Frage von Ela2015, 300

Wie ist Fibromyalgie nachweisbar, wenn nicht an Hand eines Blutbildes?

Ich werde nicht für voll genommen. Die Schmerzen sind real und kommen und gehen. An manchen Tagen komme ich kaum aus dem Bett. Ich habe das Gefühl vom Zug überrollt wurden zu sein. Alles schmerzt furchtbar und erst nach einiger Bewegung wird es etwas besser. Sobald ich liege oder sitze wird jede Fläche unter mir hart wie ein Stein und ich drehe mich ständig herum. Die ersten Schritte kann ich kaum gehen und komme mir vor wie eine Greisin. Das Blutbild ist soweit ok, nur ein Vitaminmangel ist erkennbar. Termin beim Rheumatologen erst Ende März 2016.

Antwort
von evistie, 279

WER nimmt Dich nicht für voll - Dein Hausarzt? Dann wird es Zeit, Dir einen anderen zu suchen. Es ist das mindeste, was man von seinem Arzt erwarten kann: ernst genommen zu werden!

Leider ist das "Fibromyalgie-Syndrom" auch 25 Jahre, nachdem diese Erkrankung durch die WHO anerkannt wurde, immer noch nicht in den Köpfen aller Ärzte angekommen. Ich kann ein Lied davon singen, habe ich doch Fibromyalgie seit mindestens 28 Jahren. 

Das Schwierige am Fibromyalgie-Syndrom ist: es ist eine Ausschlussdiagnose! Soll heißen, es müssen erst alle anderen möglichen Ursachen für Deine Schmerzen ausgeschlossen worden sein. Und das kann dauern. Weiterer Nachteil: über Deine Laborwerte ist Fibromyalgie nicht zu diagnostizieren.

Da das Fibromyalgie-Syndrom nach einigem Hin und Her nun doch wieder dem rheumatischen Formenkreis zugeschrieben wird, ist es richtig, dass Du Dich bei einem Rheumatologen angemeldet hast. Traurig, aber leider wahr sind die längeren Wartezeiten, die diese Fachärzte haben. "Privat" würdest Du vermutlich etwas schneller einen Termin bekommen...

"Zu meiner Zeit" wurde die Diagnose noch über die sog. "Tender Points" gesichert :  http://www.apotheken-umschau.de/Fibromyalgie/Fibromyalgiesyndrom-FMS-Diagnose-12...  Heutzutage erfolgen noch differenziertere Untersuchungen, ehe man sich auf das Fibromyalgie-Syndrom festlegt.

Soviel zur Theorie. Aber wie könnte man Dir bis zu Deinem Termin beim Rheumatologen helfen?

Ideal wäre, Du hättest eine Schmerzambulanz in erreichbarer Nähe (bitte danach googeln). Auch ein speziell in Schmerztherapie ausgebildeter Arzt wäre gut, aber die sind nach meiner Erfahrung ähnlich überlaufen wie die Rheumatologen.

Woher hast Du eigentlich die Verdachtsdiagnose "Fibromyalgie"? Vom Hausarzt? Auch wenn einiges dafür spricht, dass Du das tatsächlich hast, könntest Du doch wegen Deiner "Morgensteifigkeit" und Deiner "Anlaufschmerzen" durchaus auch noch bei einem Orthopäden vorstellig werden (denk dran: Ausschlussdiagnose!). Und auch, wenn sich bei Dir kein orthopädisches Problem ergibt - vielleicht erhältst Du dort Schmerzmittel, die Dir bis März über die Runden helfen.

komme mir vor wie eine Greisin.

Auch wenn Dir gewiss nicht zum Lachen ist, dazu kann ich eine Anekdote aus eigenem Erleben beisteuern. Als ich Anfang 40 war, stand ich wegen meiner Beschwerden (die Deinen sehr ähnelten) vor einem Gutachter und ließ die Bemerkung fallen: "Also... morgens fühle ich mich manchmal wie 80!" Aus Gründen, die jetzt nichts zur Sache tun, bekam ich Akteneinsicht über meinen Anwalt. Und was musste ich lesen? "Die Pat. hat Schwierigkeiten mit ihrem Alter!!" So viel zum Thema Gutachter... :o/

Alles Gute für Dich und hoffentlich baldige Besserung!

Antwort
von kreuzkampus, 202

Hier findest Du alles:

http://www.eesom.com/go/DXJD8C6CRRDK42G79FYTUXD7MIGRT6MP

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