Frage von Quarkstrudl, 217

Werden psychische Beschwerden in einer Tagesklinik gelindert?

Eine gute Freundin hat leider schlimme Depressionen. Sie geht morgens in eine Tagesklinik und kommt abends wieder nach Hause. Das Personal in der Tagesklinik hat ihr empfohlen, in stationäre Behandlung zu gehen, weil es ihr so schlecht geht. Aber sie will nicht, weil sie sagt, die Patienten, die dort sind, machen ihr nicht Mut sondern ziehen sie nur noch weiter runter, weil die zum Teil selber schon ganz unten sind. Hat sie mit ihrer Meinung recht?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Quarkstrudl,

Schau mal bitte hier:
Psyche Depression

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bethmannchen, 193

Im Grunde genommen muss jeder Mensch seine Depression selbst angehen. Die Ursache bleibt ja die eigene Denke, die eigene Grundeinstellung zur Realität usw.

Jeder Mensch fühlt sich hin und wieder deprimiert, für niemand ist das Leben stets nur Sonnenschein. Ein deprimierter Mensch zieht sich vorübergehend in sich selbst zurück, sieht sich sein Umfeld nicht so genau an, sieht für eine Weile alles grau in grau. Er erträgt die Emotionen anderer, die positiver sind als seine eigenen vorübergehend nicht. Ist Enttäuschung, Trauer... überwunden, geht es ihm wieder gut.

Ein depressiver Mensch dagegen zieht sich permanent so weit zurück, dass er nichts positives mehr erkennt. Für ihn ist gewohnheitsmäßig alles grau in grau. Deshalb kann er sich "Unbeschwertheit" zuletzt gar nicht mehr vorstellen. Und wer keine Farben sieht, kann ja auch keine in sein Leben bringen.

Therapeuten können raten, dabei helfen einen anderen Blickpunkt, eine andere Sichtweise einzunehmen. Medikamente können die Auswirkungen mildern, die Stimmung aufhellen, aber kurieren muss man sich wirklich selbst. Und das kann eine Menge Kopfarbeit erfordern.

Ich persönlich halte gar nichts von wahllos zusammengestellten Selbsthilfegruppen. Eine Gruppe von Nichtschwimmern wird sich ja auch nicht gegenseitig retten, sondern jeder nur auf seine Weise jammern und schreien. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass sie nun sich gegenseitig das Schwimmen beibringen werden.

Will man einen Nichtschwimmer retten, muss man selbst ausgezeichnet schwimmen können, damit man nicht aus Panik von dem anderen ertränkt wird. Genauso ist für einen leicht depressiven der Umgang mit einem schwer depressiven ein "nach unten gezogen werden".

Es kommt wohl darauf an, was für ein Typ sie ist. Für den einen ist eine Selbsthilfegruppe, also der Umgang mit Personen mit vergleichbaren Problemen sinnvoll, und andere dagegen zieht das nur noch weiter runter. Wenn deine Freundin das Gefühl hat, dass sie in der Tagesklinik nur "ihre Depression hätschelt", sie zu der Erkenntnis gelangt, dass "andern geht es noch schlechter" sie nirgendwo hin bringt, ist das nicht das richtige für sie.

Aber sie muss das selbst wissen, da kann ihr niemand raten und so ganz wirklich nicht einmal ein Therapeut.

Antwort
von KrankerSchlumpf, 169

Nun, Depressionen sie mittlerweile so eine Mode-Diagnose die laufend vorschnell aus dem Ärmel geschüttelt wird......

Der Umgang mit Menschen, die mindestens so krank sind, vlt. noch schlimmer, aber immer doch ähnlich, kann einen anderen Menschen natürlich runterziehen, es kann aber auch helfen ( ähnlich der Selbhilfegruppen ). Es gibt zwar glaube ich eine Regelung, dass man, wenn man freiwillig geht, auch wieder jederzeit gehen kann. Ich persönlich traue dem nicht, und hätte da einfach zuviel Angst, dass sie mich gegen meinen Willen dabehalten.

Die wichtigste Frage ist aber, was das Problem ist.

Wenn es z.B. etwas übersehenes organisches ist, oder exogene Depressionen ( die ja von den Ärzten gerne geleugnet werden ) ist jede psychotherapeutische Behandlung ( egal ob Tages oder Staionärklinik ) für die Katz.

Antwort
von bobbys, 153

Hallo,

die Tagesklinik ist eine super Einrichtung ,wenn es darum geht erkrankte Pat .zu stabilisieren. Deine Freundin sollte unbedingt sich in stat. Behandlung begeben. Sie kann auch eine psychosomatische Reha antreten. Es ist ganz wichtig ,das Sie erst mal begreift was mit ihr los ist und auch erlernt wie sie damit umgehen kann und auch eine Medikamentöse Therapie ist wichtig genauso wie Psychotherapie.Dies alles erhält sie stationär. Im stationären Bereich hat man sicherlich auch Pat.denen es noch schlechter geht,aber das ändert nichts an der Tatsache ,das Sie dort besser aufgehoben ist (Therapieerfolg) .Das die Tagesklinik eine Einweisung empfiehlt zeigt doch,das man ihr in der Tagesklinik nicht helfen kann,weil sie einfach nicht stabil genug ist.

LG bobbys

Antwort
von LittleMistery, 139

Das kann sie ja gar nicht so genau wissen.

Sicherlich gint es Patienten, denen es schlimmer geht, das ist aber mehr oder weniger für sie nicht relevant, da sie sich um sich selbst kümmern sollte und sich nicht von anderen Patienten runterziehen lassen sollte.

Antwort
von Hooks, 127

Es kommt ja sehr darauf an, warum Deine Freundin Depressionen hat. Kommt das von einem bestimmten Verhalten (Beschäftigung mit der unsichtbarenWelt) oder eher von falscher Ernährung (Vit.-D-Mangel durch viel Stubenhocken, Vit.-B1-Mangel durch viel Naschen und Mehl oder Nudeln) oder hat sie eher Hormon-Probleme (ab Mitte 40 Wechseljahre in Sicht, Zustand nach Geburt / Kaiserschnitt / Fehlgeburt oder ganz simpel monatliche Depressionen gegen Zyklusende) oder hat sie eine Stresssituation nicht verkraftet?

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