Frage von julius, 69

Welche Tagesdosis an Kalzium kann vor Osteoporose schützen?

Der Mineralstoff Kalzium soll ja bekanntlich der Osteoporose vorbeugen können. Wie viel Kalzium täglich müsste ich denn zu mir nehmen, um diesen Effekt zu erreichen?

Antwort
von bethmannchen, 42

Kalzium schützt dich überhaupt nicht vor Osteoporose. Für sich allein genommen klappert es nur über die Nieren wieder aus dem Körper, und mit Chance bilden sich dadurch auch noch NIerensteine.

Um Calcium zu verwerten, und dort hin zu transportieren, wo es gebraucht wird, ist in einem bestimmten Verhältnis auch Magnesium nötig. Dieses Verhältnis wissen nur die Zellen deines Körpers. Stimmt das Verhältnis nicht, wird das Calcium irgendwo abgelagert; in den Herzkranzgefäßen weil die so schön eng sind, in Nieren und Blase als Steine, weil es sich da so schön ablagern kann...

Im Körper ist das Calcium, das nicht im Apatit der Knochen gebunden ist, in Form von Ionen in allen Körperflüssigkeiten verteilt. Jedes Mal, wenn sich z.B. eine Muskelfaser zusammenziehen soll, bekommt sie das über ein Calcium-Ion gemeldet. Sind nicht genug Ionen da, werden sie aus den Knochen herausgelöst. Sind zu viele da, packt sie der Körper wieder in die Knochen zurück.

Das klingt ganz einfach, daran sind aber einige Organe und Hormone beteiligt und noch verschiedene andere Stoffe nötig. Die Aminosäuren Trijodthyronin (T3) und Tetrajodtyronin (T4) mit dem Kalzitonin regeln dieses Ein- und Auslagern des Calciums. Gesteuert wird deren Produktion von der Hirnanhangsdrüse. Für die Bildung und Einlagerung von T3 und T4 sind Jod-Ionen erforderlich (von denen hoffentlich genug in der Schilddrüse vorhanden sind), dazu etliche Aminosäure-Sequenzen, womit dann auch die Leber noch ins Spiel kommt, die für ihre Arbeit hauptsächlich B-Vitamine braucht. Um das ganze bewerkstelligen zu können braucht es mit etlichen weiteren Stoffen auch Vitamin D3 als Werkzeug...

Das ist alles sehr kompliziert, schwer zu beschreiben, aber unser Körper macht das schon seit ein paar Millionen Jahren. Es ist aber nicht einfach mit dem Einnehmen von Calcium oder Vitamin D3 oder Milch trinken getan. Calcium allein macht auch noch keine gesunden und stabilen Knochen. Zwischen dem Calcium muss auch noch Kollagen sein, damit der Aufbau auch elastisch ist. Andernfalls wären Knochen so etwas wie Kalk oder Gips. Kollagen wird aus Aminosäuren der Proteine gebaut und mit Vitamin C dann zu elastischen Strängen gedreht. Auch wieder kompliziert...

Und vergiss das Märchen von den Milchprodukten, denn ein Apfel enthält doppelt so viel Calcium, wie ein Glas Milch, und vor allem das richtigere Calcium in Form von freien Ionen.

In der Milch liegt das Calcium als Calciumlactat vor. Um das zu verwerten, muss der Körper erst einmal mit dem Milchzucker (Lactat) fertig werden. Deshalb kann er das Calcium in der Milch nur zu höchstens 30 % verwerten. Bei H-Milch ist dieses Calciumlactat sogar noch mit dem geronnenen Eiweiß verbunden und aus Käse können wir es noch schlechter herausholen. Im Apfel, oder ähnlich saurem Obst, liegt das Calcium schon fast ganz in Form von freien Ionen vor. Die kann der Körper schon im Dünndarm direkt aufnehmen. Hinzu kommt, dass Obst auch Magnesium liefert.

In der Steinzeit hatten wir ja auch schon Knochen, hielten aber kein Milchvieh. Das machen wir erst seit etwa 10.000 Jahren? Würden wir Milch für unsere Knochen brauchen, dann hätten wir bis dahin immer auf der Suche nach einem Ur-Rind sein müssen, das auch noch gerade ein Kalb säugt. Das Jungtier hätten wir dann unter dem Muttertier herausziehen, und uns selbst unters Euter knien müssen. Das alles mit unseren kleinen Händchen und Zähnchen? Ob sich so ein Ur-Rind das wohl gefallen lassen hätte?

Vielleicht sind diese Tipps dazu auch interessant:

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/bio-feedback---dem-appetit-nachgeben---esse...

...gesundheitsfrage.net/tipp/proteine---nicht-alle-sind-gleich---sie-unterscheiden-sich---alle-sind-noetig

(den zweiten Link bitte mit HTTP:// und WWW. vorweg in den Browser kopieren)

Antwort
von Mahut, 32

Du solltest nicht so viel Kalzium zu dir nehmen, durch deine Nahrung bekommst du eigentlich genug davon, nehme lieber Vitamin D, damit lagert ich das Kalzium, welches du durch die Nahrung zu dir nimmst besser im Körper ein. Ein zuviel an Kalzium kann auch ungesund sein, darum nehme ich es seit meiner Herz OP nicht mehr.

Antwort
von smoothie, 35

Für Kalzium empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Tagesdosis von 1200 Milligramm. Das wäre zum Beispiel 1,5 Liter Milch pro Tag. Weitere Kalziumlieferanten sind Gemüse wie Grünkohl, Fenchel, Brokkoli, Kräuter und Hülsenfrüchte. Auch manche Mineralwasser sind recht kalziumreich.

Antwort
von pferdezahn, 31

Da die Hauptmasse des Knochens im Alter bis zu etwa 20 Jahren gebildet wird, ist eine calciumreiche Ernaehrung in der Kindheit und Jugend von besonderer Bedeutung. Der Verzehr von einfachen raffinierten Kohlenhydraten, von Kochsalz, tierischem Eiweiss und Fett sollte sich in Grenzen halten. Tierisches Protein kann durch seinen hohen Gehalt an Methionin zu einer Uebersaeuerung des Organismus und damit zu erhoehten Calciumverlusten beitragen, wie auch hoher Kaffe- und Alkoholkonsum. Neben einer ausreichenden Calciumversorgung (als Citrat, Gluconat oder Lactogluconat) aus der Apotheke, von taeglich 1000-1500 mg, sollte auch auf eine ausreichenden Konsum von Kupfer, Mangan und Zink sowie Magnesium, ebenfalls mit organischen Chelate, geachtet werden.

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