Frage von bethtimmy, 30

Wie funktioniert eine Darmspiegelung?

Wer hat das schon gemacht und kann mir beschreiben wie eine Darmspiegelung abläuft? Tut das weh oder ist das sehr unangenehm und wie lange dauert das etwa?

Antwort
von Mahut, 30

Ablauf Die Darmspiegelung (Koloskopie) kann ambulant in einer Arztpraxis (beim Internisten o. Gastroenterologen) oder in einer Klinik erfolgen und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Den genauen Ablauf der Untersuchung erklärt Ihnen der Arzt in einem Vorgespräch. Dabei erfahren Sie auch, dass Sie sich vor Beginn der Darmspiegelung ein Beruhigungsmittel verabreichen lassen können, durch das Sie die Untersuchung gar nicht bewusst mitbekommen.

Zusätzlich erhalten Sie vor der Darmspiegelung ein Medikament, das Ihre Darmbewegung (Peristaltik) hemmt, also den Darm entspannt. Bei Bedarf bekommen Sie auch ein Schmerzmittel. Bei der Darmspiegelung sind Schmerzen jedoch selten; die meisten Menschen finden den Ablauf der Koloskopie im Nachhinein entweder gut akzeptabel oder nur etwas unangenehm oder zwar unangenehm, aber ertragbar.

Bevor die Darmspiegelung beginnt, nehmen Sie eine bequeme Links-Seitenlage ein. Dann betrachtet der Arzt zunächst Ihren After von außen und tastet den Enddarm mit dem Finger aus. Anschließend führt er unter Zuhilfenahme eines Gleitgels vorsichtig das Endoskop (bzw. Koloskop) in den After ein: Dies ist ein etwa fingerdickes, schlauchartiges Gerät, in das eine winzige Kamera und eine Lichtquelle eingebaut ist. Unter Sichtkontrolle schiebt der Arzt den Schlauch über den Mastdarm und den gesamten Dickdarm bis in die untersten Dünndarmabschnitte vor. Gelegentlich drückt er eventuell leicht auf den Bauch, um das Vorschieben des Schlauchs zu unterstützen. Sowohl beim Vorschieben als auch beim Zurückziehen des Schlauchs sind die inneren Wände des Darms mit dem Koloskop gut zu sehen; in der Regel betrachtet und beurteilt der Arzt die Darmschleimhaut aber genau, wenn er den Schlauch aus dem Darm zurückzieht. Da das Koloskop zusätzlich mit winzigen Zangen oder Schlingen ausgestattet ist, kann der Arzt – falls notwendig – bei der Darmspiegelung Proben zur feingeweblichen Untersuchung entnehmen (sog. Biopsie) oder Darmpolypen entfernen. Auch in dem Fall bleibt der Ablauf der Koloskopie schmerzlos.

Nach der Darmspiegelung können Sie sofort wieder essen, was Sie möchten. Haben Sie ein Beruhigungsmittel erhalten, damit Sie den Ablauf der Untersuchung nicht bewusst wahrnehmen, dürfen Sie an diesem Tag allerdings nicht mehr Auto fahren oder andere Tätigkeiten ausführen, die eine erhöhte Konzentration und Aufmerksamkeit verlangen (z.B. das Bedienen von Maschinen). Wenn Sie im Anschluss an die Koloskopie Beschwerden wie Fieber, Schmerzen oder Blutungen entwickeln, teilen Sie dies Ihrem Arzt sofort mit. Dies gilt vor allem, wenn der Arzt bei der Darmspiegelung Polypen entfernt hat.

Quelle: http://www.onmeda.de/behandlung/darmspiegelung-ablauf-2902-3.html

Antwort
von gerdavh, 22

Hallo, ich hatte erst vor einem halben Jahr eine hohe Darmspiegelung und kann Dir berichten, dass der Vorgang nicht weh tut. Als erstes bekommst Du von Deiner Arztpraxis ein abführendes Mittel, was Du lt. Anweisung anwenden solltest. Du darfst am Tag vorher keine feste Nahrung mehr zu Dir nehmen, damit der Darm schön sauber ist. Am Tag der Untersuchung bekommst Du eine entsprechende Untersuchungshose an und Du wirst an einen Kontrollmonitor angeschlossen (wegen Pulsfrequenz und Blutdruckkontrolle). Anschl. wird Dir ein Medikament injiziziert und Du wirst fest schlafen. 'Du bekommst von der ganzen Untersuchung überhaupt nichts mit. Anschl. kommst Du in einen Aufwachraum und darfst dann nach Hause. Du solltest allerdings nicht mit dem eigenen Auto kommen, sondern Dich abholen lassen (wegen der Betäubung). Ich hatte anschl. überhaupt keine Beschwerden und bin einfach mit der Straßenbahn nach Hause gefahren. In vielen Arztpraxen kannst du nach der Untersuchung auf den Arzt warten, der Dir dann direkt den Befund mitteilt. Die ganze Angelegenheit dauerte bei mir, incl. Arztgespräch, ca. zwei Stunden. Keine Angst. Grüße Gerda

Antwort
von Fraufrosch, 18

Bei mir lief es anders ab als bei gerdavh.. ich durfte am Tag vor der Darmspiegelung normal essen, ich hatte das Abführmittel mit bekommen und einen Plan was ich essen darf/was nicht und wieviel ich trinken muss!

Am nächsten Tag bekam ich eine Spritze, damit ich etwas beruhigter war und leicht weggestoßen. Ich habe während der Spiegelung nicht geschlafen sondern war wach und habe alles mitbekommen. Weh tat es nicht aber es ist schon leicht unangenehm da dein Darm ja quasi aufgepumpt wird mit Luft, aber es gibt definitiv schlimmere Dinge als das. Ich musste nach der Untersuchung noch für eine halbe-dreiviertelstunde in einen Ruheraum um meinen "Rausch" auszukurrieren. Dann durfte ich wieder gehen.

Kommentar von gerdavh ,

Bezüglich des Abführmittels habe ich mich anscheinend nicht ganz klar ausgedrückt. Ich habe das Abführmittel natürlich einige Tage vor der Untersuchung ausgehändigt bekommen und habe es auch zu Hause (am Vortag) eingenommen. Dass Du während der ganzen Untersuchung wach warst und das alles mitbekommen hast, finde ich jetzt nicht so gut. Vielleicht sollte sich die Fragestellerin vorher genau erkundigen, wie ihr Arzt das handhabt bzw. welche Medikamente vorher injiziert werden. Das scheint von Arzt zu Arzt verschieden abzulaufen. Bei mir z.B. wurden bei der Darmspiegelung gleich zwei kleine Darmpolypen entfernt -das hätte ich im wachen Zustand wahrscheinlich schon als schmerzhaft empfunden.

Kommentar von Fraufrosch ,

Also das mit dem Abführmittel hab ich schon so verstanden wie du es jetzt hier schreibst, dass du es nicht schon mehrere Tage vorher genommen hast war mir klar:-) Nein ich fand es auch nicht soo dolle, aber nach einer richtigen Narkose hatten die mich auch nicht gefragt.. Bei mir hat man Gewebeproben entnommen..ging noch ich war ja nicht ganz bei mir, aber spass macht es natürlich trotzdem nicht. Aber ich glaube bei Darmpolypen ist das nochmal ne andere Nummer, das hätte ich bei Bewusstsein auch nicht mit mir machen lassen..

Ich gebe dir recht, das macht jeder Arzt anders. Das sollte man vorher schon abgesprochen haben, nicht dass man später vor vollendete Tatsachen steht..

Antwort
von anonymous, 17

Hallo, ich kann nur schreiben, eine Darmspiegelung ist ein ganz wichtiges Instrument für die Krebsvorsorge. Das für mich eher unangenehme war eher die Darmreinigung vor der Untersuchung. Auf gut deutsch das Abführmittel. Die Untersuchung an sich war nicht schlimm, ich bekam ein Schlafmittel, so dass ich die Einführung in den Darm nicht mitbekommen habe. Nach 15 Minuten wurde ich wieder wach und konnte mit anschauen, wie mir ein Polyp abgetragen wurde. Es tat überhaupt nicht weh und ich muss sagen es war auch mal interessant für mich zu sehen, wie so etwas funktioniert. Also kein Angst, ist schmerzlos.

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