Frage von hanni78, 7

Welche Vorteile hat eine PKV?

Hey Forum,

Bin schon seit längerer Zeit am überlegen mir eine PKV anzuschaffen, jedoch bin ich mir noch sehr unsicher. Welche Vorteile hat man bei einem Krankenhausaufenthalt oder bei einem normalen Check beim Hausarzt? Mich würde auch mal interessieren bei welchem Anbieter ihr seid und ob ihr damit zufrieden seid. Kenne mich da leider null aus.

Liebe Grüße. :)

Antwort
von Lexi77, 5

Hallo!

Zu den Voraussetzungen, wann man überhaupt erst in eine PKV wechseln kann, haben die anderen hier ja schon ausführlich geschrieben. Deswegen will ich mich mal auf die Leistungen beschränken. Ich bin, dadurch dass ich beamtenrechtlich eingestuft bin, privat versichert. Bei mir ist das auch zum Glück (trotz Risikozuschlägen) nicht wirklich teuer, da ich mich nur zu 30% versichern muss, die restlichen 70% werden durch die Beihilfe abgedeckt.

Du musst aber bedenken, wenn du privat versichert bist, musst du alle Arztrechnungen oder auch Rezpte für Medikamente, Krankengymnastik etc. erstmal selber bezahlen. Es sei denn, du hast eine Versicherung, die schnell ausgleicht. Aber da man ja nicht jede Rechnung einzeln hinschickt, sondern die Rechungen sammelt und ja auch nicht alle Rechnungen gleichzeitig kommen, muss man das ein oder andere mal auch schon mal in Vorleistung gehen. Und in der Apotheke muss man natürlich auch alles erstmal sofort selber bezahlen und kann dann im nachhinein die Rezepte zur Erstattung einreichen. Da kann schon einiges zusammen kommen. Ich habe z.B. zur Zeit ca. alle zwei Wochen Lieferungen der Apotheke im Wert von 2000-3000 €! Bei meiner Apotheke hier vor Ort hatte ich dann schon die Sonderlösung vereinbart, bei Abholung bzw. Lieferung die Hälfte des Betrages zu zahlen und die andere Hälfte bei Erstattung. Da lässt sich aber sicher nicht jeder drauf ein. Jetzt habe ich die Apotheke gewechselt und habe jetzt 4 Wochen Zeit, zu bezahlen, da kann ich erst alles einreichen und muss hoffen, dass die Erstattung schnell gezahlt wird. Da kann man bei einer schwereren Erkrankung auch schon mal schnell in finanzielle Probleme kommen.

Bei einem Krankenhausaufenthalt hat man Anspruch auf ein Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer, je nachdem, wie man sich versichert. Außerdem wird man dann in der Regel vom Chefarzt behandelt. Das muss aber kein Vorteil sein. Ich habe es auch schon erlebt, dass der Oberarzt (der meist deutlich mehr Patientenkontakt hat, als der eher verwaltende Chefarzt) um einiges Kompetenter und vor allem auch einfühlsamer war, als der Chefarzt. Wenn ich da nochmal hin müsste, würde ich sogar auf die Chefarztbehandlung verzichten.

In den meisten Krankenhäusern hat man inzwischen als Privatpatient auch zusätzliche Wahlmöglichkeiten beim Essen, bekommt eine Zeitung etc. Aber das sind meiner Meinung nach eher Nebensächlichkeiten. Ich war auch schon in Krankenhäusern, wo es spezielle Privatstationen gab, mit Parkett-Fußboden, zusätzlichen Servicekräften, die einen quasi rund um die Uhr mit Essen und Trinken versorgen, Handtücher jeden Tag wechseln etc. Wenn da dann aber die Pflege und die medizinische Betreuung nicht stimmt, nützen mir die schönsten Zimmer nichts. Ich habe mich da auch einmal von der Privatstation auf die Normalstation verlegen lassen. Da verzichte ich lieber auf "Privilegien" und werde dafür besser behandelt.

Natürlich kommt es auch oft vor, dass man als Privatpatient bei Ärzten, insbesondere bei Fachärzten, schneller einen Termin bekommt. Das ist aber auch von Arzt zu Arzt unterschiedlich. Bei meinem Orthopäden, Gyn und Hautarzt kenne ich das auch so, da rufe ich an und bekomme spätestens innerhalb einer Woche einen Termin, während andere 1-3 Monate warten müssen. Aber ich kenne auch Ärzte, die da keine Unterscheidung machen. Mein Hausarzt z.B. Aber auch mir ist es schon passiert, dass ich mit einer akuten Erkrankung auf Empfehlung meines Hausarztes beim Kardiologen einen Termin machen wollte. Trotz der akuten Situation, die ich auch am Telefon geschildert hatte, bot man mir einen Termin 7 Monate später an. Bei einem anderen war die Wartezeit 5 Monate. Bei einem dritten Arzt bekam ich einen Termin für den nächsten Tag. Da hat man natürlich als P-Patient den Vorteil, wenn man dann wählen kann. Aber z.B. beim Endokrinologen betrug die Wartezeit auf einen Termin sage und schreibe 10 Monate! Trotz privater Versicherung!

Nachteile hast du als privat versicherter auf jeden Fall bei einer Reha. Während die GKV meist alle Kosten bis auf die Zuzahlung von 10€/Tag (für max. 28 Tage) übernimmt, leisten die privaten Versicherer deutlich schlechter. Hier werden meist nur geringe Tagespauschalen gezahlt. Ich war vor 3 Jahren in einer Reha und für die 4 Wochen Aufenthalt dort musste ich letztendlich ca. 1000 € aus eigener Tasche bezahlen.

Ich bin übrigens bei der HUK und dort sehr zufrieden. Die sind relativ günstig und haben gute Leistungen. Bei mir zahlen die sogar manchmal aus Kulanz, obwohl sie das laut Vertragsbedingungen gar nicht müssten.

Als ich mich neu versichert habe, habe ich natürlich auch verglichen. Da war z.B. die Barmenia ohne Risikozuschläge teurer als die HUK mit Zuschlägen.

Aber es liegt auch immer daran, was man will und welche Tarife man wählt.

Du siehst, man muss bei so einer Entscheidung einiges beachten!

Viele Grüße, Lexi 

Kommentar von Nic129 ,

Du musst aber bedenken, wenn du privat versichert bist, musst du alle Arztrechnungen oder auch Rezpte für Medikamente, Krankengymnastik etc. erstmal selber bezahlen.

Nur als kleiner Hinweis:

Die PVS (und auch andere Anbieter) gibt meistens ein Zahlungsziel von 4 Wochen vor. Normalerweise reicht die Zeit aus, um die Rechnung einzureichen, das Geld zu erhalten und dann zu überweisen. Ich kenne keinen Privatpatienten, der bei größeren Rechnungen (z.B. nach einem MRT oder einem Eingriff) in Vorleistung gegangen ist.

Klar,.. bei Medikamenten o.ä., wo eine Zahlung sofort fällig ist, bleibt einem nichts anderes übrig als in Vorleistung zu gehen.

Abgesehen davon: manche Abrechnungsstellen (und Krankenhäuser) rechnen auch sofort mit der Versicherung ab. Da muss sich der Patient dann erst einmal nicht mehr damit herumschlagen.

Kommentar von Lexi77 ,

Das ist schon richtig, dass die meisten Ärzte oder Abrechnungsstellen ein Zahlungsziel von 4 Wochen haben. Ich habe aber auch einige (u.a. ein Krankenhaus), die wollen ihr Geld schon nach 14 Tagen haben (ohne Verrechnungsstelle). Aber wie ich oben schon schrieb, es kommen ja auch nicht immer alle Rechnungen gleichzeititg. Klar, wenn man nur 1-2x/Quartal zum Hausarzt geht und vielleicht auch mal einen Facharzt aufsucht, dann kommen die Rechnungen meist am Ende des Quartals, dann ist das kein Problem die Rechnungen sofort einzureichen. Wenn man aber öfter beim Arzt ist und bei mehreren verschiedenen (die nicht immer alle nur am Quartalsende abrechnen, sondern manche auch nach jedem Termin oder nach Beendigung der Behandlung), oder auch wenn man im Krankenhaus war, dann kann es vorkommen - so habe ich es nun mehrfach erlebt - dass jede Woche 1-2 Rechnungen kommen, mal jeden Tag eine, dann wieder 2 Wochen keine, die nächste 10 Tage später etc. Da kann man dann ja nicht jede Rechnung einzeln einreichen, da muss man einfach auch mal sammeln. Zumal es zumindest bei mir (zumindest bei der Beihilfe) eine Grenze gibt, da darf man Rechnungen im Gesamtwert von unter 200 € erst gar nicht einreichen, erst wenn der Gesamtbetrag darüber liegt. Und erst wenn der Betrag über 5.000 € liegt, erstattet die Beihilfe schnell (=innerhalb einer Woche), ansonsten dauert die Bearbeitung eines normalen Antrags meist 4-6 Wochen... Auch bei der Versicherung muss man ja immer noch hoffen, dass es zügig klappt (bei mir zum Glück immer nach spätestens 10 Tagen). Ich habe dann zwar meist mit den Ärzten oder Verrechnungsstellen gesprochen, gesagt, dass die Erstattung noch nicht da ist, und habe dann fast immer auch noch einen Aufschub bekommen, aber das muss ja noch längst nicht jeder machen. Und da kann es dann durchaus schonmal passieren, dass man 1-2 Rechnungen auch mal in Vorleistung gehen muss. 

manche Abrechnungsstellen (und Krankenhäuser) rechnen auch sofort mit der Versicherung ab. Da muss sich der Patient dann erst einmal nicht mehr damit herumschlagen.

Das liegt aber auch an der Versicherung, ob die das machen oder nicht, und meist nur dann, wenn man dort zu 100% versichert ist. Bei mir (30%PKV, 70% Beihilfe) machen die das nur bei der Abrechnung eines Krankenhausaufenthalts direkt mit dem Krankenhaus, aber leider nicht bei normalen Arztrechnungen.

Antwort
von dinska, 4

Eine PKV bekommt man nur, wenn man eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten hat oder selbständig bist. Die Vorteile sind solange du in der Einkommensklasse bist, dass dein Arbeitgeber dir die Hälfte dazu gibt und du weniger Kassenbeiträge leisten musst, ein höheres Krankentagegeld bekommst nach der 6. Woche und bei Ärzten bevorzugt behandelt wirst, mit Chefarztbehandlung und Einzelzimmer im Krankenhausfall. Ein weiterer Vorteil ist, dass dir Beiträge zurückerstattet werden, wenn du nichts abrechnest. Der Nachteil ist, dass die Beiträge laufend steigen und wenn du unter der Einkommensgrenze liegst, alles selbst bezahlen musst, also auch im Alter. Ab 55 kannst du nicht mehr in die gesetzliche zurück, das macht sich bei Altersteilzeit sehr unangenehm bemerkbar. Es gibt aber z.B. bei der Signalversicherung Basistarife, wo man dann den gesetzlichen fast gleichgestellt ist und wo sich die Beiträge nicht mehr erhöhen, d.h. die Anpassung fällt weg. Erkundige dich vor diesem Schritt genau nach den Bestimmungen und den Tarifen, wäge alles ab und agiere erst dann.

Antwort
von StephanZehnt, 4

Nun wie schon Nic schrieb es braucht gewisse Vorrausetzungen damit man in einen PKV kommt.

- man sollte möglichst kerngesund sein (wenn man etwas verschweigt oder der Versicherungsagent meint das ist nicht so wichtig kann das extrem teuer werden.

- man sollte möglichst nicht älter als 50 J. werden. Bei Senioren steigen die Tarife sehr heftig an. Wenn man dann nicht mehr zahlen kann kommt kaum wieder zurück in die GKV. .

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Schon jetzt sind knapp 100.000 Privat-Versicherte in den sogenannten Notlagentarif abgerutscht. Sie können oder wollen ihre Beträge nicht mehr zahlen. Nun werden sie nur noch in Notfällen behandelt. Denn seit 2009 dürfen die privaten Krankenkassen säumigen Zahlern nicht mehr kündigen.

Quellehttp://www.deutschlandradiokultur.de/private-krankenversicherung-rundum-sorglos-...:article_id=303664

Kommentar von StephanZehnt ,

Nun Anfang 2013 konnte man dann folgendes lesen 

Für Mitglieder der privaten Krankenversicherungen wird es teurer. Die Beiträge für Neukunden steigen um bis zu 41 Prozent - das zeigen Zahlen von elf großen Gesellschaften, die SPIEGEL ONLINE vorliegen. Auch langjährig Versicherte müssen mit teils drastischen Erhöhungen rechnen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkv-krankenversicherungen-erhoehen-...

Aber so lange man noch zahlen kann bekommt man sofort einen Termin mit Chefarztbehandlung, Einzelbett im Krankenhaus  usw..

Antwort
von reyna, 3

Hallo, also ein PKV "anzuschaffen" geht ja nun nicht immer, wenn du nicht Student, Beamter oder selbständig bist.

Wenn du über der Versicherungspflichtgrenze verdienst, kannst du dich befreien lassen von der gesetzlichen und wechseln.

Dann gibt es unglaublich viele Verträge in verschiedenen Preisklassen, von den verschiedensten Anbietern. Neben den normalen Leistung bekommst du bei einer PKV je nach Tarif auch Kostenerstattung bei Zahnersatz und Sehhilfen. Zudem kannst du je nach Tarif bei einem Krankenhausaufenthalt auf ein Einzelzimmer bestehen, wenn du dafür bezahlst. Also deine Rate hängt es davon ab, wie es um dein derzeitigen Gesundheitszustand steht und welche Extra-Leistungen du möchtest. Ich empfehle dir dich einfach mal zu informieren, da die Anbieter oft stark voneinander abweichen und hier einfach mal zu Vergleichen, wer deine Bedürfnisse am besten abdeckt: http://www.krankenversicherung.net/private-krankenversicherung-vergleich

Überleg dir alles gut und viel Glück. ;)

Antwort
von Nic129, 2

Bin schon seit längerer Zeit am überlegen mir eine PKV anzuschaffen, jedoch bin ich mir noch sehr unsicher.

Einfach so anschaffen ist nicht. Sie müssen schon gewisse Voraussetzungen erfüllen, um sich eine Private Krankenversicherung zulegen zu können... Oder wollten Sie eine mögliche "private Zusatzversicherung" in Erwägung ziehen?!

Sofern Sie die Voraussetzungen für eine private Vollversicherung erfüllen, sollten Sie sich jedoch über eines im Klaren sein: es ist eine kostenintensive Angelegenheit, die man sich ggf. zwei Mal überlegen sollte.

Zu den Voraussetzungen.

Wer kann sich privat versichern?

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) ist nur für alle "Freiwillig Versicherten" der gesetzlichen Krankenversicherung möglich, wie

  1. Arbeitnehmer/Angestellte mit einem Einkommen über der Jahrarbeitsentgeltgrenze (derzeit bei 4.575 Euro/Monat)
  2. Existenzgründer, Selbstständige und Freiberufler
  3. Beamte-(Anwärter), Angestellte im öffentlichen Dienst
  4. Studentinnen/Studenten
Antwort
von RHWWW, 2

Hallo,

geht es um eine private Zusatzversicherung zusätzlich zur gesetzlichen Krankenkasse oder um eine private Vollversicherung anstelle einer gesetzlichen Krankenkasse?

Arbeitnehmer/in? Selbständige/r? Beamter/in? Student/in? Oder ...?

Gruß

RHW

Antwort
von sastogen, 1

Hängt vom Alter ab. Wenn du schon über 45 bist, lass es lieber, weil es richtig teuer sein kann.

Antwort
von Katzina, 1

Wenn du nicht gerade im Beamtenverhältnis stehst, würde ich mir solch einen Schritt ganz genau überlegen - im Alter kann die PKV ganz schön ins Geld gehen.

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