Frage von franzi77, 207

Wann, wie und warum werden Bakterien resistent gegen Antibiotika?

Da ich akut eine Blasenentzündung habe und etwas Pech mit dem verschriebenen Antibiotikum habe ich mal einige Fragen dazu.

Das erste Antibiotikum (Nitroxolin forte) wirkte nicht, das zweite (Cotrimoxazol) bisher ganz okay (Schmerzen beim Pieseln und im Bauch und Rücken sind besser). Fühl mich nur irgendwie ziemlich schlapp, müde, Hummeln im Kopf und hab Schweißausbrüche, was aber hoffentlich von dem Stress und den schlaflosen Nächten kommt.

Nun war geplant, dass ich das Nitroxolin auch vorbeugend nehmen soll. Nachdem die Akuttherapie vor ein paar Tagen aber fehlschlug, dachte ich, das geht also nicht. Der Urologe meinte aber, dass das doch funktioniert. Nur weil die AKTUELL in meiner Blase befindlichen Bakterien darauf nicht ansprechen, können die nächsten (wenn ich wieder gesund bin und dann denn überhaupt welche kommen) das schon. Ich habe immer e.coli Bakterien, was doch heißt, dass sie vom gleichen Typ sind. Natürlich sind die Bakterien selbst nicht die gleichen aber wenn nach jeder Krankheit die Karten neu gemischt werden, dann würde es die Resistenzen ja nicht geben?

Kann ich darauf hoffen, dass trotzdem das eine Medikament in der Akutphase nicht gewirkt hat, es auf Dauer vorbeugend hilft? Ich bin leider sehr misstrauisch... :(

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo franzi77,

Schau mal bitte hier:
Antibiotika Blasenentzündung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rulamann, 207

Wieso sollst du vorbeugend Antibiotika einnehmen, soll das eine Erhaltungsdosis sein? Das ist vor meine Augen von deinem Urologen unverantwortlich. Zum Einen, wenn das Antibiotika in der Akutphase nicht geholfen hat, vermute ich dass eine Resistenz vorliegt und zum Andern, macht das Antibiotika deine gesamte Darmflora kaputt. Es ist absolut berechtigt dass du misstrauisch bist!!!!

Vielleicht helfen die diese Alternativen.

http://www.gesundheitsfrage.net/tipp/in-welchen-pflanzen-steckt-die-kraft-natuer...

Alles Gute von rulamann

Kommentar von franzi77 ,

...also unverantwortlich ist das sicher nicht. Ich habe zahlreiche Beiträge im Internet zu dem Medikament und auch Erfahrungsberichte gefunden. Sehr viele Frauen nehmen es bspw. nur nach dem GV, oder generell jeden Abend über 3 Monate oder eben wenn man wirklich akut eine BE hat. Es wird bei chronischen und rezividerenden Hanrwegsentzündungen häufig hergenommen (steht auch so im Beipackzettel). Es ist kein reines Antibiotikum, so ein Mischmedikament (Antibiotikum und Antimyotikum? - frag mich nicht) und führt angeblich zu kaum Resistenzen.

Mit Naturprodukten ist bei mir leider nichts mehr zu holen. Ich habe da wirklich alles schon probiert (vorbeugend und akut) mehrere Jahre, aber bei mir kommt es immer zu einer massiven BE oder wenn ich zulange mit den Nautrmittelchen rumtue auch zu einer Nierenbeckenentzündung.

Und genau das war meine Frage was du meinst mit "Es liegt eine Resistenz vor". Der Doc meinte ICH sei ja nicht resistent, sondern nur die aktuell in der Blase befindlichen Bakterien und wenn die dann bald weg sind (wg Heilung), wären die neuen Bakterien eben nicht mehr resistent (Obwohl ich den Einwand brachte, dass sie doch vom gleichen Typ sind)?

Kommentar von StephanZehnt ,

Also man sollte ein Medikament nicht vorbeugend nehmen wodurch Resistenzen entstehen können (Zitat - sehr viele Frauen nehmen es bspw. nur nach dem GV, ..) . Sondern es ist nur für eine Erkrankung wie halt BE udgl. gedacht.

Die Naturmittelchen wie Du schreibst unterstützen Dein Immunsystem. Man sollte allerdings schon ein Stück Geduld mitbringen und nicht nach zwei Tagen aufgeben. Das bringt gar nichts Sondern nur BEIDES zusammen Medikament und Unterstützung des Immunsystems. Natürlich bist Du nicht resistent sondern die Bakterien die Deinen Körper befallen an der falschen Stelle können resistent sein.

Also gibt es zwei Wege die man ZUSAMMEN geht einmal Antibiotika und dann die Naturmittelchen ala Meerretich -Cranberries udgl..

(Zitat - Obwohl ich den Einwand brachte, dass sie doch vom gleichen Typ sind)? Welcher pathogene Stamm des E-coli war das denn? Man könnte das Ganze mit den Menschen vergleichen da gibt es auch unterschiedliche "Stämme" wenn man noch dazu genau hinschaut gibt es weitere Unterschiede die einen vertragen gar keine Milch .....usw. usw.

Kommentar von franzi77 ,

danke nochmal für Deine genauere Erläuterung.

Ich nehme die "Naturmittelchen" (Cranberries - getrocknet und Saft, Weidenröschentee, viel Trinken, Globuli) schon seit mehreren Jahren, kontinuierlich. Trotzdem ist, war und bleibt die Blase meine Schwäche (kann mich nicht erinnern, wann ich mal einen richtig schlimmen Husten o.ä. hatte).

Ich habe keine Ahnung, welcher Stamm der e.coli das war. Dh. es besteht durchaus Hoffnung, dass auch wenn jetzt das Medikament nicht gewirkt hat, es beim nächsten mal wirkt, weil die Bakterien unterschiedlicher Stämme sein könnten? Versteh ich deine Antwort richtig?

Warum rätst du von der SingleShot Methode nach GV bei dem Medikament ab? Das wird doch häufiger so gemacht. Und mal ehrlich, wenn ich JEDES mal nach dem GV eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung bekomme (trotz aller Vorsichtsmaßnahmen), ist das ein Versuch wert?! Allein schon für das seelische Wohlbefinden.

Kommentar von kathi47 ,

Für mich ist das auch nicht nachzuvollziehen, warum man Antibiotika vorbeugend nehmen soll, ich habe das ehrlich gesagt noch nie gehört. Nicht nur Darm sondern auch der Magen wird durch das Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen.

Kommentar von franzi77 ,

Also diese single shot Idee nach dem GV ist nicht aus der Luft gegriffen. Das ist bei rezidivierenden BE wohl gang und gäbe (ob nun mit cystinol, angocin, nitrofurantoin usw.). Und bei den pflanzlichen Mitteln endet es bei mir entweder mit einer BE oder einer Nierenbeckenentzündung. Irgendwann hat man sowas keine Lust mehr...

Aber darauf war meine Frage ja auch nicht bezogen, sondern ob es überhaupt Sinn macht dieses Medikament (Nitroxolin) für einen single shot Versuch zu nehmen, wenn es bei der Akuttherapie schon nicht wirkte.

Kommentar von rulamann ,

@franzi77, vielen Dank für den Stern :-))))

Antwort
von elbar, 164

Wovon du sprichst ist mir unter dem Begriff "Multiresistenz" bekannt. Das heisst, ein Keim, bzw. Bakterium kann eine Multiresistenz gegen Antibiotika entwickeln. Da helfen dann nur noch spezielle Reserveantibiotika, die der Arzt im Normalfall nicht einsetzen darf.

Hier einige Informationen dazu:

Sollte gar kein Antibiotikum mehr wirken, bleibt nur eins: Man muss auch die nicht-resistenten Keime wieder im Patienten wachsen lassen. Diese vermehren sich nämlich schneller als die resistenten Keime. Warum? Resistente Bakterien bauen die Informationen für Resistenz in ihre Erbinformation (DNA) ein. Das bedeutet, sie haben mehr Informationen, die sie bei der Teilung übermitteln müssen - ähnlich einem Rucksack, der immer voller wird. Manchmal findet man gar Informationen für 16 Resistenzen auf einem DNA-Ring. Das ist erheblich mehr Erbinformation, die weitergegeben werden muss. Der schneller wachsende und nicht-resistente Erreger tötet mit seinen Kampfstoffen den multiresistenten Keim ab. Riskant dabei: Wie widerstandsfähig ist der geschwächte Patient? Hartnäckige Erreger bleiben ein gewaltiges medizinisches Problem. Quelle: http://tr.im/46522

Kommentar von franzi77 ,

Danke!

Der Doc meinte, dass die Bakterien nicht zwingend alle resistent werden (bspw. gegen das Nitroxolin was ich in der Akutphase nahm). Nur wenn man im Krankenhaus arbeitet kommt man immer wieder mit exakt den gleichen Bakterien zusammen, so dass man tatsächlich eine Resistenz entwickelt... die Vielfalt ist groß?!? Aber Antibiotoka wirken doch auch bei Nicht-Krankenhaus-Menschen irgendwann nicht mehr?! Dachte ich zumindest.

Denkst du, ich habe eine Chance, dass das Medikament als Single Short wirken könnte, auch wenn es in der Akutphase versagt hat?

Antwort
von StephanZehnt, 136

Hallo Franzi,

zur ersten Frage - also Bakterien passen sich der Umwelt an d.h. sie verändern sich leicht. Dies passiert wenn man Antibiotika nicht entsprechend anwendet wie vorgeschrieben. Sondern eine Therapie abbricht weil man sich wieder "gut fühlt ".

Ein weiteres Problem ist z.B. die intensive Anwendung von Antibiotika bei der Viehzucht udgl.. Auf Deutsch immer weniger Antibiotika funktionieren entsprechend gut ..

Was Deinen Fall angeht es gibt nicht nur das Escherichia coli (Vorkommen menschl. Darm) sondern einige so genannte pathogene Stämme. Das heißt E. coli die sich ein Stück verändert haben und dadurch bei einer Antibiotikagabe unterschiedlich reagieren.

Nun gibt es immer mehr Frauen die Antibiotika als Dauermedikation bekommen weil sie immer wieder Probleme in der Richtung haben!

Ich weis nicht ob Du Dich schon einmal mit natürlicher Antibiotika beschäftigt hast? So wird Kapuzinerkresse- Meerrettich- Cranberries udgl. bezeichnet
Die stärken schlicht Dein Immunsystem nicht mehr aber sind in Deinem Fall wichtig. http://www.esoterium.de/article.php?sid=1094

Also sprich noch einmal mit Deinem Gynäkologen (bzw. G...gin). was hier sinnvoll ist! Mitunter bleibt nur eine längere Antibiotikagabe (Monate) um das Ganze irgendwie in den Griff zu bekommen.

Gute Besserung Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

Hier noch ein paar Zusammenhänge die Du wahrscheinlich schon kennst. http://www.apotheken.de/gesundheit-heute-news/article/blasenentzuendung/#indexju...

Antwort
von SalzundPfeffer, 124

Dein Misstrauen ist in diesem Fall wirklich gerechtfertigt und zwar einfach deshalb, weil es ja schon erwiesen wurde, dass das AB nichts geholfen hat. Kannst du mit der Sache nicht noch zu einem anderen Arzt gehen und ihm die Angelegenheit schildern? Mit Antibiotika sollte man nicht so sorglos umgehen, es könnten sich wirklich noch Restistenzen bilden.

Kommentar von franzi77 ,

War ich natürlich. Der andere ist auch der Meinung, dass das spezielle AB nichts bringt, weil es beim ersten mal ja nicht gewirkt hat. Mal abgesehen davon, dass er eh nichts von diesen Single Shot Versuchen hält, außer wenn wirklich nichts anderes mehr geht, aber dann mit Nitrofurantoin, weil dies im Gegensatz zu Nitroxolin noch ein paar mehr Bakterien erwischt.

Er empfiehlt eine UroVaxom Impfung, was aus meiner Sicht aber erstens eine sehr schlechte Erfolgsquote hat und zweitens auch noch teuer ist. Hm...

Antwort
von anonymous, 88

Wenn du sicher bist und ein E.coli hast, kannst du auch als alternative zu Antibiotika den Zucker D-Mannose nehmen. Lies dich durch die folgende Link.

http://www.gesundheitsfrage.net/frage/blasenentduendung---wie-vermeiden#answers

Einen Resitenzbildung bei den Bakterien gibt es, wenn mann zum Beispiel Antibiotika nur in niedrigen Dosis nehmen würde oder zu wenig lange.

Die Bakterien können sich an das Antibiotika gewöhnen oder werden nicht alle abgetötet und die Bakterien werde resistent.

In Krankenhäuser entstehen auch oft sogenannte Multiresistente Bakterien durch die vielen Desinfektionsmittel und Antibiotika.

Auch bei Tieren, durch zuviele abgaben von Antibiotika können Resistente Keime gezüchtet werden, welche durch den Verzehr zum Menschen gelangen. Bei einem gesunden Menschen mit gutem Immunsystem kein Problem.

Also wenn man Antibiotika nimmt, sollte die höchste Dosis immer am Anfang sein und Dosis genau nach Packungsbeilage einhalten! Ja nicht aufhören weil mann keine Schmerzen mehr hat und Antibiotika so ungesund ist, Falsch! Wenn mann sich entschlossen hat Antibiotika zu nehmen dann auch richtig mit voller Dosis genau nach Vorschrift oder ganz sein lassen.

Auf jedenfall ist eine Mikrobiologische Abklährung bei nicht Besserung immer sinnvoll und zwar mit dem 1. Morgenurin! (Mittelstrahlurin) (2h im Kühlschrank Haltbar) oder direkt beim Arzt. Nachher kann es durch viel trinken einen Verdünnungseffekt geben durch den Tag wo der Schnelltest negativ ausfällt und der Arzt desshalb eventuell keine Kulturen ansetzten wird.

Antwort
von cyracus, 89

In der Tiermast wird ja vielen Tieren vorbeugend Antibiotika gegeben - wodurch wir nun viele "unkaputtbare" Bakterien haben, die auf Medikamente nicht mehr ansprechen.

Sowohl nicht zu Ende geführte Antibiotika-Therapien wie auch solche Vorbeugungsmaßnahmen sind

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Nimm Kontakt auf und lass Dich dort beraten.

Kommentar von franzi77 ,

Du hast sicher recht, aber sieh auch mal die Belastung für die Partnerschaft und den emotionalen Stress (zusätzlich zu den körperlichen Leiden). Wenn der single shot mit AB funktioniert bringt es der Betroffenen ein RIESEN Stück Lebensqualität zurück. (Außerdem: Nitroxolin ist sehr, sehr schwach was die Resistenzbildung angeht.)

Habe keine guten Erfahrungen mit der UPD gemacht. Die suchen ihre Infos auch nur im Internet. Ich werde weitere Urologen und Gynäkologen zu Rate ziehen.

Kommentar von cyracus ,

Tut mir leid, dass Du schlechte Erfahrungen mit der Unabhängigen Patientenberatung gemacht hast. - Mir wurde mehrfach anderes berichtet.

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