Frage von Kleinmeier, 9

Warum immer mehr OP in Deutschland?

Ich habe gelesen, dass Deutschland im Europavergleich an der Spitze steht, was Operationen der Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenke betrifft. Nun frage ich mich, ob das reine gesundheitliche Gründe sind, ob die Deutschen also gesundheitsbewusster sind oder ob sie sich öfter als nötig eine OP aufschwatzen lassen, also es nur reine Geldsache ist?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von walesca, 6

Hallo Kleinmeier!

In Bezug auf die Haltbarkeit von Gelenkersatz muss ich den bereits gegebenen Antworten Recht geben. Aber besonders in Bezug auf die Wirbelsäule hat sich die Zahl der OPs wirklich dramatisch erhöht. Das liegt wohl daran, dass viele Orthopäden sich zu sehr nur an den MRT- und Röntgenbildern orientieren. Dort sind bei sehr vielen Menschen Bandscheibenvorfälle zu sehen, die aber längst nicht immer die Ursache der ständigen Rückenschmerzen sein müssen!! Oft sind es auch "nur" muskuläre Defizite!! Eine genaue und auch sehr gründliche Diagnostik würde so manche Operation an der Wirbelsäule unnötig machen. Kein Wunder, dass solche Operationen erfolglos sind wenn die vorher gestellte Diagnose nicht stimmt!!!! Ein sehr erfahrener Neurochirurg (einen anderen würde ich da gar nicht dranlassen!) erkennt aber auch einen operationswürdigen Befund ohne dass auf den Röntgen- oder MRT-Aufnahmen etwas zu sehen ist! Hierzu anbei ein Erfahrungsbericht:

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/bandscheiben-operation-ein-erfahrungsberich...

Alles Gute wünscht walesca

Kommentar von walesca ,

Ganz herzlichen Dank für das Sternchen, über das ich mich sehr freue! LG

Antwort
von Fischkopp, 4

Hallo Kleinmeier, Kreuzkampus hat natürlich recht, wenn er schreibt, dass sich die Qualität der Implantate und der OP-Techniken wesentlich verbessert hat und die Betroffenen deshalb früher als sonst operiert werden können. Aber wenn man liest, dass die OP`s an den Bandscheiben sich fast verdoppelt haben und es den Patienten nach der OP oft noch schlechter geht, als vor der OP -es haben sich bereits Iniativen gebildet - läuft da was falsch und muß andere Gründe haben. Vor einer OP - speziell in diesem Bereich - würde ich stets eine Zweitmeinung einholen! Mit freundlichen Grüßen! Fischkopp

Antwort
von beamer05, 4

Zu den Gelenken hat "kreuzkampus" ja schon viel richtiges geschrieben.

Nun wird aber auch immer gerne explizit erwähnt, daß Operationen an der Wirbelsäule stark zugenommen hätten.

Das finde ich SUPER (ohne Ironie), weil es -neben den vielfach unnötigen/verfrühten Bandscheiben-OPs eben AUCH ein Ergebnis davon ist, daß heute Operationen an der Wirbelsäule, z.b. Aufrichtung eines WK oder fixateur interne bei tumorzerstörten Wirbeln (häufig bei Knochenmetastasen) größere Verbreitung gefunden haben. Dadurch lassen sich in vielen Fällen Querschnittslähmungen vermeiden, wo vor Jahren noch sich kein Operateur gefunden hätte.

Außerdem sollte nachvollziehbar sein, daß durch die doch sonst in den Medien nicht verschwiegenen Alterung der Bevölkerung ein erhöhter Bedarf an Operationen, insbesondere altersbedingter Störungen (Gelenkverschleiß, Tumorerkrankungen, Frakture etc.) entsteht.

Die ganze Meldung zielt offenbar mal wieder in Richtung Ärztebashing, ist ja gerade Mode.

dazu passt auch die Meldung des Anstieges der Ärztegehälter / Vergütungen in den letzten 3-4 Jahren, dabei wird natürlich gerne mal "vergessen" zu erwähnen, daß die Punktwerte (nach diesen werden ambulante ärztliche Leistungen i.d.R. aberechnet) mehr als ein Jahrzehnt nicht angehoben wurden -und die Realeinkommen daher viele Jahre lang (hintereinander) deutlich gesunken waren.

Antwort
von kreuzkampus, 3

Die Hüft- und Kniegelenks-OPs habe ich gedanklich aus diesen Meldungen rausgestrichen. Warum? Vor 30 Jahren haben künstliche Gelenke noch nicht so lange gehalten, wie heute, und man wurde dafür mit 80 nicht mehr operiert. Heute halten die Gelenke länger (wie lange, weiß eigentlich niemand) und man kann auch mit 80 nochmal ein neues Gelenk bekommen. Soll heißen: Wer jahrelang Knie- oder Hüftarthrose hatte, legt sich heute früher auf den OP-Tisch, als früher (ich war 64). Für mich war klar, daß ich nicht länger mit Schmerzen und einer Orthese rumlaufen und nicht länger Voltaren nehmen wollte. Außerdem habe ich mir gedacht, daß das Titan-Gelenk mindestens 15-20 Jahre hält. Und falls ich noch älter werden sollte, lasse ich mich halt nochmal operieren. Aus die Maus. Solche Überlegungen führen zu mehr Knie- und Hüft-OPs; und das finde ich total okay. Schlimm finde ich, daß diese OPs jetzt in die Waagschale geworfen werden, um Stimmung zu machen. Das erinnert mich an den jungen CDU-Spund, der über 80-jährigen kein künstliches Gelenk mehr geben wollte.

Antwort
von pferdezahn, 2

Als erstes Mal durch eine ungesunde Lebensweise, falsche Ernaehrung und Uebergewicht. Zweitens kommt auch hinzu, das durch Hueft- und Kniegelenke bedeutend mehr verdient wird. Irgendwo hatte ich Mal gelesen, dass viel zu schnell und voreilig kuenstliche Gelenke eingesetzt werden.

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