Frage von FindeKeinen, 98

Warum bin ich so?

Das wird jetzt wahrscheinlich ein längerer Text, dafür entschuldige ich mich schon mal.

Ich bin 17 Jahre alt und ich kann mich nicht dran erinnern jemals wirklich glücklich gewesen zu sein. Ich kam mit 1 Jahr in ein Kinderheim und lebe jetzt bei Pflegeeltern. Ich war auch schon immer etwas pummliger, mal mehr mal weniger. Mit 10 Jahren ca. fing es an dass mich mein Gewicht so sehr störte dass ich bis zu meinem 14 Lebensjahr sehr starke gewichtsschwankungen durchgemacht habe. Dann habe ich mich 2 jahrelang so "gut" ernährt bzw. nicht ernährt dass ich fast im Untergewicht war. Mittlerweile ist das alles wieder drauf und ich habe mindestens 10 Kilo Übergewicht. Ich fühle mich so unwohl aber kann nicht aufhören zu essen. Dazu kommt dass ich das Gefühl habe Depressionen zu haben, schon mehrere Jahre. Ich verletzte mich schon seit Jahren selbst, in jeglicher weise. Außerdem schwänze ich seit 3 Wochen die Schule durchgehen und davor auch ab und zu, es ist ein berufsvorbereitungsjahr und ich weiß von einer Lehrerin dass ich eh keine Chance mehr habe diesen Abschluss zu bekommen.

Aber was ist jetzt meine Frage? Ich überlege schon länger in eine Klinik wegen den Depressionen und meinen pausenlosen, nervenden selbstmord Gedanken zu gehen. Nur weiß ich nicht wie ich mit meinen Eltern darüber reden soll. Sie "akzeptieren" psychische Krankheiten überhaupt nicht und wissen auch von alledem nichts, außer dass ich ihren vor 1 Jahr das mit den Depressionen erzählt habe, worüber sie sich nur lustig gemacht haben. Gibt es vielleicht auch eine Chance in eine Klinik zu kommen ohne dass ich mit ihren reden muss?

Antwort
von AliceF, 62
Sie "akzeptieren" psychische Krankheiten überhaupt nicht

außer dass ich ihren vor 1 Jahr das mit den Depressionen erzählt habe, worüber sie sich nur lustig gemacht haben

Das ist einer der Gründe warum es Dir schlecht geht. Deine Eltern scheinen absolut an der Realität vorbei zu leben, in der Welt der Bequemlichkeit, womöglich selbst gefangen in Ihrer starrer Haltung.

Das tut mir ausgesprochen Leid, umso mehr bewundere ich Deine Stärke und Wille zur Therapie. Das zeigt: Du kannst es schaffen, wieder ins Leben zu kommen.

Normalerweise brauchen Ärzte die Zustimmung der Eltern bis zum Deinem 18. Lebensjahr. Aber es gibt Ausnahmen. Es muss geprüft werden wie weit Du einwilligungsfähig bist und wie weit eine Therapie von Nöten ist. Du brauchst eine Person vor Ort die Dich soweit begleitet.
Suche nach einer Beratungsstelle für Jugendliche vor Ort. Z.B. über "caritas". Es gibt auch Krisenanlaufstellen vor Ort oder ein Sozialpsychiatrischer Dienst. (bemühe die Suchmaschine bitte).

Antwort
von Rawir, 24

Hallo FindeKeinen

Als aller erstes: Willkommen im Club!
Ich habe eine ähnliche Ausgangssituation wie du gehabt und ich habe mich, nachdem ich sehr gekämpft habe, endlich auch einen Weg gefunden, mit mir ins Reine zu kommen. Übrigens nennt sich das, worunter du leidest, das "Heim-Syndrom". Hab' ich auch und ist ein bei vielen Psychologen anerkanntes "Krankheitsbild". Die Einrichtung "ABeH" (Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder) kann dich da sehr gut aufklären. Ich geh da selbst als "Geschädigter" hin.

Zu deiner letzten Frage:
Jupp, die gibt es. Sie nennt sich "Jugendamt". Da gibt's nicht nur Leute, die sich den Hintern breit sitzen, sondern auch hin und wieder mal ganz fähige Mitarbeiter. Die haben absolut die Mittel, dir zu helfen!

Mit deinen Eltern zu reden, bringt wahrscheinlich nichts. Also brauchst du dafür auch keine Energie aufzuwenden.

Eine 2. Möglichkeit ist die Selbsteinweisung in ein KIZ (Krisen-Interventions-Zenrum). So etwas gibt es, wenn ich richtig liege, in jedem Krankenhaus.

... und natürlich das, was die beiden anderen geschrieben habe.

Gruß
Rawir X

Antwort
von dinska, 61

Geh zu eurem Hausarzt und sprich mit ihm darüber. Er kann dir genau sagen, was möglich ist und was nicht.

Kommentar von celinamar ,

Tolle Idee das mit dem Hausarzt . Er hilft sicher und redet mit ihr. 

Antwort
von celinamar, 14

Es ist vielleicht genau das was dein Problem ist . Deine Eltern . Sie nehmen dich nicht für ernst und unterstützen dich nicht . Rede mit ihnen und geh zu einem Psychater. In die schule musst du trotzdem . Viel Glück 

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