Frage von Leonore, 34

Verstopfung bei Kindern - wie behandeln?

Unsere Nichte hat oft Verstopfung, also der Stuhl ist sehr fest. Sie trinkt aber viel. Zudem hat das Trinken ja nicht unbedingt eine Auswirkung auf die Darmtätigkeit. Was kann man tun, damit es leichter geht?

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Antwort
von gerdavh, 29

Hallo Leonore, bei vielen Menschen hilft es, morgens eingeweichte Pflaumen zu essen (weicht man am Abend vorher einfach in Wasser ein). Auch Apfelpektin in Müsli eingerührt ist ein sehr guter Ballaststoff (bekommt man in Reformhäusern). Es kann sogar schon helfen, frisch gepreßten Apfelsaft zu trinken - bekommt man auf vielen Wochenmärkten. Bei vielen kommt es auch ganz gut an - ich weiß ja nicht, wie alt Deine Nichte ist - wenn sie täglich ein bis zwei Hipp-Fruchtgläschen essen. Das wirkt ganz sanft stuhlregulierend - ist sogar so deklariert. Alles Gute. Gerda

Antwort
von Mahut, 30

Mein Enkel hatte auch oft Verstopfung, da haben wir ihm reife Birnen und auch Weintrauben zu essen gegeben, das hat gut geholfen,

Einen Apfel sollte deine Nichte auch pro Tag essen. gut helfen tut auch ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternen Magen.

Bewegt sich deine Nichte genug, Ballaststoffe sollte sie auch genug essen, wie du schreibst trinkt sie genug, es sollte die Trinkmenge Altersgerecht sein.

ich hoffe ihr bekommt das in den Griff.

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von bethmannchen, 17

Viele haben hier zu Dörrobst geraten. Kinder sollten davon aber nicht viel essen. Oft sind Trockenfrüchte auch geschwefelt, was in größeren Mengen nicht zuträglich ist. Warum auch getrocknetes Obst essen, das im Darm erst viel Wasser aufsaugen muss, damit es weiter geknetet werden kann. Viel gutes ist sowieso nicht mehr drin. Frisches Obst ist saftig genug, enthält noch alle Vitalstoffe und wirkt sich daher auf die Verdauung viel besser aus.

Verstopfung beruht oft auf einem Mangel an Mineralien, und zwar besonders Magnesium und Kalium aber auch den übrigen Zellsalzen, die wir nur in Spuren benötigen. Diese Mineralien bekommt man vorzugsweise mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

Dann auch stopfende Dinge weglassen. Toastbrot, Knäckebrot, Weizenbrot und Brötchen, Frühstückscerealien (Honigpop, Loop, Ziniminis und wie sie alle heißen) Kekse, Kuchen Torten haben alle kaum Ballaststoffe. Vollkornprodukte haben wesentlich mehr davon und sind daher besser verdaulich. Damit ist schon mehr Masse im Darm vorhanden, die viel Flüssigkeit aufsaugen kann und dadurch viel besser weiterbewegt werden kann.

Was viele Menschen nicht bedenken ist die Verhältnismäßigkeit. Isst ein Kind mit 12 kg Gewicht eine Rippe Schokolade, dann ist das die vergleichbare Menge, als würde ein Erwachsener mit 70 Kg Gewicht eine ganze Tafel essen. Genau so groß wie bei einer ganzen Tafel ist bei dem Kind dann auch der Stopf-Faktor dieser einen Rippe Schokolade.

Was die Verdauung auch behindert ist raffinierter Zucker. Den tut man z.B. in Marmelade, damit sie nicht so schnell schimmelt etc. Hier wird er nicht etwa wegen des Geschmacks, sonder hauptsächlich zum haltbar machen verwendet. Zucker ist ein Bakterienkiller. Genau so killt er aber auch die Darmflora, die wir für eine ordentliche Verdauung brauchen.

Bonbons, Lolis etc. sind purer raffinierter Zucker mit etwas Geschmack (meistens noch Zitronensäure, die ich allenfalls zum Entkalken verwenden würde), also das reinste Desinfektionsmittel für den Darm. Da könnte man auch gleich Würfelzucker in Essig tunken und naschen.

Raffinierter Zucker ist auch noch so raffiniert, dass er uns Vitamine und Mineralien stiehlt. In der Zuckerrübe sind die Zuckermoleküle über Peptidbrücken (kurzkettige Pflanzenproteine) an Stärke gebunden. Beim raffinieren (reinigen) werden diese Brücken entfernt und übrig bleiben die reinen Zuckermoleküle. Die haben nun aber das Verlangen, wieder Mineralien an sich zu binden. Deshalb stehlen sie uns dann Calcium, Magnesium und andere Spurenelemente. Die aber brauchen wir dringend für die Produktion unserer Verdauungsenzyme, um alle Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen zu können.

Bei einem hohen Zuckerkonsum kann sich unter ungünstigen Bedingungen, z.B. schon bei einer besehenden Verstopfung, im Darm dann sogar Alkohol bilden. Schwips ganz ohne Schnaps ist also möglich. Im Darm wirkt Alkohol als Nervengift auf die Darmmotorik, was die Verstopfung noch verstärkt. Weil auch dieser Alkohol ins Blut übergeht, ist man dazu noch ständig leicht benuschelt. Für ein Kind ganz und gar nicht gesund.

Salz in Nahrungsmitteln fördert auch nicht die Verdauung. Es hat die Tendenz, Wasser zu binden. Das holt er sich aus dem Darm. Dadurch wird der Speisebrei darin trockener, als uns gut tut. Das Salz versalzt sämtliche Körperflüssigkeiten. Es gelangt auch ins Bindegewebe und "pökelt" dort so zu sagen die Zellen. (Schweinefleisch pökelt man erst nach dem Schlachten) Salz ist in vielen Fertigprodukten enthalten, auch dort, wo man es nicht vermutet. Viele Mineralwasser enthalten viel zu viel Natrium-Chlorid (oft auf dem Etikett getrennt aufgeführt, wird im Körper aber zu Natrium-Chlorid, sprich: Kochsalz). Da würde ich auch einmal drauf achten.

Verstopfung kann bei Kindern auch leicht zur "Kopfsache" werden. Wenn Mama auf dem Thema zu sehr "herumreitet", verstärkt sie damit nur das Problem. Besser ist es, wenn Mama im Hinterkopf hat, dass die Ernährung umgestellt wird, wir jetzt mal gesünder essen und weniger naschen wollen, das Kind mehr Bewegung bekommt, und das dann alles so nach und nach und ganz nebenher anders wird. Also nicht reden, steuern und kontrollieren, sondern handeln, lenken und diskret beobachten.

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von dublin, 16

Neben der Flüssigkeit spielt die Bewegung auch eine große Rolle. Regelmäßiges Toben im Freien oder spannende Waldspaziergänge regen die Verdauung an. Außerdem ist es wichtig, dass sie Obst und Gemüse isst, das treibt die Verdauung an. Ich streue zudem immer ein paar Leinsamen über das Müsli.

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von Yvonne1968, 15

Hallo, es gibt Movicol Schoko zum Trinken, das schmeckt nach Kakao. Davon kann deine Nichte trinken soviel sie will, dann wird der Stuhl irgendwann schon weicher. Außerdem gibt es Gummibärchen und Negerküsse für Diabetiker, diese wirken auch abführend. Falls du den Eindruck hast, daß deine Nichte den Stuhlgang absichtlich zurückhält, dann kannst du am Wochenende auch Laxoberal-Tropfen verwenden. Aber nicht zu knapp dosieren, der entstehende Stuhldrang muß so stark sein, daß der Stuhl nicht zurückgehalten werden kann.

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von DieEineKleine, 14

Ich bin ein Fan von Flohsamen zur Vorsorge. (und viel trinken und bewegen natürlich) Aber wenn's mal akut ist, hilft die Vorsorge von oben nicht mehr. Besser als Abführmittel von oben helfen Mikroklist. Die führt man in den Enddarm ein und es gibt schonende Erleichterung in 5 bis 20 min.

Antwort
von madlen, 15

Zusätzlich zu den Ballaststoffen sollte deine Nichte auf Süßigkeiten verzichten. Süßkram führt zu Verstopfungen.

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von schanny, 15

Man kann sehr gut Milchzucker in Joghurts oder Getränken einrühren, das macht den Stuhl weich und es führt nicht zu Blähungen und Krämpfen, wie das bei Trockenobst sein könnte. Hilfreich sind auch Bauchmassagen im Uhrzeigersinn und natürlich viel trinken.

Antwort
von rulamann, 14

Viel Obst, auch mit Schale speziell Pflaumen, Birnen, Äpfel, Melone, Aprikose, Feige und Dörrobst können deiner Nichte helfen.

Gute Besserung für deine Nichte von rulamann

Antwort
von anonymous, 13

Hallo Leonore Bei meiner Tochter hat auch nichts geholfen. Jetzt nimmt sie auf Anraten eines Heilpraktikers etwas pflanzliches aus der traditionellen thailändischen Madizin: Garcinia Atroviridis Thaivita. Zwei Wochen später war alles normal. mein absoluter Tipp! Gute Besserung Deiner Nichte! LG, Steffi

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