Frage von nurrander, 335

Wie hoch sind die Heilungschancen für einen Alkoholiker?

Ein guter Freund von mir ist leider Alkoholiker. Ich habe mir überlegt ob ich ihn überreden soll sich an die anonymen Alkoholiker zu wenden. Er war schon einmal auf Entzug aber es hat nichts geholfen. Nun habe ich gehört dass die Anonymen Alkoholiker irgendwie mit 12 Schritten arbeiten. Meint ihr das könnte funktionieren? Ich kann seine Sauferei nicht mehr mit ansehen.

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von joefi, 329

Die professionelle Mehrheitsmeinung ist, dass Alkoholismus nicht heilbar ist; die Minderheitsmeinung geht von einer Rückentwicklung der Sucht nach 7 bis 10 Jahre Trockenheit aus.

Die Chancen, dass jmd dauerhaft trocken bleibt (also die Krankheit zum Stillstand kommt) hängen sehr viel von der Behandlung ab:

  • nur Entzug: 5-10 %
  • Entzug und Entwöhnugstherapie (2-4 Monate meist stationäre Behandlung): 40-50 %
  • Selbsthilfegruppen: (AA, Kreuzbund, Blaues Kreuz): Erhöhen auf jeden Fall die Chancen erheblich nochmals

Muss das Dein Freund alles wissen ? Nee, muss er nicht; er muss nur aus freiem Antrieb die nächste Suchtberatungsstelle (Kommune, Landkreis, Caritas, Diakonie, Krankenhäuser mit psychiatrischer Abteilung) aufsuchen; die leiten ihn dann schon.

Antwort
von rulamann, 251

Die Heilungschancen sind hoch wenn dein Freund von sich aus die Initiative ergreift und endlich einsieht, dass er Alkoholkrank ist. Überreden hilft gar nichts wenn er nicht von sich aus selber diesen Schritt unternehmen will. So leid es mir tut, dir das hier schreiben zu müssen, dein Freund muss scheinbar erst ganz unten angekommen sein um endlich die Einsicht zu erlangen. Auch wenn er dann trocken werden sollte so muss er sein Leben lang abstinent bleiben und diese Einsicht hat er vermutlich noch nicht oder kann sich noch nicht damit anfreunden. Es ist egal ob er nun zu den Anonymen Alkoholiker oder zum Blauen Kreuz oder in einen sonstige Selbsthilfegruppe geht, er muss es von sich aus selber wollen ansonsten sind auch deine Versuche ihn überreden zu wollen zweck- und hoffnungslos.

Viele Grüße , rulamann

Antwort
von Mahut, 223

Einen Alkoholiker kann man nicht heilen, er kann aber mit Hilfe der anonymen Alkoholiker versuchen aufzuhören. Er bleibt aber trotzdem sein Leben lang Alkoholiker.

Dahin zu gehen, muss aber von ihm allein kommen, denn sonst bringt es nichts.

Antwort
von Medicus92, 197

Hallo,

er muss es von selbst wollen! Nur dann hat es auch einen Sinn eine Entzugsbehandlung in einer Fachklinik zu beginnen. Die Rückfallquoten sind leider hoch und die Behandlungskosten immens. Leider sieht die WHO den Alkoholismus als Krankheit! Aufgrund der hohen Rückfallquoten und des eigenen Verschuldens der Alkoholiker, für ihren Zustand, halte ich die Behandlung von Suchtkranken (Alkohol, Drogen) für eine Verschwendung von medizinischen Ressourcen.

http://www.anonyme-alkoholiker.de/

Liebe Grüße

Medicus92

Kommentar von Nelly1433 ,

Leider sieht die WHO den Alkoholismus als Krankheit

Wieso leider? Dann müßten auch alle Sportler für ihre zahlreichen, selbstverschuldeten Sportverletzungen die Behandlung selbst zahlen.
Und alle Raucher für die Folgen des Rauchens selbst aufkommen (niemand muss rauchen).
Und alle Menschen mit Herzklabaster und Übergewicht ebenfalls. Sie hätten ja gesünder leben können.
Und die Kosten für Geburten müsste auch jeder selbst übernehmen. Hätten ja enthaltsam leben können.
Und ....

Nein, ich bin weder Alkoholiker noch Junkie noch Raucher. Aber Forschungen haben inzwischen gute Gründe dafür ergeben, Alkoholismus als Krankheit einzustufen.

Kommentar von Sandy46 ,

Deiner Antwort ist zu entnehmen, dass Du wohl keinerlei Erfahrungen mit alkohlkranken Menschen hast. Hoffentlich hast du selbst nicht irgendwann mal eine Krankheit, die aus Gründen der "Verschwendung von medizinischen Ressourcen" einfach nicht behandlungswürdig findet. Aber deine Meinung kannst Du natürlich kund tun. Von daher, alles gut.

Kommentar von Sandy46 ,

Ich meine natürlich die Antwort von Medicus, nicht den Kommentar von Nelly.

Kommentar von joefi ,

Das ist komplett falsch, die Erfolgschancen bei einer professionellen Suchtbehandlung sind mit fast 50% enorm hoch. Davon können andere verhaltensbedingte Volkskrankeneiten (Diabetis, Adipositas, etc) nur träumen

Kommentar von Medicus92 ,

Die Angehörigen verdienen jegliche Unterstützung. Die Angehörigen, meist Kinder, sind meist ein Leben lang traumatisiert. Die Alkoholiker versündigen sich an ihren Angehörigen und dann wollen sie auch noch Mitleid bekommen!

Die Krankenkassen bezahlen diese Therapien und einige krebskranke Patienten müssen um die Kostenübernahme von Off-Label-Use Medikamenten kämpfen und das mit der Begründung, die Medikamente seien unwirtschaftlich. Abhängige sind unwirtschaftlich und nicht ein lebensrettendes Medikament für eine Krebsbehandlung, nur weil die Zulassung für die entsprechende Indikation fehlt.

Selbst Antiallergika (Telfast, Aerius, Xusal) sind für Krankenkassen schon unwirtschaftlich, denn der Patient kann ja die preiswerten und rezeptfreien aus der Apotheke nehmen. Wenn diese aber nicht helfen, darf der Patient die wirksamen Antiallergika aus eigener Tasche bezahlen, und wenn er sich die nicht leisten kann, dann hat er halt Pech!!!!

Der Alkoholiker oder Drogenabhängige bekommt sein Campral bzw. Subutex natürlich bezahlt! Warum denn auch nicht? Er ist ja schließlich ein bedauernswertes armes Geschöpf, mit dem alle Mitleid haben sollten!

Unglaublich!!

Kommentar von joefi ,

Mhmmm , aha, soso .. alles ganz furchtbar, kann ich nicht beurteilen, aber: Thema ? Zurück zu Deiner Anfangskommentar:

"Die Rückfallquoten sind leider hoch", das ist relativ falsch, sagte ich schon

"und des eigenen Verschuldens der Alkoholiker, für ihren Zustand", ach jetzt wirklich, das stört Dich ? Es wird niemand gezwungen auf Brettern von Bergen zu rutschen; über die Straße zu gehen oder in einem Chemiebetrieb zu arbeiten. Bei Krankheiten von Schuld zu reden, ist sinnfrei.

"halte ich die Behandlung von Suchtkranken (Alkohol, Drogen) für eine Verschwendung von medizinischen Ressourcen." das ist mal vom ethischen, moralischen und humanen Aspekten abgesehen auch volkswirtschaftlich falsch - gerade bei Suchterkrankungen, die relativ günstig zum Stillstand gebracht werden können. Billiger kommt nur Kranke erschießen; war das Dein Ziel ?

Kommentar von joefi ,

Für nur Engiftung sind 20% eine zu positive Prognose - die wenigsten, die in die Entgiftung gehen, machen danach die Therapie - leider- das geht fast immer schief.

So nach der Entwöhnung: http://aida-selbsthilfe.de/GifsAllgemein/Rueckfallgifs/Statistik2.gif

Kommentar von joefi ,
Antwort
von anjasahlmann, 178

Dann trenne Dich von ihm. Wenn Du mit ihm seit langem befreundet bist hast Du auch ein Suchtthema? Bist Du co-abhängig?

Denen kann man leider gar nicht helfen die müssen so tief unten sein bis sie sich selbst helfen-oder vergehen.

Kommentar von joefi ,

Merkwürdige Vorstellung von Freundschaft ...

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