Frage von Anastasiajana, 40

Operation gegen O-Beine: Was soll ich jetzt tun?

Hallo.Ich habe starke O-Beine, jedoch nur in den Unterschenkeln. Ich war beim Orthopäden, es wurde ein Röntgen gemacht, damit man schauen kann ob ich noch wachse damit man mir Eight-Plates(?) einsetzen kann.

Nun, die Sache war dass ich kaum noch wachsen werde. Das heißt, dass ich leider nicht mit der "milderen" Version der Umstellungs-Op operiert werden kann und weil ich noch wachse (seeehr minimal) kann man wohl nicht mit der Umstellungs-Op operieren.

Ich würde aber gerne früh handeln, damit ich keine Arthrose bekomme.

Was soll ich tun? (Ich bin 13)

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Antwort
von Winherby, 25

Ich kann kaum glauben, dass Du mit 13 Jahren bereits fast ausgewachsen sein sollst. Aber nunja, Röngenbilder lügen nicht. Die Eightplates sind aber nur dann sinnvoll, wenn die Wachstumsfugen noch reichlich "Luft nach oben" haben, nur dann kann das einseitig behinderte Längenwachtum Wirkung zeigen. 

Eine weitere Ausage von Dir klingt auch merkwürdig, Du hättest nur in den Unterschenkeln O-Bein. Das kann nicht sein. Ein Obein ist dann gegeben, wenn von einer sog. Varusstellung gesprochen werden kann. Ist der Achsenwinkel >180°, dann ist ein O-Bein gegeben. Oberschenkelkopf, die Femurhügel mittig im Knie und das o. Sprunggelenk ergeben im Normalfall eine gerade Achse = 180°. Steht das Knie seitlich daneben, hat man O-Bein, oder X-Bein. Daher gibt es kein O-Bein nur im Unterschenkel.

Sollten aber tatsächlich nur die U.-Schenkel nach außen verbogen sein, dann ist es irgendeine andere Knochenerkrankung im Sinne von Rachitis o. ä. . Aber das glaube ich in Deinem Fall nicht, denn die Ärzte hätten dann nicht die Eight Plates in Erwägung gezogen.

Sobald Du wirklich ausgewachsen bist und das O-Bein noch vorhanden ist, kann man über eine Korrekturosteotomie nachdenken. Das ist besonders deshalb wichtig, um Schmerzen durch eine Arthrose zu vermeiden. Das Problem mit Arthrosen ist ja, dass man den Verschleissprozess als solchen nicht schmerzhaft spürt. Erst wenn der Knorpel an einer Stelle runter ist und die Knochenhaut gereizt wird, dann tritt der fiese Schmerz auf. Also macht es in so einem starken O-Bein-Fall viel Sinn, sich vor  dem Schmerz operieren zu lassen, damit die Arthrose möglichst aufgehalten wird.

Bis dahin solltest Du reichlich Physiotherapie bekommen. Dabei gilt es primär die Muskeln auf der Außenseite der Beine zu kräftigen, gleichzeitig die innenliegenden Muskeln (Adduktoren) zu dehnen und zu lockern. Falls Du Fußball spielst lass das sein, denn das typ. Fußballerbein tendiert zum O-Bein durch nicht korrekt ausbalancierte Muskeln.

Auch muss gesichert sein, dass nicht etwa eine Hüftdysplasie die Ursache des O-Beines ist. 

Eventuell kann eine Erhöhung der Schuhsohlen an den Außenkanten die Sache unterstützen, frag den Orthopäden. LG


Antwort
von fussverbieger, 23

Hallo,wirklich ausgewachsen bist Du erst mit ca. 23 Jahren. So lange würde ich an Deiner Stelle eine OP erst dann in Erwägung ziehen, wenn a). die O- Beine zu Schmerzen in Knien führen und es keinen anderen Weg gibt, diese Schmerzen zu vermeiden und b). wenn die O- Beine derart unästhetisch sind, dass man in der Schule den "Wackeldackelgang" belächelt und Dich verspottet.Ansonsten gelten folgende Tatsachen:1). Der Orthopäde wird für die Einweisung in die Klinik eventuell eine gute Provision bekommen und die spätere Nachsorge wird ebenfalls gut bezahlt.2). Kliniken sind zu Wirtschaftsbetrieben verkommen und eine OP- egal ob notwendig oder nicht, bringt viel Geld ein. Ist denn die Ursache für die O-Beine schon festgestellt worden?-Du schreibst, die Unterschenkel seien betroffen, also ist es so gut wie sicher, dass ein Fußproblem zu den O-Beinen führt. (Aus mehr als 30 Jahre Erfahrung sage ich das so). Fast immer ist es die Fußfestigkeit (Senkfuß oder Hohlfuß), die sich immer auf das Abrollverhalten (Innengang) und oft auch auf die Beinstatik auswirkt.Behandelt man dieses, ist auch die Bildung von O-Beinen kein Thema mehr!Mit 13 hast Du nicht mehr die Chancen, zu 100% gerade Beine zu bekommen, aber eine wesentliche Besserung ist alle male drin, wenn es sich um eine Fußschwäche handelt, die dann mit Einlagen und (täglicher) Gymnastik therapiert wird.

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