bissen Zeit hat, "das Signal satt zu empfangen". Vor dem Essen ein-zwei Glas Wasser kann auch dabei helfen, weniger zu essen.

Achte auf die Kohlenhydrate (Ein- und Zweifachzucker- Verbrauch senken).
https://www.ultra-tec.de/blog/kohlenhydrate-einfachzucker-zweifachzucker-mehrfac...

Informiere dich im Internet etwas über Ernährung und was für deinen Körper essentiell ist. Dann wird dir das Thema Ernährung bewusster und du registrierst alles, was du zu dir nimmst.

Der Rest ist wieder Kopfsache, allerdings etwas komplizierter, das mit dem "Appetit". Ein gutes Essen empfindet man als Belohnung und die möchte man sich naturgemäß in seinem menschlichen Luststreben möglichst häufig abholen. Das ist bei Drogen ähnlich wie bei anderem Suchtverhalten (Essen z.B.).

Kläre erstmal ab, wo die Ursachen für die Heißhungerattacken oder das unkontrollierte Stopfen liegen könnten. Es gibt sowohl somatische, wie psychische.

Wie bereits erwähnt, lassen Einfachzucker deinen Blutzuckerspiegel rapide ansteigen und damit auch die Insulinproduktion und kurze Zeit später bist du wieder unterzuckert und das kann zu Heißhunger führen. "Fehler" in der Ernährung erstmal ausschließen.

Wenn die Fressattacken abends auftreten kann es sein, dass du den Tag über zu wenig Kalorien zu dir genommen hast. Also genug und gut über den Tag verteilt zu dir führen.

Ein weiterer Grund für dieses Verhalten könnte die Tatsache sein, dass Zucker den Serotonin- und Fett den Endorphinspiegel ansteigen lässt. Das sind vereinfacht gesagt Hormone, die dich glücklich machen.

Kannst du das Essen mit deinem Verstand nicht mehr kontrollieren, kann man evtl von Suchtverhalten reden. Die einfachste Methode wäre eine Art "Suchtverlagerung" auf Sport. Auch der hat einen Belohnungseffekt und du bist nicht mehr bloß aufs Essen angewiesen für deinen "Kick". Oder andere Sachen, die gut tun: Musik, Filme, Spiele, Meditation, Gespräche, Sex (möglichst ohne Drugs aber mit lautem Rock 'n Roll).


Ohne das jetzt hochpushen zu wollen, aber wenn du sehr darunter leidest, es dich evtl. sogar einschränkt/dir schadet und du es alleine nicht mehr in den Griff bekommst, bedarf es vielleicht professioneller Behandlung, achte bei der Wahl des Behandlers auf folgendes:

Nimm nicht unüberlegt in blindem Vertrauen irgendwelche Medikamente (Anorektika), falls ein Arzt auf die Idee kommen sollte, dir solche zu verordnen. Wenn es zu einem ausgewachsenen Problem wird, sollte man es meiner Meinung nach zuerst mit psychotherapeutischer (nicht zu verwechseln mit psychiatrischer) Behandlung versuchen. Also investigative Gespräche statt Rezept auf gut Glück.

Leider lässt ein erster Termin beim Therapeuten lange auf sich warten, es gibt aber auch Psychologische Ambulanzen, die relativ kurzfristig Termine anbieten.

Will hier zwar keine Horror-Szenarien kreieren, aber bei allem, was mit Psychiatrie zu tun hat, sollten die Alarmglocken angehen, denn diese arbeitet hauptsächlich pharmakotherapeutisch. Am besten fern bleiben!

Wenn du dir die Diagnosehandbücher mal ansiehst, wirst du auch Kriterien finden, die auf dich zutreffen und ein Psychiater könnte auf die Idee kommen, dich zu Diagnostizieren und "entsprechend" zu Medikamentieren. Ich bitte nur um vorsicht, weil die Patienten oft zu naiv oder verzweifelt und die Ärzte leider häufiger zu leichtfertig im Umgang mit Psychopharmaka (z.B. potentiell persönlichkeitsverändernden Antidepressiva) sind. 

Die Zugrundeliegenden Ursachen müssen ergründet und aufgelöst werden, alleinige "Symptomunterdrückung" ist keine Lösung.

Viele Medikamente haben ihre Daseinsberechtigung, sollten aber eher die letzte Lösung bei Schwerstkranken statt Mittel der ersten Wahl sein.

Antwort
von evistie, 47

Ein wenig mehr solltest Du uns schon von Dir erzählen, damit wir Dir einen hilfreichen Rat geben können. Bitte verwende dazu bei Fragestellung das Feld "weitere Details hinzufügen" bzw. geh jetzt auf "bearbeiten". Teile uns beispielsweise mit, wie alt Du bist, Junge oder Mädchen, wie groß, wie viel Du wiegst, ob Du nach Deinen Fressanfällen Dich übergibst, ob Du Stress in der Schule hast, usw.

Hier vorab ein informativer LInk: http://de.wikihow.com/Nach-einem-Fressanfall-richtig-reagieren

Antwort
von FussAmBein, 39

Servus

Ich habe auch immer wieder mal solche Anfälle. Gestern erst wieder. Nicht so, dass ich da so irre viel esse aber ich habe halt das Gefühl es ist zuviel, ich nehme zu davon. Ich wahr schon mal auf einer Kur nur leider, habe ichs wohl auch nicht so ganz geschafft, es ist nicht mehr oft aber ganz weg eben auch noch nicht. Versuche es wenigstens zu reduzieren. Füre erste wäre das doch schon ein Erfolg

LG

Antwort
von Mahut, 35

Du kannst dein Essverhalten so kontrollieren, indem du jeden Bissen den du ißt, aufschreibst.

Antwort
von sportygirl1988, 3

Zum einen solltest du dir Gedanken machen in welchen Situationen du besonders viel isst und dich fragen, ob das aus Langeweile oder aus Frust kommt. Falls das so ist, dann solltest du die Ursachen bekämpfen und darauf achten in solchen Situationen nicht zum Essen zu greifen. 

Ansonsten kannst du eine App runter laden wie Lifesum, da kann man alle Nahrungsmittel erfassen und sieht genau wie viele Kalorien man zu sich genommen hat. Ich bin davon begeistert ;)

Antwort
von Kringo, 17

Einfach auf deinen Körper hören, d.h. wenn du ein Völlegefühl verspürst, solltest du auch aufhören zu essen.

Antwort
von offala, 13

Lade dir doch eine App herunter, mit der du eintragen kannst, was du so zu dir nimmst. Die meisten zeigen dir ja dann auch an wie viele Kohlenhydrate usw. in deiner gesamten Ernährung enthalten sind! 

Antwort
von itchybitchy, 6

Etwas mehr Informationen wären in der Tat hilfreich.

Ein paar allgemeine Tipps kann ich aber dennoch geben. Ich würde zunächst einmal darauf achten WAS du isst. Du solltest Lebensmittel zu dir nehmen, die länger satt machen (v.a. keine einfachen Kohlenhydrate -> Süßigkeiten, Softdrinks... auch nicht zu viel Obst, das ebenfalls Heißhunger machen kann). Informiere dich da einfach ein bisschen, das würde hier zu viel werden an Info.

Ein weiterer wichtiger Punkt wäre das WIE du isst. Versuche feste Mahlzeiten einzuplanen (z.B. Frühstück, Mittagessen, Zwischenmahlzeit falls benötigt, Abendessen) und nicht ständig zwischendurch zu essen. Da gilt es einfach konsequent zu sein. Außerdem solltest du dir Zeit beim essen nehmen. Zum einen wird die Nahrung so bereits besser vorverdaut wenn ausreichend gekaut wird, zum anderen setzt dann das Sättigungsgefühl besser ein.

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