Frage von Ute73,

Weiss jemand wie die Chancen sind wenn die Linke Körperhälfte gelähmt ist und man nicht mehr Spricht

Ich bin Ute ,und mein Vater hatte vorgestern seinen dritten Schlaganfall in Folge.Wöchentlich einen,nun ist seine Linke Körperhälfte gelähmt und er kann nicht mehr verständlich Sprechen.Die Ursache ist noch garnicht geklärt worden und ich mache mir grosse Sorgen das man 75ig jähriger Vater nicht mehr auf die Beine kommt. Kann mir jemand etwas darüber sagen?

Antwort von Winherby,
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Hallo Ute,

nun um ehrlich zu sein, Deine großen Sorgen sind berechtigt. Der letzte Schlag fand offensichtlich in der rechten Hirnhälfte statt, deshalb die linksseitige Lähmung. Die Sprache sollte aber wieder gut werden, denn das Sprachzentrum liegt im Hirn auf der linken Seite. Aber nur, wenn da nicht auch ein kleiner Infarkt gleichzeitig auch rechts war. Bei multiplen Schlägen innerhalb kurzer Zeit sollte man damit rechnen.

Ob der Vater je wieder auf die Beine kommt hängt von verschiedenen Parametern ab. So wie war der allgemeine Gesundheitszustand vor dem ersten Schlag, liegt Übergewicht vor, oder Bluthochdruck, hat er Plaque in den Gefäßwänden der sich vermutlich löst, oder waren im Hirn Blutgefäße geplatzt, auch der Lebenswille spielt eine enorme Rolle, wie ist seine Versorgung gesichert, ist er unter ständiger Beobachtung( falls ein weiterer Schlag trifft), - wie gut ist dann die Erste Hilfe Versorgung, usw, usw. Du wirst verstehen, dass die Frage nach seiner Prognose niemand aus der Ferne seriös beantworten kann. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung nur dazu raten, mach es besser wie ich: Sprich viel mit Deinem Vater, frag ihn das, was Du schon immer mal wissen wolltest, seid mit Euch im Reinen, räumt allen eventuellen Streit aus, verzeiht Euch. So kann dann der Vater leichter in Frieden gehen (sein Denken funktioniert auch nach dem Schlaganfall) und Du kannst ohne Selbstvorwürfe weiterleben. So ist halt des Lebens Lauf. Ich wünsche Euch alles Gute, Winherby

Kommentar von walesca,

und er kann nicht mehr verständlich Sprechen

Hier nun Dein Rat, @Winherby:

Sprich viel mit Deinem Vater, frag ihn das, was Du schon immer mal wissen wolltest,

Wie soll das gehen?? Das ist zwar gut gemeint und richtig, aber momentan wohl nicht ganz umzusetzen. LG

Kommentar von Winherby,

Ich gehe, auch in meiner Antwort oben, davon aus, dass das Sprachzentrum nicht betroffen ist, da die li. Seite gelähmt ist, - also war der Schlag rechts. Das Sprachzentrum liegt aber links, das Sprechen wird vermutlich bald wiederkommen, so meine Begründung. Außerdem kann "mit jemandem sprechen" durchaus auch ein Monolog sein. Sie kann ihm ihre Tochterliebe sagen, kann ihm sagen, dass sie dies und das in der Vergangenheit gut fand, -anderes wiederum nicht sooo schlimm fand, usw. Dazu kommt die Möglichkeit der nonverbalen Unterhaltung. Gestik, Mimik, die Hand halten, über die Haare streichen, usw. kann auch sehr aussagekräftig und helfend sein. Das alles meinte ich. Ich glaube, dass Ute verstanden hat wie ich es meine.

Kommentar von Ute73,

Ich hatte Dich schon richtig verstanden , ich habe auch so eine Art Gespräch mit Ihm führen können indem ich seinen Kopf gestreichelt habe damit er weiß wo ich stehe und damit ich dem ganzen auch etwas Ruhe vermittelte. Und dann habe ich ihm Dinge erzählt wo er einfach nur mit Mimik reagieren musste . Das klappt mit der nötigen Ruhe und dem nötigen Einfühlungsvermögen ganz gut. Es ist mir sogar ein witzchen gelungen wo meinem Vater sogar ein breites grinsen über die Lippen gekommen ist,das war echt das größte Geschenk für mich

Antwort von gerdavh,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo Ute, sprich auf alle Fälle mit dem behandelnden Arzt, denn in einigen Fällen kann man durch Physiotherapie (zu Anfang passiv, später aktiv) und Sprachübungen mit einem Logopäden diese Lähmungen wieder in den Griff bekommen. Allerdings muss der Patient einen eisernen Willen und viel Geduld zeigen, das solltest Du Deinem Vater erklären. Das kann eine relativ langwierige Nachbehandlung werden und nicht bei allen vorangegangenen Schlaganfällen ist diese Therapie angezeigt. Ich wünsche Deinem Vater alles Gute. Gerda

Antwort von Reggie,

Es ist verständlich, dass du dir Sorgen machst. Einem 75jährigen fällt die an einen Schlaganfall anschleißende Reha sicher weniger leicht als einem 40jährigen. Wie gut oder schnell dein Vater wieder auf die Beine kommt, hängt meiner Ansicht nach von verschiedenen Faktoren ab. Wie "rüstig" war dein Vater bis zu seinen Schlaganfällen, wie willensstark ist er und welche Unterstützung kann ihm jetzt zuteil werden. Versucht als Familie dafür zu sorgen, dass er motiviert wird und regelmäßige Bewegungs-und Sprachtherapie erhält. Alles Gute für euch.

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