Frage von Lisa1523, 73

Wegen Suizidgedanken zum Arzt?

Hallo, ich war vor einer Woche bei meinem Hausarzt der eine leichte bis mittelschwere Depression diagnostizierte. Er meinte es wäre sinnvoll wenn ich eine Therapie mache und hat mir auch ne Liste mit Therapeuten gegeben. Medikamente will ich nicht nehmen.

Ich habe ihm aber nicht gesagt dass ich jeden Tag Suizidgedanken habe, teilweise drängend. Soll ich noch einen Termin machen und ihm das sagen? Oder warten bis ich einen Therapeuten habe und das dann ihm sagen? Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.

Gruß Lisa

Support

Liebe/r Lisa1523,

es ist sehr wichtig, dass du bei deinen Zweifeln Leute zum Reden findest.

Wir empfehlen dir deswegen, dich an eine professionelle Beratungsstelle zu wenden um ein persönliches Gespräch zu führen.

Unserer Ansicht nach wäre die Telefonseelsorge eine erste Anlaufstelle.

Schau doch bitte mal auf dieser Seite vorbei http://www.telefonseelsorge.de/

Dort gibt es die kostenlose Telefonnummer der Seelsorge (Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr. 0800/1110111 & 0800/1110222) und auch einen anonymen Chat.

Herzliche Grüße

Kai vom gesundheitsfrage.net-Support

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buddhishi, 34

Hallo Lisa1523,

zunächst schließe ich mich der Empfehlung von Kai vom Support an.

Wie ich sehe, bist Du erst seit heute dabei - herzlich willkommen und gut, dass Du versuchst, Hilfe zu bekommen.

Bitte suche Deinen Hausarzt auf und erkläre ihm die Situation, damit er sich ein Bild von der Dringlichkeit der Situation machen kann und dafür sorgen kann, dass Du schneller an eine entsprechende Therapie kommst.

Vielleicht überlegst Du auch mal, ob es zu Deiner eigenen Sicherheit nicht sinnvoll wäre, in eine Tagesklinik oder auch eine stationäre Behandlung zu gehen. Bespreche auch das bitte mit Deinem Hausarzt. Das Risiko bei solchen Gedanken ist einfach zu groß. Da ist es mit einem Platz auf der Warteliste zu riskant.

Medikamente können Dir über die erste schlimme akute Phase gut hinweghelfen. Die heutigen haben kaum Nebenwirkungen und machen nicht abhängig. Eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie gilt als die beste Methode. Nur zur Info :-)

Für den Notfall noch zusätzlich falls Du unter 18 J. bist:

Nummer gegen Kummer: Homepage (de)

Auch hier findest Du kostenlos und anonym Hilfe:

Emotions Anonymous | Selbsthilfegruppen für emotionale und seelische Gesundheit

web4health - ärzte online

Alles Liebe und Gute für Dich wünscht Dir

Buddhishi

Antwort
von BesteDerBesten, 41

Wenn du jetzt mit einem oder mehreren Therapeuten sprichst, musst du eigentlich nicht nochmal mit deinem Hausarzt darüber reden. Es würde an der Situation wahrscheinlich auch nichts ändern. Wenn du dich allerdings wohler fühlen würdest, mach es. Ein schlechtes Gewissen brauchst du deswegen nicht haben... Alles Gute!

Kommentar von Lisa1523 ,

Das kann aber noch Monate dauern, bis ich einen Termin bekomme. Stehe auf der Warteliste.

Kommentar von Rawir ,

Hallo Lisa

Es gibt Möglichkeiten, schneller an eine "Therapie" zu kommen:

- die von Kai beschriebene Kontaktaufnahme zur Telefonseelsorge
- ein KrisenInterventionsZentrum eines beliebigen Krankenhauses
- seelsorgerliche Gespräche mit einem Geistlichen (wenn du denn einen Draht zu irgendeiner Religion hast)

Übrigens hat rueju Recht: "Aktive" Suizidgedanken sind laut IC D10 Bestandteil der Diagnose einer schweren Depression. Mit deinem Arzt brauchst du nicht drüber zu reden, aber solltest du dich für das KIZ in einem Krankenhaus entscheiden, solltest du da auf jeden Fall offen sein.

Gruß
Rawir

Antwort
von rueju, 26

In diesem Fall handelt es sich um eine schwere Depression und nicht um eine "leichte bis mittelschwere". Dein Arzt hat aufgrund deiner unvollständigen Angaben eine falsche Diagnose aufgestellt. Sag ihm Bescheid, dass die Lage ernster ist als angenommen, dann wirst du sicherlich schneller einen Termin bei einem Psychologen kriegen.

Antwort
von kreuzkampus, 36

"""Ich habe ihm aber nicht gesagt dass ich jeden Tag Suizidgedanken habe, teilweise drängend""" 

Das war leider ein Fehler! Vor ca. 10 Jahren hatte ich während einer großen Krise einmal zwei-drei Stunden lang den intensiven Gedanken: Was mache ich eigentlich noch auf dieser Welt? Meine Entscheidung: Zuerst einige Sitzungen ambulant und dann, weil ich mir davon mehr erhofft habe, mit Hilfe des Therapeuten 3 Wochen stationäre Therapie in einer Psychosomatischen Klinik. Das war die einzige Möglichkeit, aus meinem Gedanken-Gefängnis rauszukommen und klare Gedanken fassen zu können. Es hat mir nachhaltig geholfen; wohl auch, weil ich den festen Willen hatte, mir helfen zu lassen.

Bei mir war der Auslöser, im Gegensatz zu Dir, nur ein einmaliges Ereignis; aber mein Leben und meine Gesundheit waren mir so wichtig, dass ich die Behandlung offen angegangen bin und nciht auf die lange Bank geschoben habe. Genau das rate ich Dir auch. Dir kann geholfen werden....wenn DU es willst. Alles Gute.

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