Frage von aidu66, 793

Wer hat Erfahrung mit Wirbelsäulenversteifung bei Wirbelgleiten?

Ich bin jetzt 48 Jahre alt und habe von Kindheit an Beschwerden durch ein Wirbelgleiten der L5. Versuche seit 30 Jahren alles, mache täglich Übungen, habe aber inzwischen das Gefühl, nur doch die Symptome (also die Schmerzen) etwas zu reduzieren, aber keine wirkliche Besserung mehr zu erzielen. Vor drei Jahren konnte ich wegen Claudicatio Spinalis-Beschwerden monatelang kaum gehen. Gehe zwar wieder arbeiten, kann aber ansonsten kaum noch am normalen Leben teil haben. Wegen eines starken Hohlkreuzes besteht jetzt die Gefahr, dass der Wirbel weiter abrutscht. Die OP ist inzwischen unumgänglich, macht mir aber auch Angst. Man sagte mir schon, dass die Schmerzen evtl. auch danach nicht weg sind, da die Nerven inzwischen schon zu stark geschädigt sind. Ich würde mich über Erfahrungsberichte (gerne auch positive, von denen man leider weniger hört) sehr freuen. Vielleicht auch Tipps, ob es doch Möglichkeiten gibt, geschädigte Nerven zu kurieren.

Antwort
von StephanZehnt, 793

Hallo A...,

Du schreibst von

  • Wirbelgleiten
  • Claudicatio Spinalis als Claudicatio spinalis bezeichnet man das schmerzbedingte Hinken im Zusammenhang mit einer Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule. Ursächlich ist eine kompressionsbedingte Nervenreizung im Bereich der Cauda equina (http://de.wikipedia.org/wiki/Cauda_equina). Nun die Wirbelsäulenversteifung geschieht wie bei allen Anderen der geschädigte Wirbel wird entfernt es kommt ein Titangitter (Titankörbchen) hinein und aus dem Beckenkamm (obere Beckenteil) werden Knochenspäne entnommen. die dann in das Titangitter eingebracht werden.

Auf diesem Weg wird die Stenose gemildert. Nach der OP bekommt man eine Art "Korsett" für den Bereich. Ja und dann geht es zur Reha. (siehe Rehakliniken.de)

Ich würde für so eine OP lieber etwas weiter fahren und nicht gerade in die Klinik um die Ecke gehen. Es gibt in Nordhessen in baden-Württemberg und in Hamburg z.B. einige gute Kliniken.

Ob bei Dir wegen der chronischen Schmerzen evtl. ein Schmerzschrittmacher oder etwas anderes sinnvoll ist, dass müsste man vor Ort klären. (Schmerzambulanz).

Ich fürchte der Arzt hat absolut recht das es schwierig ist das Thema Schmerzen wieder in den Griff zu bekommen. Denn Schmerzen werden nach ca. einem Jahr chronisch.

VG Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

Hier ist noch etwas zum Thema http://www.orthopaedie-dresden-friedrichstadt.de/wirbelsaeule/Wirbelsaeulespezia...

Ob man das wie bei der Brustwirbelsäule da im Lendenwirbelsäulenbereich auch von der Seite und von der Rückenseite machen kann ? So eine OP dauert lang eca. 8 Stunden!

Kommentar von aidu66 ,

Danke für die ausführliche Antwort. Vielleicht war meine Frage nicht klar. Ich bin auf der Suche nach Erfahrungsberichten von Menschen, die eine ähnliche Schädigung der WS haben und diese operieren ließen. Also, wie es denen damit ging, wie der Heilverlauf und die Schmerzentwicklung war und ob es vielleicht "Überraschungen" gab, auf die man durch das Studium medizinischer Lektüre nicht vorbereitet wurde. Der Link war trotzdem hilfreich zur Vorbereitung auf die Klinikgespräche.

Kommentar von StephanZehnt ,

Ich fürchte es ist sehr sehr schwer Jemand zu finden der sich 30 Jahre mit so etwas abplagt. Wenn Dir aber Jemand so ausführlich schreibt kann es schon sein, dass er / sie sich aus einem bestimmten Grunde doch etwas näher mit der Materie auskennt

Der Heilverlauf ist in der Regel sehr gut. Über das Thema Schmerzentwicklung wurde auch geschrieben. Wie das Thema chronische Schmerzen zu werten ist ob Du ganz urplötzlich nach 30 Jahren schmerzfrei bist? Ich wage es zu bezweifeln. Nun habe ich Dir auch da einen Ausweg genannt, im Normalfall bekommt man bei starken Schmerzen ein Schmerzmittel und zur Not evtl. ein Schmerzpflaster.da solche Pflaster nicht gerade billig sind Auch die eher selten. usw..

Antwort
von wildehexe66, 32

Hallo aidu66 ich hatte 1.9.15 eine OP an der Wirbelsäule ,Spinalkanalstenose L4/5 mit LS Symptomatik und Pseudospondylolisthesis. Paraden im linken Bein und konnte auch keine weiten Stecken mehr bewältigen. Arzt gab mir zu verstehen das ich die OP machen muss,da alle konservativen Therapien ausgeschöpft sind,sonst drohe mir über kurz oder lang der Rollstuhl. Eines Nachts konnte ich nicht mehr aufstehen und es nahm seinen Lauf.......

Op......2 Wochen Klinik.....3 monatigen Liegephase......Reha..... Nachsorge Reha.......unzählige PHYSIOund Wiedereingliederung in die Arbeit. Leider nach ca. 4 Wochen kläglich gescheitert. Zu schlimme Belastung schmerzen. Bis heute bin ich Arbeitsunfähig geschrieben und kämpfe für die Teil erwerbsminderungsrente....

Fazit: Bin nicht im Rollstuhl,kann aber leider nicht mehr voll arbeiten. Doch habe ich etwas mehr Lebensqualität durch die Op gewonnen als zuvor.

Guter Tip für Wirbelsäulenops jeglicher Art......HESSINGKLINIK Augsburg/Göggingen,kann ich zu 100% empfehlen,die wissen was sie tun!!!!

Lg

Antwort
von anonymous, 697

hallo aidu66, ich wurde im märz diesen jahres an der lws operiert, spondylodese L1-L5. ich habe seit ca 25jahren probleme gehabt da ich auch rheuma habe .immer habe ich gesagt das ich mich nicht aufschneiden lasse. heute bin ich froh das ich es habe machen lassen.ich trage noch schön brav das korsett, das dann in nächster zeit abtrainiert wird. durch kg und reha. der antrag läuft noch. ich würde es immer wieder tun.nach der op habe ich noch mal eine schmertherapie gemacht in der gleichen klinik .super. ich habe keine ausfälle mehr und kaum noch rückenschmerzen.hoffe das bleibt so.:)) ich wünsche dir das du für dich schnell eine positive entscheidung triffst und das es dir bald besser geht. ich war nur 5 tage in der klinik. liebe grüsse petra

Kommentar von aidu66 ,

Hallo Petra, es tut gut das zu hören. Ich würde Dich gerne mehr dazu fragen, da Du als Gast hier bist, weiß ich nicht, ob Du meinen Kommentar liest. Ich war überrascht, wie kurz Du in der Klinik warst. Kann man sich denn dann schon gut alleine versorgen? Ich bin alleinerziehend und das macht mir Sorge, wie ich mich danach um uns kümmern kann. Wie lange wird man wohl krank geschrieben? Und was für eine Schmerztherapie war das? Hattest Du auch Ausstrahlungen in die Beine (was mir fast mehr zu schaffen macht, als die eigentlichen Rückenschmerzen) und wurde das auch besser? Kannst Du mir eine Klinik empfehlen? Ich bin jetzt innerlich auch bereit für eine OP, will aber eine Klinik finden, wo ich ein gutes Gefühl habe (gute Kommunikation, wo ich mich umfassend beraten fühle). Leider dauert jetzt alles noch so lange mit aktuellem MRT, Folgetermin in der Klinik usw. Weißt Du zufällig, ob man die Schrauben irgendwann wieder rausbekommt, wenn die Wirbel zusammen gewachsen sind? Viele Fragen, sorry. Wenn Du hier so öffentlich nicht weiter ins Detail gehen willst, kann ich das auch verstehen. Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen weiteren Heilungsverlauf. Viele Grüße, Claudia

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