Frage von shark, 4

Wann hilft psychische Unterstützung?

Ein guter Freund von mir hat in seinem Leben einige Probleme, die er ohne Hilfe nicht in den Griff bekommt. Er zeigt leicht depressive Züge und bekommt sein Leben schlecht organisiert. Nun überlegt er, 4 Wochen in eine Einrichtung zu gehen, in der er psychologisch betreut würde. Er weiß aber nicht, ob das ihm wirklich helfen kann oder ob es nicht beser wäre, für einige Wochen alleine durch Europa zu reisen. Er ist sich nicht sicher, ob er der richtige für eine Therapie ist. Außerdem möchte er keine Tabletten wie Antidepressiva nehmen. Was meint ihr? Wann ist eine psychologische Unterstützung erfolgreich?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lisssel, 2

Eine psychologische Intervention ist nötig, wenn der Patient selbst das so empfindet und dazu bereit ist. (Ausgenommen sind Eigen - und Fremdgefaehrdung). Wer sich vorstellen kann quer durch Europa zu reisen, kann meiner Meinung nach nicht wirklich stark depressiv sein. Antidepressiva werden in der Regel gemieden und nur bei schweren chronischen oder lang andauernden Krankheiten eingesetzt. Eine stationäre Therapie ist nur dann akut und sofort möglich wenn Eigen oder Fremdgefaehrdung besteht. Ansonsten werden stationäre Therapien zum Einstellen von Medikamenten genutzt oder wenn jemand wirklich starke Probleme hat sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Das erfordert viel Wartezeit. Es gibt aber auch Tageskliniken , in dendn die Patienten nur tagsüber betreut werden und am Wochenende sowie nachts zu hause sind. Meist ist eine psycgische Intervention dann nötig, wenn ein Ereignis nicht richtig verkraftet werden kann oder bei aufkommenden psychischen anderen symptomen (stimmen hören, lichter sehen etc.) Psychisch krank zu sein meint nicht Dummheit.

Antwort
von Quendolin, 2

Wenn es ihm so schlecht geht, dass er sich alleine nicht mehr zurecht findet, dann ist psychische Unterstützung notwendig. Es ist toll, dass er sich entschließt, Hilfe anzunehmen. Viele psychisch Kranke tun das nicht und die Krankheit wird schlimmer und schlimmer. Es kann aber auch sein, dass die von ihm angestrebten 4 Wochen nicht ausreichen. Aber er kann ja immer noch eine Therapie anschließend machen. Aber er ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, dazu kann ich nur gratulieren.

Antwort
von schanny, 1

Mir hat eine psychotherapeutische Langzeittherapie bei Depressionen sehr geholfen. Antidepressiva habe ich mal ausprobiert, haben mir aber nichts gebracht. Eine Reise durch Europa halte ich nicht für sinnvoll, da die unverarbeiteten Probleme mitreisen und er es nicht wirklich genießen kann. Ich würde erst meine Probleme lösen und dann eine Reise unternehmen.

Antwort
von bethmannchen, 2

einige Probleme, die er ohne Hilfe nicht in den Griff bekommt.

Seine Idee von einer Reise durch Europa, sehe ich hier als ein "sich vor der Veränderung drücken wollen". Depressiv ist man im Kopf, und den würde er bei seiner Reise ja mitnehmen. Wenn er von der Reise zurückkehrt, hat sich in seinem Leben doch gar nichts verändert.

Vielleicht mal ein anschaulicher Vergleich: Ein Messi bekommt seine Wohnung nicht in den Griff. Seine Wohnsituation macht ihn depressiv. Deshalb sitzt er am liebsten den ganzen Tag auf der Parkbank, wo er sich wohler fühlt. Davon wird seine Wohnung aber nicht ordentlicher, leerer oder sauberer werden, sie wird ihn weiterhin deprimieren. Ein stationärer Aufenthalt irgendwo in einer Einrichtung würde ihm gar nicht helfen. Da sitzt er dann nur "auf einer anderen Parkbank", kommt dann wieder in seine deprimierende Wohnung...

Was deinem Freund helfen würde ist, die Ursache der deprimierenden Dinge in seinem Leben zu finden und die zu ändern. Alles andere wäre nur Affentanz um die Ursache herum. Ken Therapeut kann für ihn eine Liste der Dinge aufstellen, die er in seinem Leben ändern muss.

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