Frage von Marisa2011, 77

Wann in Klinik bei Depressionen

Hallo,

vor ca. 1,5 Jahren habe ich meine zweite Tochter entbunden, es war ein Notkaiserschnitt, den ich psychisch nur schwer verkraftet habe und die Kommentare von außen wie "Sei froh, dass sie gesund ist" nicht wirklich hilfreich waren. Mit einer guten Hebamme kam ich wieder auf die Beine und glaube an das typische Baby Blues.

Doch schnell rutschte ich wieder zurück. Ich konnte mein Kind irgendwie nie richtig annehmen. Zudem bin ich jeden Tag traurig, Hilflos, hoffnungslos, wütend, leer. Einfach alles. Jeder Tag ist wie eine Qual. Ich gehe abends schon ängstlich ins Bett. Angst davor, den nächsten Tag überstehen zu müssen. Ich lasse dies auch ständig an meinem Mann aus, er muss ganz schön was aushalten und es tut mir so Leid. Und sexuelles Interesse von mir aus gibt es gar nicht mehr. Jeden Tag denke ich "ich kann einfach nicht mehr" und ich frage mich, ob es je besser wird.

Die Mutter Kind Kur im März war gut, doch als ich nach 3 Wochen zurück war fiel ich zurück. Ein tiefes, leeres Loch, wo ich einsam gefangen bin. Meine häusliche Pflege lässt sehr zu wünschen übrig, ich habe einfach keine Lust. Ich mache fast nix, sozusagen nur wenn sich Besuch ankündigt. Mein Mann unterstützt mich zwar, aber er ist vollzeit berufstätig und kann auch nicht alles machen, sich um Haushalt, Arbeit, zwei Kleinkinder und um mich zu kümmern.

Seit ca. 5 Monaten bin ich nun in psychologischer Behandlung, nachdem mein Hausarzt mich nach einer unauffälligen Blutuntersuchung dorthin überwiesen hat. Ich nehme Antidepressiva und gehe regelmäßig zu ihm. Doch auch wenn ich keine Wunder erwarten kann, komme ich einfach nicht voran. Ich stehe auf der Stelle, denke oft über das eigene Verletzen oder gar Selbstmord nach, wobei ich aber viel zu viel Schiss vor der Umsetzung habe.

Nun frage ich mich, ob es vielleicht eine Chance wäre, dass ich in eine Klinik gehe. Doch andererseits denke ich, ich bin nicht "bekloppt genug". Aber wie gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass es besser wird und würde da meine letzte Chance gehen, ich geh hier einfach kaputt :-(

lg

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kreuzkampus, 55

Aus eigener Erfahrung kann ich (Mann) Dir zu einem Aufenthalt in einer guten und geeigneten Klinik raten. Als ich vor Jahren, bei sehr hoher psychischer Belastung, mal vor dem Badezimmerspiegel stand und mich gefragt habe: "Was sollst du hier eigentlich noch" und ein Zustand der völligen Leere noch ca. 2 Stunden angehalten hat, habe ich sofort entschieden in ein Psychosomatische Klinik zu gehen. Es war allerdings noch nicht soweit, daß ich mir Gedanken darüber gemacht habe, ob oder, geschweige denn, wie ich Selbstmord begehen sollte/wollte; aber meine Alarmglocken waren laut. Falls Du schonmal über das "Wie" nachgedacht hast, ist es allerhöchste Zeit für eine Klinik! Ich war nur drei oder vier Wochen in der Klinik, konnte in dieser Zeit aber zu mir selbst zurückfinden. Mein Vorteil, im Gegensatz zu Dir, war allerdings, daß ich meine Familie dazu vergattern konnte, mich nur anzurufen, wenn es einen Notfall gab; und Wochenendbesuche durften sie auch nicht machen. Ob oder wie das bei Dir ginge, weiß ich nicht. Das soll's nun erstmal sein. Ich wünsche Dir gute Entscheidungen.

Antwort
von Serienchiller, 48

Ein Klinikaufenthalt ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Selbstmordgedanken so konkret werden, dass dein Leben in Gefahr ist. In der Klinik bist du rund um die Uhr betreut und kannst so die schlimmste Phase überbrücken, ohne dir etwas anzutun. Es ist wichtig, dass du mit deinem Arzt ehrlich darüber sprichst, damit er die Lage richtig einschätzen kann.

Dass du auf die Behandlung bisher nicht gut ansprichst, kann daran liegen, dass das Antidepressivum für dich nicht das richtige ist. Leider kann man das nicht vorhersehen und es dauert auch immer einige Wochen, bevor man sagen kann, ob es hilft oder nicht. Du solltest auf jeden Fall deinen Arzt darauf ansprechen, dass du mit der Wirkung nicht zufrieden bist. Er wird dann wahrscheinlich ein anderes Medikament probieren oder die Dosis verändern.

Diese Phase, bis für dich die optimale Behandlung gefunden ist, kann sehr anstrengend sein, vor allem wenn sich der Erfolg nicht gleich einstellt. Deswegen kann es sinnvoll sein, wenn du für diese Zeit in der Klinik bist, wo du Abstand von den alltäglichen Pflichten hast und rund um die Uhr ein Ansprechpartner da ist. Sprich einfach deinen Arzt darauf an. Gerade wenn du selber auch das Gefühl hast, dass es dir helfen würde, ist das für die erste Zeit eine gute Lösung.

Kommentar von Marisa2011 ,

Vielen Dank

Antwort
von Hooks, 40

Du, das kann auch am Östrogenmangel liegen. Ich erlebte das ganz massiv nasch einer Fehlgeburt. Die Leute reden nur immer von der Schwere des Erlebens, aber ich konnte ganz genau unterscheiden zwischen der TRauer um das Kind und dieser bodenlosen Leere, die etwas später auftrat. Irgendwann bin ich dann auf den Dreh gekommen, daß ich mal ein Buch gelesen habe, wo Brennesselsamen empfohlen wurde. Die kann man übrigens gut bei phytofit.de kaufen, wenn DU keine sammeln willst. Die sind keimfähig.

Ich nehme jetzt immer 1 TL Brennesselsamen am Tag, wenn ich schwerere Mängel habe, sonst reicht ein bißchen Hefe täglich, so etwa ein 1/16 Würfel (Spielwürfelgröße). Wenn es nicht reicht, nasche ich nochmal. Ich habe eh immer Hefe im Haus, weil ich mein Brot selber backe.

Östrogenmangel erkennst Du

  • am schwachen Beckenboden,

  • an der Scheidentrockenheit (da hilft wohl eher Hefe, las ich im Buch von Sophie Ruth Knaak, Erbarmen mit den Männern, da geht es um Naturhormontherapie, zwar für Männer, aber die weiblichen Hormone werden auch dargestellt, äußerst informativ)

  • am weinerlichen, bis hin zum depressiven Gemütszustand

Du kannst auch noch ein weiches Eigelb dazu essen, denn das ist ein Hormonstarter oder Verstärker. Brennesselsamen habe ich entweder auf einem Teelöffel genommen (arg trocken im Mund) oder auf Brot gestreut oder in mein weiches Ei eingerührt. Das ist so ziemlich egal, mit Ei wirkt es scheints schneller oder besser.

Sogar meine massive Depression ging damit weg, aber ich mußte wirklich 8 Stunden warten, bis ich wieder sowas wie Interesse am Haushalt verspürte und freiwillig aus dem Bett kam...

Außerdem brauchst Du ganz viel Vitamin B, Mangel verstärkt Depressionen; auch Vitamin D hilft (ich nehme immer Lebertran, seitdem ich aus einer Winterdepression mit dessen Hilfe wieder herauskam).

http://www.medizinfuchs.de/preisvergleich/vitamin-b-komplex-ratiopharm-kapseln-6...

Antwort
von anonymous, 32

Hallo, wenn du schon in psychologischer Behandlung bist würde ich das Thema mit deinem Therapeuten besprechen. Sag ihm dass es dir nicht besser geht, dass du immer noch an Selbstmord denkst. Er wird dich beraten. Wenn nicht, suche dir einen anderen Therapueten oder lasse dich bei speziellen Beratungstellen beraten über eine Aufnahme in die Psychatrie. Infos zu Beratungen findest du unter anderem hier: https://www.psycheplus.de/ Hier kannst du auch nach Therapeuten in deiner Nähe suchen.

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