Frage von Zwillingsstern, 35

Wie kann ich einer tiefen Venenthrombose vorbeugen - und woran erkenne ich sie?

Ich habe oberflächliche Krampfadern an den Beinen. Die machen keine Beschwerden, aber ich habe natürlich Angst vor den (gefährlichen) tiefen Thrombosen, falls meine Venen dort auch schwach sind. Meine Mutter hatte bereits eine, glücklicherweise folgenlos.

Ich treibe bereits regelmäßig Sport, was ja grundsätzlich das beste Mittel dagegen ist. Aber ich bin trotzdem ängstlich diesbezüglich und die Symptome, die ich nachgeschlagen habe, sind irgendwie so schwammig. Gibt es da keine sicherer Methode für zuhause, die einen das frühzeitig erkennen lässt? Oder bin ich zu ängstlich in der Hinsicht? Reicht täglicher Sport über ca. 20-30 Minuten aus, um das Risiko zu minimieren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dinska, 29

Thrombose kann man auch ohne Krampfadern bekommen und mit Krampfadern nicht unbedingt eine. Es ist viel wichtiger, dass du dein Blutkreislauf in Schwung hältst und dass sich das Blut nicht verdickt und Klümpchen bildet. Ich hatte zum Beispiel im rechten Arm eine Thrombose mit Gefäßverschluss, ohne da je Krampfadern zu haben. 20- 30 Minuten Sport täglich sind völlig ausreichend. Versuche vor allem die Füße und die Zehen mit zu trainieren, Zehen heben und senken, auf Zehen laufen, Knie heben, das stärkt die Adern und Venen.

Antwort
von polarbaer64, 23

Bin selber vor kurzem nach einer tiefen Beinvenenthrombose und nachfolgender schwerer Lungenembolie dem Tod von der Schippe gesprungen, und kann dein Gefühl verstehen.

Ich hatte seither auch "nichts". Erst als seit dem Sommer eine Krankheit die andere jagte, wurden die Ärzte hellhörig, schickten mich überall zu jeder Untersuchung, und nichts wurde gefunden.

Meine Beinvenenthrombose begann, wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, mit einem Gefühl in der Wade ähnlich einem leichten Wadenkrampf oder einem Muskelkater in der Wade. Da ich zuvor ja anderweitig krank war, habe ich das damit in Verbindung gebracht, dass ich einfach noch kraftlos war. Eines Tages begann mein Bein zu schmerzen beim Laufen, und das jeden Tag mehr. Am dritten Tag hatte ich abends ein Bein so dick wie ein Luftballon. Spätestens da war mit klar, da stimmt was nicht. Am nächsten Morgen gleich zum Arzt - war sofort der Thromboseverdacht da. Wurde umgehend zum Notfalltermin ins Kardiologische Institut geschickt, wo per Ultraschall die Bein- und Beckenvenen abgesucht wurden, und die Thromben gefunden wurden. Danach sofort zum Lungen-MRT (zum Glück), wo eine schwere Lungenembolie mit Thromben in allen Hauptästen festgestellt wurde. Ich wurde sofort auf die Intensivstation verlegt. Wäre ich nicht zum Arzt gegangen, wäre ich heute nicht mehr da (erstickt)... . Mittlerweile muß ich Gerinnungshemmer nehmen, und bei mir wurde leider die heterozygote Faktor-V-Genmutation festgestellt. Ich habe Gerinnungsstörungen, die schon viel früher hätten zuschlagen können, da das erblich ist, und schon bei der Geburt vorhanden. Du solltest das evtl. testen lassen, ob das bei dir auch vorliegt. In dem Fall wird man mit Heparinspritzen versorgt, die man sich selber spritzt, sobald man längere Zeit unbeweglich ist (Flugreisen, lange Autofahrten, Bettlägrigkeit.... , um das Thromboserisiko so klein wie möglich zu halten.

http://www.gzrr.de/assets/files/infomaterial/Die%20Gerinnung/2010_02Faktor%20VAr...

Du machst das ja schonmal sehr gut, da du regelmäßig Sport machst. Eine halbe Stunde pro Tag ist sicher ausreichend, denn es macht ja nicht jeder Sport. Es geht ja um die Bewegung im Allgemeinen. Spazierengehen reicht auch schon. - Was ganz schlecht ist, wenn man den ganzen Tag sitzt und die Beine anwinkelt. Da merke ich schon, dass meine Beine ganz schwer werden.

Ich muß Kompressionsstrümpfe tragen, die das Risiko mindern, eine erneute Thrombose zu bekommen. Erkundige dich mal bei deinem Hausarzt, ob du nicht auch welche verschrieben bekommen kannst. Im Winter ist das ja eh nicht dramatisch, da sieht die ja keiner. Und für den Sommer gibts die auch in poppigen Farben.

Du bist sicher nicht zu ängstlich, denn "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste". Geh lieber beim ersten dummen Gefühl einmal zu oft zum Arzt, wie einmal zu selten.

Ich habe mittlerweile das Gefühl "Todesangst" kennengelernt, und wünsche es keinem. Ich gehe nun auch lieber wegen der Mücke an der Wand zum Arzt. Und da muß mein kein schlechtes Gewissen haben!

Alles Gute für dich!

Antwort
von gerdavh, 26

Hallo, wenn Du täglich Sport treibst und somit ein aktives Leben führst, sehe ich jetzt keinen Grund, warum Du eine Thrombose bekommen solltest. Ich habe auch kleine oberflächliche Krampfadern, das hat aber mit einer Thrombose nichts zu tun. Du kannst, wenn Du magst, zusätzlich Wechselduschen machen (immer an den Fußknöcheln anfangen). Eine Thrombose bekommt man durch Blutgerinnungsstörungen (Gefäßverschluß) , hat also mit Deinen Krampfadern nichts zu tun. Krampfadern sind knotenförmig oder geschlängelt aussehende erweiterte Venen. Mach Dir mal nicht zuviel Sorgen. lg Gerda

Antwort
von kreuzkampus, 21

Ich habe leichte Bedenken, ob ich Dir schreiben soll, weil ich Dich nicht beuruhigen möchte; Ich beschreibe es dennoch.
Meine tiefe Thrombose hat sich angefühlt, wie ein punktueller Muskelschmerz. Nun glaub aber nicht bei jedem Muskelkater, daß Du eine Thrombose hast. Der Schmerz war dann auch wirklich lokal begrenzt und hat nach meiner Erinnerung nur ca. 5-DM-Stück groß ausgestrahlt. Ich meine auch, mich zu erinnern, daß die Haut dort etwas wärmer war. Da es schon Jahre zurückliegt, ist die Erinnerung aber verblaßt. Ich bin damals zu meinem Doc gegangen, und der hat einen Blut-Schnelltest gemacht; den gibt es! Er hat dann für denselben Tag sofort bei einem Angiologen einen Termin für mich gemacht, und der hat die tiefe T. nach recht mühsamer Untersuchung gefunden. Danach gab's ein halbes Jahr lang Macumar, und der Fall war erledigt. Dazu muß ich aber erklären, daß mir das nach einer Knie-OP passiert ist, nach der ich nicht lange genug Heparin-Spritzen bekommen habe. Also "einfach so" habe ich mir die T. nicht eingefangen. Ich hoffe, ich habe Dich mit meiner Beschreibung nicht noch ängstlicher gemacht; aber genau so habe ich es halt erlebt.

Antwort
von GeraldF, 18

Die diagnostische Sicherheit anhand klinischer Zeichen ist max. 50%. Häufig machen TVTs in der gefährlichen Frühphase keine Beschwerden.

Krampfadern gelten als Risikofaktor für die Entstehung einer TVT.

Körperliche Bewegung ist das Einzige, was Sie tun können.

Kommentar von rulamann ,

Tiefe Venenthrombose - TVT

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