Frage von Anna1234, 295

Was tun nach der Fehldiagnose Depression, die eigentlich eine Schilddrüsenunterfunktion ist?

Ich bin seit einigen Monaten wegen "Burn-out" in Behandlung. Diagnose "schwere Depression", Venlafaxin verschrieben (75) und ohne Wirkung eingenommen und immer weiter erhöht (jetzt soll ich 225 nehmen!!!) und JETZT stellt man eine Schilddrüsenunterfuntion(TSH 2,42 Ref Bereich 0,17-2,50) fest weil mein Hausarzt auf diese Idee gekommen ist.

Was soll ich jetzt tun? Diese Venlafaxin haben ja null gewirkt, soll ich die jetzt mal absetzen/ ausschleichen? Kann es sein, dass tatsächlich an dem ganzen Krankheitsbild die Schilddrüse "schuld" war? Ich bin total ratlos und sauer, dass ich dieses Venlafaxin so lange ohne Wirklung eingenommen habe...

Was würdet Ihr tun? Ich nehme jetzt seit ein paar Tagen L-Tyrixin 50 und habe eigentlich keine Lust mehr auf diese Venlafaxin. Drohen mir da jetzt trotz des Nichtwirkens beim Absetzen "Entzugserscheinungen"???

Danke Euch!!!

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Antwort
von evistie, 295

Ich verstehe, dass Du wegen der Falschbehandlung sehr aufgeregt und ärgerlich bist. Trotzdem solltest Du jetzt nichts eigenmächtig übers Knie brechen und Dir damit womöglich selbst schaden.

Zunächst einmal: Wirkungen, Nebenwirkungen und Entzugswirkungen kann man nicht gegeneinander aufrechnen. Soll heißen: auch wenn Du subjektiv keinerlei Wirkung durch das Venlafaxin verspürt hast, darfst Du es nicht von heute auf morgen absetzen. Denn der plötzliche vollständige Entzug von Psychopharmaka kann starke Beschwerden hervorrufen. Bitte besprich mit Deinem Neurologen/Psychiater, in welchem Zeitraum und in welchen Dosen Du dieses Medikament ausschleichen kannst!

Was Deine Schilddrüse angeht, so musst Du Dich jetzt mit Hilfe Deines Arztes erst mal an die für Dich richtige Dosierung des Thyroxin herantasten. Auch dabei wäre es irreführend, wenn Du nebenbei noch mit Entzugserscheinungen zu kämpfen hast. Also, höre auf Deinen Neurologen/Psychiater, auch wenn Du total sauer auf ihn bist. Wenn es Dir wieder besser geht, brauchst Du ja nicht mehr zu ihm hinzugehen...

Kommentar von Anna1234 ,

Danke Dir für Deine Antwort! ich habe jetzt oben weiter beantortet (kommentier) weil ich Dir versehentlich über antworten statt kommentieren geantwortet habe. hast Du eine Ahnung, welche Folgen es haben kann, wenn man Venlafaxin über 2-3 Monate einnimmt, obwohl man die entsprechende Fehlfunktion im Gehirn womöglich gar nicht hatte?

Antwort
von Anna1234, 247

Hallo, erstmal vielen Dank für Deine schnelle Antwort!

Kann es denn sein, dass ich tatsächlich keine Depression habe sondern *nur* die UF? In welchem Zeitabstand sollte dann eine Besserung durch die Thyroxin auftreten (wobei die Symptome der UF wirklich gut auf mich passen, wie können das Ärzte so dermassen übersehen?! und bei Nichtwirken einfach immer weiter ein offensichtlich wirkungsloses Medikament steigern lassen??!)

Kann es sein, dass ich wegen des Nichtwirkens von Venlafaxin auch beim absetzen *nichts* spüre? Wie könnte ich das testen, einfach mal versuchen?

Muss echt sagen, ich habe im Moment das Vertrauen in meine Ärzte verloren :(((

Kommentar von evistie ,

Depressionen können tatsächlich ausschließlich durch eine Schilddrüsenunterfunktion bedingt sein. Das kann man aber bei Dir erst sagen, wenn Du a) schilddrüsenbezogen gut eingestellt bist, und b) wenn Du das Venlafaxin ausgeschlichen hast. Das kann eine Sache von Monaten sein (leider!), nicht von Wochen oder gar Tagen.

Ich appelliere nochmals an Dich, vernünftig zu agieren und das Venlafaxin nicht von heute auf morgen abzusetzen. Wie soll Dein Hausarzt mit Dir zusammen zügig die richtige Schilddrüseneinstellung hinkriegen, wenn gleichzeitig eventuelle Absetzerscheinungen Dein Befinden zum Schlechten verändern?!

PS. Etwaige weitere Mitteilungen verfasse bitte nicht erneut als "Antwort", sondern als "Kommentar", da sonst der Zusammenhang des Geschriebenen nicht mehr nachzuvollziehen ist. Dankeschön.

Kommentar von Anna1234 ,

Danke für den Tipp mit dem Kommentar, ich habe ich schon gewundert, wie man hier antwortet :D. Und danke auch Dir für die Antwort!

Können die denn irgendwas kaputt machen an meinem Gehirn, wenn ich sie ohne entsprechender Fehlfunktion im gehirn zu lange einnehme? Was passiert da dann? Einfach nichts (wie ja bei mir) oder "verlern"t mein Gehirn irgendetwas, wenn es blöd läuft?

Kommentar von evistie ,

Mach Dich jetzt bitte, bitte nicht verrückt, Anna. Venlafaxin kann zwar über die eigentliche Wirkung hinaus (die Du ja gar  nicht spürst...!) auch Schäden anrichten, aber das ist trotzdem kein Grund, das Zeug abrupt abzusetzen! Lass Dir das (auch wenn Du kein Vertrauen mehr zu ihm hast) von Deinem Neurologen erklären - dazu ist er verpflichtet!

Antwort
von Anna1234, 199

http://schilddruesenguide.de/thyreoiditis/psychische-erkrankungen-oft-fehldiagno...

Falls es jemand mitliest der ein ähnliches Thema hat... habe ich zwischenzeitlich entdeckt und finde ich hochinteressant.

Antwort
von Sweetdays, 179

Was ich hier bermisse, welche Symtome dich zum Psychiater gebracht haben.

Aber deinen Schilderungen zur Folge diese Symtome nicht schlimmer geworden. Auch das wäre therapeutisch gut und eine grwünschte Wirkung. Vielleicht haben die Medikamente auch dazu geführt, dass du den Kopf frei bekommst und somit auch für andere Krankheitsbilder/Ursachen offen warst. Die Wirkung eines Antidepressiva lassen sich nur subjektiv und gemeinsam besprochen werden.

Ich würde deine Verunsicherung mit deinem Psychiater besprechen und gemeinsam das Medikament absetzen.

Kommentar von Anna1234 ,

Die Symptome waren/sind Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Antriebslosigkeit, Teilnahmslosigkeit, häufiges Weinen, nicht schlafen können bzw. nachts plötzlich aufwachen und hellwach sein, innere starke Unruhe. Interessant finde ich auch, dass ich nie dieses depressionstypische "Morgentief" hatte -- es ging mir schlicht immer nicht gut. Ausserdem muss ich sagen, dass die eingeleitete Verhaltenstherapie mir genauso wenig hilft, wie die Venlafaxin, ich mich vielmehr manchmal frage, was diese Gespräche eigentlich bringen sollen. Zudem der Psychiater auch meinte, dass er es gut findet, wie ich mit der einen oder anderen problematischen Situation in meinem Leben/Umfeld umgehe/umgegangen bin.

Mein Gesundheitszustand ist trotz der ständigen und stupiden Erhöhung von Venlafaxin auf 225 (wobei ich die letzte zum Glück schon nicht mehr mitgemacht habe) und trotz des Einleitens der Verhaltenstherapie gleich *schlecht* geblieben, nur die Idee meines Hausarztes, die Schilddrüsenwerte zu prüfen, zeigte jetzt durch Gabe von Tyroxin (50) zum ersten Mal seit Monaten eine Besserung. Diese Unruhe ist viel weniger geworden, um nicht zu sagen weg gegangen.

Ist echt zum k.... jetzt muss ich diese Venlafaxin weiter nehmen, damit ich die Schilddrüse eingestellt bekomme und nicht mögliche Nebenwirkungen des Absetzens der *wirkungslosen* AD die ersten Erfolge gleich wieder kaputt mache. Unfassbar. Könnte gleich wieder heulen (tu es aber immerhin nicht :D).

Kommentar von Anna1234 ,

Ach, und folgende Symptome habe ich noch, die ich aber nicht wirklich als symptome registriert hatte: Kurzatmigkeit bzw. schnelles ausser Atem kommen und seit Jahren Hautprobleme (Ekzeme) die ich durch Nachtkerzenöltabletten aber in den Griff bekommen habe.

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