Frage von Annemarie14, 88

Was passiert, wenn man die Nahrungsaufnahme verweigert?

Den ganzen Tag ist man umgeben von Leuten. Da Essen mittlerweile "zur Mode" geworden ist werde ich dauernd daruf angesprochen mitzukommen oder irgendwo hin zu gehen. Ich möchte aber weder zu Hause, noch in der Schule oder woanders etwas essen. Egal, ob von meiner Verwandtschaft, meinen Lehrern oder Freinden. Welche Konsequenzen hat das Verweigern der Nahrungsaufnahme? Was können Freunde/Eltern/Lehrer machen? Können sie mich zwingen?

Support

Liebe/r Annemarie14,

gern kannst du die Community um Rat bitten, denn es ist sehr wichtig, dass du in deiner Situation über deine Gefühle sprichst.

Außerdem bitte ich dich eine professionelle Beratungsstelle aufzusuchen. Schau doch bitte mal auf dieser Seite vorbei http://www.telefonseelsorge.de/

Dort gibt es die kostenlose Telefonnummer der Seelsorge (Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr. 0800/1110111 & 0800/1110222) und auch einen anonymen Chat.

Herzliche Grüsse

Kai vom gesundheitsfrage.net-Support

Antwort
von bethmannchen, 49

Die Krankheit Magersucht wird nicht am Gewicht oder der gegessenen Kalorien allein festgemacht. Es ist eine Störung der Selbstwahrnehmung. 

Deshalb wundern sich andere auch, wenn sich ein schlanker Mensch dick fühlt, und deshalb unbedingt abnehmen will. Magersüchtige können noch so schlank sein, sie fühlen sich dick, sehen sich sogar im Spiegel als "fett". Auch wenn da gar nichts mehr ist, finden sie eine Stelle, an der sie unbedingt noch abnehmen müssen. (schräg, nicht wahr?) 

Bei Wikipedia ist das gut beschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosaAnorexie 

(A für *kein* oder *nicht* und NOREXI für *Verlangen*) Appetitlosigkeit kann als Symptom bei fast allen Infektionskrankheiten auftreten, aber auch bei Missbrauch psychoaktiver Substanzen. Das ist dann der Verlust des Appetits oder des Verlangens nach Nahrung wegen einer körperlichen Krankheit. Bei länger andauernder Anorexie lässt das Hungergefühl nach und es kommt zu schweren körperlichen Schäden.

Magersucht heißt deshalb zur Unterscheidung Anorexia **nervosa** und bedeutet so viel wie *nervlich bedingte Appetitlosigkeit*. Treffender würde aber wohl die Bezeichnung *Anorexia mentalis* sein, weil die Betreffenden ja willentlich ihren Appetit mit aller Macht unterdrücken. Sie nehmen nicht ab, weil sie schwache Nerven haben, im Stress sind, sondern weil "sie sich selbst und anderen nicht glauben können", dass mit ihrem Gewicht alle in Ordnung ist. 

Was Magersüchtige mit ihrer Hungerei wirklich erreichen wollen, ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes. Im Grunde verbieten sie sich selbst immer wieder zu essen. Sie quälen sich und erlauben sich keinen Genuss. 

Wenn sie dann den ganzen Tag nur 600 Kcal. zu sich genommen haben, haben sie es geschafft, und sind mit sich zufrieden. Wiegen sie dann am nächsten Morgen 100 g mehr als gestern, erlauben sie sich heute nur 550 kcal. zu essen, und wehe von den 100 g ist abends noch was da, dann haben sie den Kampf gegen ihren Körper verloren und sind kreuzunglücklich. Sie fühlen sich sogar schuldig oder als Looser, wenn sie doch mehr gegessen haben, als sie sich vorgenommen hatten usw. 

Ein Mensch braucht täglich so um die 2.400 kcal. um leistungsfähig zu sein, gesund zu bleiben und nicht abzubauen. Das ist Magersüchtigen aber ganz egal, weil das ja nicht ihr Ziel ist. Dass der Busen schrumpft, da kein Po mehr ist, die Knochen überall durchpieksen und nach einer Weile die Periode ausbleibt, Haare ausfallen... nehmen sie alles in Kauf. Hauptsache schlanker als gestern, wenigstens nichts zugenommen, ihr Körper hat ihre "Pläne" nicht zu durchkreuzen.

Alle Gedanken drehen sich zuletzt um Essen bzw. nicht essen, jederzeit das Gewicht auf 50g genau wissen und den Body-Mass-Index auf drei Stellen hinter dem Komma genau berechnet. Zuletzt sind sie wie besessen davon, wiegen sich zig Mal am Tag, zählen bei jedem Bissen wie ein Uhrwerk die Kalorien mit, und falls sie einmal mehr gegessen haben, erbrechen sie es, oder nehmen Abführmittel, Entwässerungsmittel... Sie werden zu "Abnehmexperten", die alle Tricks kennen, auch die ganz ungesunden. 

Es ist ihnen auch wichtig, ihr irrationales Verhalten vor anderen zu verheimlichen und vertuschen. Nicht "erwischt" zu werden ist für sie ein heimlicher Sieg über das Umfeld. Das gibt ihnen ein Überlegenheitsgefühl, weil sie wieder einmal von niemand kritisiert wurden, sie ihr Tun weiterhin als richtig bestätigt sehen können. Sie erkennen nicht, dass sie damit einer ganz ungesunden fixen Idee nachjagen, ihren Körper selbst zerstören und daran sogar sterben können. Deshalb verstehen sie auch nicht, dass andere das nicht gutheißen. 

Die meisten fangen mit so etwas in sehr jungen Jahren an. Sie haben irgend einen großen Frust erfahren. Unausgetragene verdeckte Spannungen in der Familie... Der "Traumboy"/das "Traumgirl" will partout nichts von ihr/ihm wissen... Die Noten reichen nicht für den Traumjob... (es gibt tausend solche Gründe). Es kann bei der Person einen aber auch mehrere Gründe geben, es wird aber immer etwas sein, das der Betreffende selbst nicht so einfach abändern kann, dem er ohnmächtig ausgeliefert zu sein glaubt. 

Kommentar von bethmannchen ,

Dann beginnt derjenige, an sich selbst zu zweifeln. Warum immer ich? was ist bloß verkehrt mit mir? Sie fragen sich nicht, was sie an der verqueren Situation ändern könnten, denn die ist ja so, wie sie ist, und damit unveränderlich. Da haben sie schon resigniert, haben das Problem als unlösbar eingestuft.

Mit ihnen selbst muss deshalb etwas verkehrt sein. Und allmählich kommen sie auf die Idee: Ja klar, ich bin zu dick! Das ist ja etwas, dass sie selbst in den Griff bekommen, und da kann auch keiner dreinreden! 

Und nun arbeiten sie ihren Frust an ihrem Körper ab. Das sie eigentlich ein reales Problem damit lösen wollten, ist dabei schon völlig ausgeblendet und vergessen. Dann wird auf Teufel komm raus abgenommen, weil ihr Gewicht etwas ist, dass sie vollständig unter ihre Kontrolle bringen können. Dieses "selbst erschaffene Ersatz-Problem" wollen sie nun lösen. 

Im Mittelalter gab es immer wieder einmal Pestepidemien. Die kamen wie Naturkatastrophen über die Bevölkerung. Sie wussten nicht wo es her kam und was sie dagegen tun sollten und es traf wahllos jeden. Sie konnten das Problem nicht lösen. Überall starben Menschen wie die Fliegen und man konnte nichts tun, nicht einmal so viele Gräber schaufeln wie gebraucht wurden. 

Dann "fanden" ein paar Leute den "Grund" für die Pest: Das ist die Strafe Gottes für unser sündiges Leben! Wir müssen alle Buße tun! Erst fingen ein paar Leute an sich auszupeitschen, dann machten immer mehr mit, und zuletzt liefen Scharen von Flagelanten durch Süd- und Mitteleuropa. (genau so schräg, nicht wahr?)

Für wen oder was "peitscht" du dich also aus? - Und wem soll irgend etwas bringen?

Du hattest hier schon einmal diese Frage gestellt: Welche 

Maßnahmen ergreift die Schule? Meine Lehrer wissen von meinen familiären Problemen und sie ahnen meine Magersucht. Was können sie tun? Können sie es dem Jugendamt melden? Wenn das Jugendamt schon etwas von den anderen Problemen weiß, was wird es dann bei einer Essstörung machen? Wird das Gesundheitsamt mit einbezogen? Was habe ich zu befürchten? 

Zu befürchten hast du doch gar nichts. Lass doch zu, dass dir andere helfen, das deiner Magersucht zugrunde liegende Problem anzugehen.

Antwort
von dinska, 41

Essen ist nicht zur Mode geworden, sondern für deinen Organismus und deine Gesundheit wichtig. Besonders wichtig ist das regelmäßige Essen. Stell dir mal einen Motor vor, der ohne Benzin laufen soll. Der rührt sich nicht, deinen Körper glaubst du aber nur durch dein Denken steuern zu können. Das geht nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn dann ernsthafte Störungen eintreten ist es meist schon fast zu spät. Es dauert dann sehr lange, bis alles wieder im Lot ist und manches ist irreparabel. Es ist deine Entscheidung wann du etwas isst, aber du solltest verantwortungsbewusst mit deinem Körper umgehen, sonst wird sich das bitter rächen.

Antwort
von walesca, 29

 Da Essen mittlerweile "zur Mode" geworden ist werde ich dauernd daruf angesprochen mitzukommen oder irgendwo hin zu gehen.

Das kommt Dir nur so vor, weil Du das Essen grundsätzlich für überflüssig hältst! Es ist doch völlig normal, auch mal mit der Familie oder Freunden gemeinsam essen zu gehen. Man braucht sich dabei ja nicht jedesmal gleich die Wampe vollzustopfen. Ein leckerer Salatteller tut es doch auch!

Ich möchte aber weder zu Hause, noch in der Schule oder woanders etwas essen. .... Welche Konsequenzen hat das Verweigern der Nahrungsaufnahme?

Das kann durchaus zum Tod führen!! Aber vorher wirst Du wahrscheinlich von Freunden oder Angehörigen in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen und dort zwangsweise ernährt!!! Willst Du das wirklich??? Es ist Deine Entscheidung, so zu enden oder lieber selber und freiwillig eine geeignete Therapie zu suchen.

Werde endlich vernünftig - wünscht Dir walesca



Antwort
von Lexi77, 27

Hallo!

Wenn ich so alle deine Fragen betrachte, dann bestätigt mich das doch sehr in meiner Aussage, die ich zu einer deiner Fragen schon geschrieben habe: Du brauchst ganz dringend professionelle Hilfe! Du hast eine Essstörung und da muss dringend was gegen unternommen werden!

Wenn du dich auf Dauer weigerst zu essen, dann wird es dir sehr schnell sehr schlecht gehen. Du wirst ständig schlapp sein, dir wird - auch im Sommer - immer kalt sein, du bekommst Verstopfung, trockene Haut, Nägel und Haare werden dünn und brüchig und die Haare können ausfallen, dein Wachstum und deine Entwicklung werden gestört, du kannst auch in jungen Jahren schon Osteoporose (brüchige Knochen) bekommen, auch deine Zähne werden schlechter. Die Regelblutung setzt aus und in einigen Fällen kann eine dauerhafte Unfruchtbarkeit die Folge sein. Langfristig kann es auch zu Herzrhythmusstörungen, Nierenschäden und auch Gehirnschäden kommen. Auch psychische Folgen können auftreten, wie z.B. Depressionen oder Angst-/Zwangsstörungen. Letztenendes kann man auch daran sterben!

Doch bevor es soweit kommt, werden dann hoffentlich irgendwann deine Eltern einschreiten, und dann wirst du in eine Klinik zwangseingewiesen. Dort wird man dir - bei mangelndem Willen, selbst zu essen - eine Magensonde legen und dich künstlich Ernähren! Willst du das?

Also wach endlich auf und lass dir helfen!

Alles Gute, Lexi

Kommentar von Lexi77 ,

Folgen

Unbehandelt können durch Essstörungen körperliche, psychische und soziale Störungen entstehen. Die Betroffenen möchten ihre Erkrankung verheimlichen, belügen sich selber und andere bzgl. ihres Essverhaltens. Hieraus entstehen Scham und Schuldgefühle mit der Konsequenz des Rückzugs aus dem sozialen Leben. (Zu den körperlichen Folgen siehe einzelne Essstörungen).

Schwerere Fälle müssen stationär behandelt werden. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann eine Essstörung - manchmal auch durch Suizid - tödlich enden. Das Risiko für einen tödlichen Ausgang ist besonders hoch bei Patienten mit Magersucht.

Wegen möglicher fataler Folgen ist ein frühzeitiges Eingreifen angeraten. Da durch eine Essstörung Psyche, Ernährungsverhalten und körperliche Gesundheit gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen werden, erfolgt eine Behandlung idealerweise in Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen und Ernährungsfachkräften.

(http://www.ernaehrung.de/tipps/essstoerungen/essstoerungen10.php und Folgeseite)

Auswirkungen auf den Körper

Kaliummangel

Krankhaftes Untergewicht hat vielfältige und gravierende Auswirkungen auf den menschlichen Körper bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Dazu zählt vor allem der durch die Mangelernährung ausgelöste Kaliummangel, der lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen zur Folge haben kann.

Blutarmut/Ödeme

Aufgrund einer Schädigung des Knochenmarks kann eine Anämie (Blutarmut) hervorgerufen werden. Durch die niedrige Eiweißzufuhr mit der Nahrung kommt es zu einem Absinken des Albumins (Transportprotein). Bei einer verringerten Albuminkonzentration kann die im Blut enthaltene Flüssigkeit nicht mehr ausreichend gebunden werden und lagert sich im Gewebe ab (Ödembildung).

Verringerte Östrogenproduktion

Eine nachlassende Östrogenproduktion kann das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) zur Folge haben. Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) unterstützen die Einlagerung von Calcium in die Knochenmatrix. Dieser Vorgang ist im Kindes- und Jugendalter besonders wichtig und wird bis zum 30. Lebensjahr abgeschlossen. Eine reduzierte Östrogenproduktion hat daher vor allem in diesem Lebensabschnitt eine geringere Knochendichte zur Folge, wodurch sich die Gefahr einerOsteoporose erhöht.

Erhöhte Cortisolspiegel

Um den Blutzucker trotz der mangelnden Zufuhr von Kohlenhydraten konstant zu halten, muss Glucose aus anderen Substanzen (z. B. Ketonkörper, bestimmte Aminosäuren) gebildet werden. Dies macht eine erhöhte Sekretion von Cortisol sowie anderen Hormonen notwendig. Dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel können zu Haarausfall, Hautveränderungen und psychischen Erkrankungen führen und begünstigen, wie eine verringerte Östrogenproduktion, die Entstehung der Osteoporose.

Unfruchtbarkeit

Durch die eingeschränkte Östrogenbildung kommt es zu einer Störung der weiblichen Keimdrüsen. Die daraus resultierende Unfruchtbarkeit (Infertilität) bleibt auch bei erfolgreicher Behandlung meist noch längere Zeit bestehen (bis zu Jahren).

Unterzuckerungen

Nach längerer unzureichender Kohlenhydratzufuhr sind die körpereigenen Reserven aufgebraucht. Da die endogene Bildung von Glucose (Gluconeogenese) nur sehr langsam abläuft, kann es in Kombination mit starker körperlicher Belastung zuUnterzuckerungen (Hypoglykämien) kommen, die - je nach Schweregrad - zur Bewusstlosigkeit oder zu Hirnschäden bis hin zum Tod führen können, was auf die Minderversorgung des Gehirns mit Energie (Glucose) zurückzuführen ist.

Veränderte Laborparameter

Die Anorexia nervosa ruft eine Reihe biochemischer Abnormitäten hervor.

Antwort
von Taigar, 18

Zwangsernährung da du Minderjährig bist, hast du auch noch kein vollständiges Selbstbestimmungsrecht hast.

Antwort
von StephanZehnt, 17

Wenn man so Deine Fragen liest, stellt man sich schon einmal die Frage was soll das? 

https://www.gesundheitsfrage.net/nutzer/Annemarie14/fragen/neue/1

Da sind von neun Fragen sieben zum Thema essen

Ja und dann liest man bei Jeder Frage -  Frage erneut gestellt von Annemarie14, vor 1 Std 

In der Regel spricht eine Magersüchtige gar nicht über ihr Problem. Sondern sie wartet bis es ihr auf die Füße fällt. Bei Dir kommt eine ganze Inflation von Fragen zu dem Thema...Ja und dann gehst Du nicht einmal auf die Antworten ein egal wer geantwortet hat. Da fällt einem Langeweile udgl. ein....!

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