Frage von sonne123, 87

Was tun wenn man keinen Hausarzt mehr hat bzw. findet?

Hallo,

wir müssen uns nichts vormachen, der Mangel an Hausärzten, vor allem auf dem Lande, wird in den nächsten Jahren zunehmen. Und die, die noch tätig sind, werden oder sind schon hoffnungslos überlastet, so das man mit Patientenstop rechnen muss. Verständlich! Ja aber was macht der Patient dann in so einer Lage? Von Arzt A nach Arzt B laufen und als Notfall, vorstellig werden, weil Notfälle nicht abgelehnt werden dürfen? Gut es wäre eine Möglichkeit, zumindest bei mir, weil ich keine Erkrankungen habe, die regelmäßig überwacht werden müssen. Wobei ein Notfall nicht immer ein Notfall ist, im eigentlichen Sinne.

Bei meinem Mann sieht es schon anders aus. Er bräuchte einen ständigen Ansprechpartner, wo sämtliche Fäden zusammen laufen. Unser Hausarzt hat schon ein Alter erreicht, wo man immer mit rechnen muss, das er bald in den Ruhestand geht. Viele Ärzte nehmen schon jetzt keine Patienten mehr an. Andere haben aufgehört, ohne Nachfolger, wie bei uns letztens gleich 2 Ärzte. Da ist guter Rat teuer oder man nimmt Fahrweg von 30 km und mehr in Kauf.....

Wie sind eure Erfahrungen? Kann man, wenn man keinen HA hat, sich die Befunde nach Hause kommen lassen? Was ist, wenn eine Überweisung gefordert wird? Ohne HA alles ein wenig schwierig..

LG und Danke

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von WosIsLos, 48

Stimme dir zu, selbst in der Großstadt wird es immer schwieriger. Ein Arzt hat manchmal sogar Doppelpraxen, die gerne 25 oder auch 100KM auseinanderliegen.

Es bleibt der Bereitschaftsarzt für Akutprobleme Tel. 116 117.

Ob dir ein Arzt was nach Hause schickt, hängt vom Arzt ab. Momentan sind viele auf dem Trip, Blutwerte erst nach persönlicher oder telefonischer Besprechung mit dem Arzt rauszurücken.

Bleibt noch, selbst Medizin zu studieren.

Kommentar von sonne123 ,

Danke dir, dachte schon das niemand etwas dazu schreiben kann. Dein Vorschlag selbst Medizin studieren, ist super, immerhin eine Möglichkeit. Dann könnte ich in den letzten Jahren meines Lebens zumindest die med. Eigenversorgung sicher stellen :-) da musste ich schmunzeln. Traurig aber wahr. Hat eigentlich jeder einen Anspruch auf einen Hausarzt?? Aber was nützt das, wenn niemand ein nimmt. Bei einem akuten Problem den Bereitschaftsarzt zu kontaktieren ist ok. Aber leider erst ab 18.00 bzw. Freitag und Mittwoch Nachmittag oder Feiertag und am WE. Was ist in der Zwischenzeit? Meiner Mutter wird es nicht anders ergehen. Sie ist zudem noch darauf angewiesen, einen Arzt zu finden der auch bereit ist Hausbesuche zu machen. Da ist guter Rat teuer.....

Antwort
von dinska, 36

Ja liebe sonne, das ist ein Problem. Wir hatten viele Jahre keinen Arzt mehr im Ort und mussten immer in die Nachbarorte fahren. Jetzt haben wir eine junge Ärztin, der man es aber sehr schwer gemacht hat und wir sind froh, dass sie es trotzdem gepackt hat.

Ich persönlich war schon bald 10 Jahre bei keinem Arzt mehr, weil ich keine chronischen Krankheiten und keinen Bluthochdruck habe. Es war aber immer ein Problem, Sohn oder Bekannte hinzubringen, dann Stunden warten, bis man wieder heim kann. Das ist jetzt wesentlich besser, wenn man nicht mehr fahren muss, denn wer krank ist, kann nicht fahren.

Liebe Grüße

Kommentar von sonne123 ,

Danke dir liebe dinska. Eine Ärztin haben wir im Ort, aber sie nimmt schon seit Jahren keine Patienten mehr an. Damals als sie anfing, wollten wir nicht wechseln, irgendwie war man ja am Hausarzt, der zudem gleichzeitig Internist ist, gewöhnt. Jetzt sage ich, hätten wir man.....die Einsicht kommt zu spät. In der Hauptsache geht es mir um meinen Mann und meiner Mutter. Bei mir ist das egal.Noch ist es ja nicht soweit, trotz seines relativ schon hohen Alters für einen praktizierenden Arzt. Aber es kann immer passieren. Wollen wir hoffen, das es dann einen Nachfolger für alle gibt mit Herz für Patienten auf den Lande....LG 

Antwort
von Winherby, 36

Hallo sonne, 

ja Deine Frage ist sehr gut und berechtigt. Ich weiss da leider auch keinen so tollen Rat. 

Ich selbst war einfach seit ca.5 Jahren in keiner Arztpraxis mehr, - außer wenn ich meine Mutter hinbringen muss. Sonst bin ich bis auf die Gelenke fit, - noch. Irgendwann werde ich mir einen neuen HA suchen müssen.

Die Idee Medizin zu studieren fand ich auch super. 

Habe vielleicht auch eine Superidee: Einfach umziehen, dorthin umziehen, wo es noch Ärzte gibt. Wenn der Berg nicht zum Propheten geht, dann......

Nee, war nur ein Scherz. 

Mich würde mal interessieren, ob es Lokalpolitiker oder auch Bundespolitiker in Berlin gibt, die wirklich umfassend informiert sind über dieses Problem. Schreib Deine Frage mal an den Peditionsausschuss in Berlin und zusätzlich an den Gesundheitsminister Rühe. Wäre doch mal interessant zu wissen, was die geplant haben, um das Problem des Ärztesterbens lösen.

Hier bei uns in der Nähe gibt es eine sog. Notfall-Praxis. Die haben erst ab ca 17°°Uhr geöffnet und nehmen die Patienten an, wenn der HA nicht mehr auf hat. Gibbs sowas bei Euch nicht?  LG

Kommentar von sonne123 ,

Danke auch dir für deine Antwort. Bei euch sieht es noch nicht so schlecht aus mit Hausärzten oder? Ob man da überhaupt eine Antwort bekommt aus Berlin? Interessant wäre es wirklich mal. Vielleicht werde ich es auch machen. 

Es gibt ja schon einen Service der Vermittlung von Facharztterminen. Wie wäre es wenn es auch einen Service der Vermittlung an Hausärzten geben würde? Ich denke, das dieser gar nicht so wenig in Anspruch genommen wird,wenn nicht bald etwas geschieht. Oder wir studieren selber, dann werden aber die Studienplätze knapp und auch hier ist ein Service von Nöten......;-)

LG 

Kommentar von sonne123 ,

Nachtrag: So eine Notfallpraxis gibt es bei uns nicht. Noch vor 2-3 Jahren wurde in der Tagespresse mitgeteilt, welcher Arzt von bis wann Bereitschaft hat, was ich persönlich gut fand. Jetzt kann man nur noch die 116117 anrufen....oder eben das KH aufsuchen, wobei es hier wirklich nur im absoluten Notfall sein sollte.

Ich kann mich noch gut an den Sturz meines Vaters erinnern an Silvester vor 3 Jahren. Er klagte über starke Schmerzen im Rücken...sein Hausarzt war Gott sei Dank an diesem Tag Vormittags in der Praxis. Von ihm bekam ich nach tel. Rücksprache eine Einweisung ins 30 km entfernte KH. Ich hatte Zweifel, wie wir da nun hin kommen....selber fahren oder Rettungswagen? Was ist, wenn sich der Zustand verschlechtert oder die Verletzung noch mehr Schaden nimmt, wenn wir selbst fahren?! In Absprache mit meinem Bruder haben wir beschlossen keinen RTW zu rufen. Es ist gut gegangen, aber in der Notaufnahme haben wir 4 Stunden zugebracht, bis er stationär aufgenommen wurde. Zudem habe ich mitbekommen, das die RTW's, die für unseren Bereich zuständig sind, alle im Einsatz waren. Was wenn ich auch noch angerufen hätte.....

Antwort
von GuenderGesund, 13

Dafür gibt es Bereitschaftsärzte die kommen auch zur Not zu dir nach Hause.

Kommentar von sonne123 ,

Aber auf Dauer auch kein Zustand diese Ärztehopperei....

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