Frage von namtar, 135

wer muss zahlen

Hallo zusammen, Es geht darum meine Freundin 19 Jahre alt und chronisch krank muss halt öffters ins Krankenhaus und muss dann pro Nacht 10€ bezahlen. Da sie aber Hartz 4 bekommt und noch Familien versichert ist , ist meine Frage wer muss die Rechnung bezahlen? Sie selber, ihre Mutter oder das Jobcenter? Ich bedankte mich schon im voraus für die antworten. MFG

Antwort
von StephanZehnt, 135

Hallo namtar,

in der Regel geht man zur Krankenkasse da gibt es für Geringverdiener spezielle Ausweise für die Befreiung von Zuzahlungen für Medikamente. Wer mehr als zwei Prozent aufwenden muss für Zuzahlungen erhält den Betrag über zwei Prozent zurück, Bei chronisch Kranken gibt es die ein Prozent Grenze sie bekommen den oben genannten Ausweis und sollten das ihren Arzt entsprechend mitteilen die die Rezepte für Medikamente entsprechend ankreuzen!

Bei Patienten mit Hartz 4 oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird jeweils nur der Regelsatz der Regelbedarfsstufe 1 als Bruttoeinkommen für die gesamte Bedarfsgemeinschaft gezählt, d.h.: Der jährliche Zuzahlungsgesamtbetrag beträgt 93,84 €, bei chronisch Kranken 46,92 €.

Genaueres zum Thema : http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Zuzahlungsbefreiung-Krankenversiche...

Es gibt Zuzahlungsbefreite Medikamente - in wie weit man nach den 46,92 € bei chronisch Kranken die Grundsicherung bekommen die Möglichkeit bekommt den Rest des Jahres von allen Zuzahlungen befreit zu werden oder ob man wie gewöhnlich zum Jahresende die Rechnungen einreichen muss und im neuen Jahr den entsprechenden Betrag erstattet bekommt dies müsste man mit seiner GKV klären!

Patienten mit einem geringen Einkommen bekommen bei einer Zahnarztversorgung z.B. Brücken (Zahnersatz ) einen doppelten Zuschuss dazu muss man allerdings selbst bei der GKV nachfragen

VG Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

Hier ist noch einmal eine grobe Zusammenfassung http://www.anwalt.de/rechtstipps/so-klappt-es-mit der-zuzahlungsbefreiung_034873.html

Hier noch eine Ergänzung es gibt sogenannte Belastungsgrenzen wer über diesen Grenzen liegt bei Zuzahlungen bekommt eine Befreiung. Bei Menschen mit H4 / Grundsicherung udgl. gilt oben genannte Regelung.

  • 4.977 Euro für den ersten Angehörigen,
  • 3.318 Euro für jeden weiteren Angehörigen
  • 7.008 Euro für jedes zu berücksichtigende Kind

Beispiel für die Berechnung der Belastungsgrenze Jahresbruttoeinkommen Ehemann: 20.000 Euro Jahresbruttoeinkommen Ehefrau: 15.000 Euro Jahresbruttoeinkommen gesamt: 35.000 Euro

Freibetrag Ehegatte: 4.997 Euro Freibetrag 2 Kinder: 14.016 Euro (pro Kind 7.008 Euro) Freibeträge gesamt: 18.993 Euro

Jahresbruttoeinkommen minus Freibeträge = zu berücksichtigendes Familieneinkommen = 35.000 Euro - 18.993 Euro = 16.007 Euro

Belastungsgrenze 2 Prozent: Hier müssen Zuzahlungen bis zu einem Betrag in Höhe von 320,14 Euro geleistet werden.

Belastungsgrenze 1 Prozent: Chronisch Kranke müssen Zuzahlungen bis zu einem Betrag in Höhe von 160,07 Euro leisten.

Die genannten Beträge z.B. 4977€ ändern sich jedes Jahr

Für Kinder und Jugendlicheverschriebene Medikamente sind Zuzahlungsfrei.

Zuzahlungen gibt es

  • Arznei- und Verbandmittel (§ 31 SGB V): 10% (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro je Medikament bzw. Mittel).
  • Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel (§ 31 SGB V): 100% (Ausnahmen: Kinder unter 12 Jahren und bei best. schweren Erkrankungen bis 18. Lebensjahr).
  • Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung (§ 60 SGB V): 100% (in medizinisch zwingenden Fällen Zuzahlung wie bei stationärer Behandlung).
  • Fahrtkosten zur stationären Behandlung (§ 60 SGB V): 10% (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro pro Fahrt).
  • Heilmittel (z.B. Massagen, Krankengymnastik; § 32 SGB V): 10% zuzüglich 10 Euro je Verordnung.
  • Hilfsmittel (§ 33 SGB V): 10% (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro je Mittel).
  • Sehhilfen (z.B. Brillen, nicht Brillengestelle; § 33 SGB V): 100% (Ausnahme: Kinder bis 18 Jahre sowie schwer Sehbeinträchtigte).
  • Heilpraktiker: 100%
  • Kieferorthopädie (§ 29 SGB V): 20% (gilt nur für Kinder bis 18 Jahren). Für das 2. und jedes weitere Kind: 10%.
  • Krankenhausbehandlung (§ 39 SGB V): 10 Euro täglich für maximal 28 Tage im Jahr.
  • Mütterkuren (§ 41 SGB V): 10 Euro je Kalendertag.
  • Stationäre Vorsorge- und REHA-Maßnahmen, Anschluss-REHA (§ 40 SGB V): 10 Euro je Kalendertag. Anrechnung stationärer Aufenthalt bei Anschlussheilbehandlung.
  • Zahnersatz (§ 5 SGB V): alle die befundbezogenen Festzuschüsse übersteigenden Kosten. Dies entspricht ca. 50% bei Regelversorgung.
Antwort
von gerdavh, 129

Hallo, da muss sich Deine Freundin an das Sozialamt wenden. Es gibt da sogenannte Härtefallklauseln - wenn der monatliche Betrag für den Krankenhausaufenthalt einen gewissen Betrag übersteigt, muss sie das nicht selbst zahlen. Am besten sie fragt mal direkt beim Sozialamt nach, ich könnte mir vorstellen, dass sie dann Nachweise über den monatlichen Zahlungseingang (Hartz 4) und ihre Versichertenkarte mitbringen muss. lg Gerda

P.S. Der Jobcenter gehört zum Arbeitsamt, die haben damit nichts zu tun.

Antwort
von walesca, 87

Hallo namtar!

Ich würde mich mal an die zuständige Krankenkasse wenden, denn für die wird dieser Beitrag eingezogen. Als chronisch Kranke mit so geringem Einkommen ist sie möglicherweise überhaupt nicht zu einer Zuzahlung für Medikamente oder das Krankenhaus verpflichtet. Da gibt es - je nach Einkommen - Belastungsgrenzen. Wie hoch die im Einzelnen sind, kann die KK Euch sagen. Aber sobald dieser Betrag im Jahr überschritten wird, bekommst sie von der KK eine Bescheinigung über eine Zuzahlungsbefreiung für den Rest des Jahres. Dafür muss sie aber die bisher gezahlten Beträge belegen können und bei der KK vorzeigen. Da sie ja von Hartz IV lebt und somit ihre Mutter wohl nicht mehr unterhaltspflichtig ist, wird sie diese geringe Zuzahlung wohl aus eigener Tasche zahlen müssen. Ich glaube kaum, dass diese Kosten das Arbeitsamt übernehmen wird.

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von walesca ,

Sorry, ich habe gerade übersehen, dass sie ja familienversichert ist. Dann muss natürlich der Hauptversicherte diese Zuzahlungskosten übernehmen! Dann wird der Höchstbetrag der Zuzahlungen auch von diesem Familienmitglied berechnet. Aber vielleicht hilft Euch ja auch dieser Tipp in der Familie weiter.https://www.gesundheitsfrage.net/tipp/krankheitskosten-von-der-steuer-absetzen LG

Antwort
von RHWWW, 75

Hallo,

da sie volljährig ist, ist sie für das Krankenhaus bzw. die Krankenkasse selber Ansprechpartner wegen der Zuzahlung.

Wenn mindestens eine Person in der Familie chronisch krank, braucht die gesamt Familie nur 47 Euro an Zuzahlungen zu leisten. Am besten sollten die Eltern zusammen mit ihr zur Krankenkasse gehen und dort alle Zuzahlungsquittungen (auch Arzneimittel, Krankengymnastik, Taxi, Krankenwagen ...) aus 2014 vorlegen. Dann bekommt man ggf. Zuzahlungsbwefreiungskarten für alle Erwachsenen in der Familie (jeweils gültig bis zum 31.12.2014).

Gruß

RHW

Antwort
von hermannheester, 64

Der Lebensunterhalt wird üblicherweise mit HartzIV geregelt. Deswegen ist hier der Patient zuständig. Möglicherweise gibt es Beihilfen wenn es sich um aussergewöhnliche Belastungen des JobCenter Kunden geht (s. dort)

Antwort
von kriki64, 62

Das Jobcenter zahlt hier kein Cent. Hier muss sie sich an die Krankenkasse wenden, wie schon von den anderen USER benannt wurde (Härtefallregelung bzw. Regelung von ggf. chronisch Kranken).

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