Frage von fensterladen, 128

Welche Möglichkeiten hat man, wenn die Kur abgelehnt wurde?

Der Vater von meiner Freundin hat eine Kur beantragt, die leider abgelehnt wurde. Er hat Einspruch eingelegt und war 6 Monate zu Hause und hat auf die Antwort gewartet. Er möchte zur Kur weg, weil er auf der Arbeit viel Stress hat und vermutlich an einem Burn Out leidet. Jetzt hat er leider wieder eine Ablehnung bekommen. Was kann er jetzt noch tun? Muss er jetzt wieder zur Arbeit oder kann er nochmal bei der Krankenkasse nachfragen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gabriele0815, 125

Das habe ich auch schon durch und habe ebenso Widerspruch eingelegt. Als es dann zum 3. Mal abgelehnt wurde, habe ich gemeinsam mit einem Anwalt Klage beim Sozialgericht eingelegt. Wichtig ist, daß der Arzt deines Vaters ebenso ein Schreiben verfasst, um diese Rehamaßnahme als dringend notwendig und "Teilhabe am Leben" zu beantragen. Da dein Vater noch arbeitet, stehen die Chancen eigentlich sehr gut, daß diese Maßnahme bewilligt wird. Bei mir hat es leider nicht funktioniert, der Prozeß dauerte 4 Jahre und in der Zeit wurde ich erneut 5mal operiert, was ich eigentlich durch so eine Reha noch verhindern wollte. Da ich Frührentner bin, wird ohnehin erstmal alles bei mir abgelehnt. Wünsche euch viel Kraft und Geduld, das durchzuziehen.

Kommentar von gerdavh ,

Hallo, eigentlich müsste man den zuständigen Sachbearbeiter verklagen, wegen Verschleuderung von Staatsgeldern. Hätte man Dich einfach in Kur geschickt, hätte das die Krankenkasse wahrscheinlich viel Geld gespart - mal ganz abgesehen davon, dass Du die ganzen Operationen aushalten musstest. Da Du jetzt Frührentner bist, schadet das wiederum dem Staat. Ich finde das ungeheuerlich, schon allein die Tatsache, dass sich solche ein Prozess über vier Jahre hinziehen kann. Warten die Idioten eigentlich drauf, dass man hoffentlich inzwischen stirbt. Mich regt das Ganze so auf, weil auch mein Mann schon zweimal ablehnenden Bescheid bekam und er wirklich nicht gesund ist. 'Grüße Gerda

Kommentar von gabriele0815 ,

Danke für deinen Kommentar. Da hast du vollkommen Recht. Was eigentlich noch am schlimmsten war, daß der Gutachter, zu dem ich vom Sozialgericht aus geschickt worden bin, mich untersuchte, alles sehr schwierig fand mit meinen 4 künstlichen Gelenken und meinen Alltag ........... und als letzten Satz schrieb er "Bei dieser Patientin ist eine Rehamaßnahme SINNLOS, weil sich keine Verschlechterung aufhalten und eine Verbesserung nicht erzielen läßt". Dabei geht es bei mir einfach nur darum, daß ich mobil bleibe und nicht zum Pflegefall werde. Natürlich hielt sich das Sozialgericht an diese Aussage und somit wurde die Reha abgelehnt. Ich gehe nun im Oktober zur 23. Operation und habe Anfang August einen Rehaantrag gestellt, um einfach noch einmal Kraft für die nächste große OP zu tanken. Mal sehen, wann da die Ablehnung ins Haus flattert. Es ist einfach furchtbar, daß man sich als Schwerbehinderter (ich habe 90 % mit G und B) noch rechtfertigen muß dafür, daß man eben auch nach sovielen Operationen und 4 Kunstgelenken nicht mehr Marathon laufen kann und einfach nur froh ist, überhaupt noch gehen zu können. Vor allem warten ja die Behörden nur darauf, daß man einfach alles so akzeptiert und sich nicht wehrt.

Antwort
von StephanZehnt, 109

Hallo F.L.

ich würde genau das tun was Gabrielle0815 bzw. Mahut schon vorgeschlagen haben. Sie schrieb ja auch von Teilhabe .....

Man sollte solche Widersprüche nie allein schreiben sondern wie Mahut schon geschrieben hast zum VDK -SoVD udgl. gehen die Sozialberatungen durchführen. Auch die Gewerkschaften bieten Beratungen im Sozialrecht an! Die kennen sich aus und können z.B. etwas zum Thema Teilhabe am Arbeitsleben

Menschen, die länger als sechs Monate erkranken oder dauerhaft gefährdet sind zu erkranken, können einen Anspruch auf Hilfen zur beruflichen Rehabilitation in deutschsprachigen Ländern stellen. Die Erkrankungen können körperlicher, geistiger und seelischer Art sein. Leistungen der beruflichen Rehabilitation sollen die Arbeitsfähigkeit erhalten, verbessern oder wiederherstellen.

Man kann sich z.B. auch in Abstimmung mit der Arbeitsagentur an den Integrationsfachdienst wenden! Die dann behilflich sind wenn man seine bisherige Arbeit nicht mehr ausführen kann.

Wenn man solche Argumente hat das Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben udgl. , klingt das ganz anders als wenn man schreibt ich bin schwer krank und habe ein Anrecht .....

http://de.wikipedia.org/wiki/Berufliche_Rehabilitation (Zusammenfassung)

Also unbedingt Hilfe holen ... Zuerst vom Arzt Unterlagen um was geht es (Erkrankung) danach zu einer Sozialberatung VDK .. oder falls ... Fachanwalt (Sozialrecht). Alerdings vorher von den wichtigen Unterlagen Kopien machen!

VG Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

PS. das Alles ist aber keine Garantie das es dann urplötzlich wirklich klappt !

Antwort
von Mahut, 87

Er sollte mit Hilfe seines Arztes den Einspruch einlegen und hartnäckig bleiben. Ich habe gestern Abend erst eine Sendung gesehen, wo genau das Thema besprochen wurde. Also bespreche es nochmal mit deinem Arzt

Kommentar von necho ,

Welche Sendung war das denn? Das würde mich auch interessieren!

Kommentar von Mahut ,

Leider weiß ich es nicht mehr, da ich sehr viele Infosendungen ansehe, werde noch mal suchen und wenn ich sie gefunden habe, dich benachrichtigen,

Ihr könntet euch aber auch an die VDK wenden, die hilft auch und es kostet nur einen kleinen monatlichen Beitrag.

http://www.vdk.de/deutschland/

Viel Glück und Erfolg

Kommentar von walesca ,

Hier ist die Sendung: "WDR-Aktuelle Stunde vom 19.8.13". Thema war: Kassen lehnen Leistungen ab, trotz Überschüssen. Du findest den Beitrag in der WDR-Mediathek. Bei solchen Problemen kann vllt. auch dieser Tipp weiterhelfen. http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/meine-rechte-als-patient---wer-kennt-sich-d... Der VdK ist auch sehr hilfreich, aber nur bei GKV-Versicherten!!! LG

Antwort
von necho, 79

Ich würde mit dem Ablehnungsbescheid zum Hausarzt gehen und mit ihm gemeinsam überlegen, was jetzt angemessen wäre. Immerhin hat der Arzt den Vater deiner Freundin ja auch krankgeschrieben. Nun muss überlegt werden, welche weiteren Maßnahmen jetzt nötig sind.

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