Frage von chili, 28

Werden Kinder und Jugendliche zu früh mit dem Thema Sexualität konfrontiert?

Durch Werbung, Filme und Internet kommen heutzutage ja bereits junge Kinder in Kontakt mit Sexualität und auch Pornografie. Ich frage mich, ob junge Menschen da teilweise überhaupt schon bereit für sind und solche (auch medialen) Einflüsse angemessen verarbeiten können. Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren. Sagt ihr:

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von Mahut, 5
Die frühe Aufklärung schützt auch vor sexuellen Übergriffen (durch Naivität und Unkenntnis)

Ich habe mit meinen Töchtern schon von klein auf an, wenn sie Fragen hatten ihrem Alter entsprechend alles erzählt, es kam auch vor, das sie mich mit meinem Mann erwischt hatten, auch darüber wurde dann in kindgerechten Worten gesprochen. Als sie in die Pubertät kamen, haben sie darauf bestanden, das ich mit ihnen zum Frauenarzt gehe, Die ersten Kondome sollte ich ihnen auch besorgen, da es ihnen noch etwas peinlich war, sie hatten so viel Vertrauen, das sie sogar ihre Freunde und Freundinnen zu mir brachten, damit ich sie aufklären konnte, da die Eltern wohl nicht dazu fähig waren. meine Töchter waren dadurch, weil sie von mir über alles aufgeklärt wurden, nicht besonders gefährdet.

Ich bekomme immer einen zu viel, wenn ich die jungen Leute hier lese, die noch nicht mal wissen wie das mit dem Zyklus funktioniert und wie es mit der Verhütung der Pille geht. Aber Sex müssen sie machen, um uns dann mit ihrer Angst um Schwangerschaften zu nerven. Das ist doch die Aufgabe de Eltern und Lehrer die Kinder aufzuklären.

Antwort
von bethmannchen, 4
Sonstiges…

Das muss man wesentlich differenzierter sehen, darf nicht alles in einen Topf werfen. Die Welt war schon immer genau so, wie sie gerade ist, und heutzutage ist sie eben SO. Auch diese Generation Kinder muss in die jetzt vorhandene Welt, hineinwachsen. Nehmen wir einmal die "naive Brille" ab:

Schauen wir einmal zweihundert Jahre zurück. Abgesehen von sehr reichen Familien, schlief die ganze Kinderschar in einem großen Bett, und sehr oft auch zusammen mit den Eltern. Auch wenn Mama und Papa noch so vorsichtig waren, die Kinder werden mitbekommen haben, wenn es bei denen zur Sache ging.

Was werden die Kinder wohl gedacht haben? Mööönsch, die machen das ja genau so wie Hunde und Katzen, nur anders herum! Das gefällt ihnen wohl auch (Mama sprang schließlich nicht schreiend aus dem Bett). Es war für sie also etwas total normales, alltägliches und nichts erschreckendes, gruseliges, seelisch erschütterndes; es fand einfach statt.

Wie Mama und Papa nackt aussehen, werden sie auch gewusst haben, denn Samstag badeten ja alle nacheinander im selben Zuber. Man konnte sich die später aufkommende Betulichkeit und Prüderie noch gar nicht leisten, weil es kaum möglich war. Damals ging es aber genau so wenig wie heute "kreuz und quer durch die Betten", jeder kannte seine "Rolle" und wusste genau, was sich gehört.

Die Kinder wurden nicht aufgeklärt, Sexualität war einfach kein Gesprächsthema. Aber Kinder waren ja auch damals nicht blöde. Nach und nach wurde ihnen dann immer klarer, was Sache ist, wie die Dinge zusammenhängen etc. Sie wuchsen auch nicht getrennt von den Erwachsenen auf. Sobald sie kräftig genug waren, verrichteten sie die selben Arbeiten und überhörten dabei die Gespräche Erwachsener, auch die derberen. Sie wuchsen in die Welt der Erwachsenen nach und nach hinein.

Der Begriff Kindheit war bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch sehr, sehr vage. Ein Sechsjähriger konnte durchaus in einer Kneipe ein Bier bekommen und wenn ein Vierzehnjähriger zu einer Hure kam, war es eine Sache der Bezahlung. (Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt) In der Spinnstube bekamen die Mädchen schon gesagt, was Sache ist, dass sie mit keinem Jungen allein ins Heu gehen sollen usw.

Nach und nach leben wir nun in größeren Behausungen, man schläft in verschiedenen Zimmern, jeder im eigenen Bett. Man muss es also nicht vor den Kindern treiben, und tut es deshalb auch nicht mehr. Wenn es der Zufall will, wird man doch mal von seinen Kindern dabei überrascht, und dann fühlen sich beide Seiten "peinlich berührt". Baden und Duschen kann nun auch jeder für sich allein... So wurde die normalste Sache der Welt zu einer "Heimlichkeit"

Während der 68-er Jahre kam es dann für kurze Zeit in Mode, seine Kleinen aber auch an allem teilhaben zu lassen, ihnen alles haarklein auseinander zu setzen, aber das verlief sich dann wieder im Sande.

Für einen nicht geschlechtsreifen Menschen, also ein Kind, selbst wenn es komplett aufgeklärt ist, wäre eine sexuelle Annäherung etwas, das es nicht mag und will. Es würde sich dann "unangenehm berührt" fühlen. Es ist eben noch nicht bereit für den eigentlichen Akt. Auch das kleinste Kind hat eine sehr feine Antenne dafür, ob es "normales" Streicheln, Schmusen, Kitzeln... ist, oder ob andere Absichten im Hintergrund sind.

Ein normal veranlagter Erwachsener hat auch eine ganz natürliche Hemmschwelle sich Kindern, insbesondere den eigenen, sexuell zu nähern. Der Instinkt sagt einem, dass es verkehrt, per-vers (verdreht) wäre. Instinktiv gibt es selbst bei Tieren keine "sexuelle Anziehung", wenn die "Verwandtschaft" zu nah, oder der Altersunterschied zu groß ist.

Pornographie ist nichts weiter, als Abbildungen von Menschen in besonderer Pose, in besonderen Aktionen. Sie sind da, und nichts weiter. Bei solchen Abbildungen gibt es auch kaum etwas, das ein Kind daran "verkraften" müsste, oder mit dem es "fertig werden" muss. Wenn es da etwas nicht versteht, wird es schon fragen. So ein paar versaute Bilder werden sicher kein Kind fürs Leben versauen. Als "Aufklärungsmaterial" ist so etwas aber nur ganz bedingt geeignet.

Genau so wie Shakespeares Dramen und Goethes Faust zu schwere Literatur für ein Kind wäre, so sieht es mit pornographischen Darstellungen, Filmen usw. aus. Sie sind noch nicht reif für diese Thematik. Auch Sexuelle Gewalt und sexuellen Missbrauch soll man Kindern nicht unbedingt drastisch und direkt vor Augen führen. Bei Zeiten sollten sie aber schon wissen, dass ihnen nicht jeder Erwachsene unbedingt wohlgesonnen ist.

Unsere Kinder müssen in diese Welt hineinwachsen. Man muss nicht jede Seite 2 aus der Zeitung reißen, weil da ein wenig Haut zu sehen ist. Selbstverständlich lässt man Kinder keine Pornofilme sehen, schon gar keine der Sorte Hardcore. Genau wie Grusel- und Kriegsfilme sogar die aktuelle Kriegsberichtserstattung, ist einfach noch nichts für sie.

Halten wir ihnen bei ihrer Entwicklung aber auch nicht stets Augen und Ohren zu.

Antwort
von StephanZehnt, 3
Die frühe Aufklärung schützt auch vor sexuellen Übergriffen (durch Naivität und Unkenntnis)

Hallo Chili,

ich schätze es ist auch ein Stück Aufklärung so wohl der Schule als auch der Eltern notwendig! Es ist schon seltsam, wenn Kinder Hartcorfilmchen auf ihren Handys haben und auf dem Schulhof....., wo die Eltern nichts davon ahnen ... Ja und die Teenager glauben, dass ist das was man unter Liebe versteht! Ja und dann liest man so etwas nicht ganz so selten!

http://forum.gofeminin.de/forum/f117/__f1622_f117-Schwanger-mit-14-was-mach-ich-... Es gab ....als ich ich hier das erste Mal Va....geschrieben habe!

Es ist ein schwieriges Thema was man in Zeitung , Medien usw. zu oft vor der Nase hat. Wenn man allerdings einmal Teenager fragen würde ja wie ist das denn mit der Schwangerschaft usw. dann gäbe es viele Wissenslücken. Bei Teenagern die schon einen Freund haben.... Nun Aufklärung tut Not vor allem in Zeiten von Aids! In den USA kann man festgenommen werden wenn man als Mutter sein Kind in der Öffentlichkeit stillt. Wenn das Kind gerade 10 J. mit dem Vater zum Schießen geht und selbst mitmacht kein Problem.

Eine Meldung aus den USA Wegen des positiven HIV-Tests einer Darstellerin ist die Po...-Industrie in LosAngeles zum Stillstand gekommen.

Bei den Medien udgl. ein ganz anderes Bild als in der Realität. Gar nicht davon zu reden das Frauen auch da in dem Bereich... zum Schönheitschirurg gehen....

VG Stephan

Antwort
von Motocycler, 3

Sexualität und Pornographie sind zwei Paar Stiefel. Pornographie sollte natürlich verhindert werden, das ist klar. Aber gegen eine gesunde Aufklärung in Sachen Sexualität ist meines Erachtens nichts einzuwenden. Das hat dann auch nichts schmutziges an sich, sondern wirklich nur Information und Wissen.

Antwort
von bobbys, 3
Sonstiges…

Ich persönlich halte davon Garnichts, weil den Jungen Menschen einfach das Gefühl für Sensibilität und das Entdecken am anderen Geschlecht verloren geht. Und wenn ich mir hier die Jungen Fragesteller anschaue, die dann fragen ob sie Schwanger sein könnten und um Hilfe schreien, na das sagt doch wohl alles. Hauptsache mal ausprobieren, was man gesehen hat ,aber in Puncto Verhütung und Infektionskrankheiten Null Wissen. Und daran sind nicht nur die Medien schuld, sondern auch die Eltern und Lehrer. Nicht umsonst steigt die Zahl der Teenie Mütter immer weiter an. Und von den Infektionskrankheiten ganz zu schweigen und damit meine ich nicht nur Aids, sondern alle Geschlechtserkrankungen. Eine Gesunde Aufklärung durch Eltern und auch Selbstverantwortung des Jugendlichen in Puncto Verhütung halte ich nach wie vor für sehr wichtig.

LG Bobbys:)

Kommentar von Mahut ,

Bobby, du schreibst es, die Aufklärung durch die Eltern und der Schule ist glaube ich sehr ungenügend, wir früher als die Aufklärung noch nicht in der Schule war, waren besser Informiert als die Jungen Leute heute.

Seit den 70er Jahren ist doch der Sexual Unterricht in den Schulen eingeführt worden, aber schon bei meinen Töchtern habe ich davon nichts mitbekommen, und wenn dann mal was war, war es nicht genug oder die Eltern haben Protest eingelegt.

Antwort
von elliellen, 3
Sonstiges…

Hallo! Also mal ehrlich, diese Art Aufklärung durch das Internet, niveaulose Filme, zweifelhafte Werbefilme oder gar Pornographie u.s.w. soll zur guten Aufklärung eines Kindes beitragen???

Ganz sicher nicht. Gerade bei solchen sensillen Themen ist es wichtig, dass Kinder pädagogisch wertvoll herangeführt werden und danach Fragen stellen dürfen.

Für kleine Kinder gibt es schöne altersgerechte Bücher, z.B. "das ist mein Körper" und die Schulkinder bekommen in der Schule tolle Aufklärungspakete mit kindgerechten Texten mit. Auch Eltern können sensibel an das Thema heranführen, wenn das Kind es möchte! Kinder stellen die Fragen meistens von selbst.

Antwort
von timsgloeckchen, 3
Die frühe Aufklärung schützt auch vor sexuellen Übergriffen (durch Naivität und Unkenntnis)

Also ich hatte in der 3. Klasse zum ersten Mal Sexualkunde. Ich finde es alles andere als schädlich, wenn Kindern früh dieses Thema nahegebracht wird. Und ernsthaft, nur weil ich mit halbnackten Frauen/Männern in der Werbung aufgewachsen bin, hat Sexualität weder seinen Zauber verloren noch habe ich zu früh damit angefangen. Klar, es gibt immer welche, die mit 12 schon Sex haben wollen, aber die Mehrheit ist das weiß Gott nicht!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community