Frage von fibre43, 89

Verschleiss von künstl Hüftprothesen

An die Orthopäden und Chirurgen unter Euch hätte ich eine Frage zum künstlichen Hüftgelenk. Und zwar ist mir zu Ohren gekommen, das die Endoprothesen maximal nur 15 Jahre halten, dann muss man sich um ein neues kümmern o. bemühen. Was ich darüber wissen will ist, warum diese Gelenke niach den 15 Jahren verbraucht sein können. Ausserdem will ich wissen, ob man deshalb Schmerzen bekommen kann, obwohl das Gelenk doch künstl. ist und die Gelenkpfanne schliesslich auch. Viell. hat jemand eine Antwort. danke

Antwort
von Winherby, 86

Ich bin kein Arzt, aber durch meine Arbeit als Physiotherapeut habe ich ein klein wenig Erfahrung darüber. Mir ist in 40 Berufsjahren kein Fall bekannt geworden, wo Kopf oder / und Pfanne der TEP zerschlissen gewesen sind. Mag es in Einzelfällen geben, aber das halte ich für die Ausnahmen, womöglich lag da dann ein Materialfehler vor oder beim Einbau ist was falsch gemacht worden, z.B. falsche Achse.

Die 15 Jahre als Haltedauerprognose ergibt sich einfach aus statistischen Erfahrungswerten, ist also so ein "dicker Daumen" - Durchschnittswert. Kann länger, aber auch kürzer gutgehen. Bei meiner Mutter hat die erste TEP li. Seite genau 31 Jahre gehalten, auf der rechten Seite aber nur 12 Jahre. Mittlerweile hat sie 6 TEP-OPs hintersich. Die Haltedauer ist in erster Linie von der Stabilität des abgesägten Knochens abhängig. Die natürliche physiologische Ernährung des Knochens wird, durch das Absägen des oberen Anteils, stark gestört, dabei verliert der Knochen ganz langsam an Substanz, die Dicke und Dichte der Struktur geht zurück. Das heisst, dass der Schaft des neuen Hüftkopfes in der Knochenröhre immer mehr Spiel bekommt und wackelig wird, ganz langsam aber ziemlich sicher. Von der vorhandenen Knochenstruktur abhängig, wird auch die Art der Prothese gewählt, Kurz- oder Langschaft, Zementfixierung oder eingedreht/ eingehämmert, mit oder ohne Schraubfixation. Die Belastung des TEP durch z. B. Beruf, oder Hobby, oder Sport trägt natürlich auch zur Haltbarkeit bei. Je ungünstiger die Hebelkräfte sind, umso früher wackelts dann. Bei meiner Mutter war re. das Arbeitsbein, daher hat´s auch nur 12 Jahre gehalten. Und wenn der Schft in der Röhre wackelt, dann entstehen natürlich Reizungen, später Entzündungen, daher die Schmerzen die die Betroffenen haben. LG

Kommentar von fibre43 ,

Sehr viel dank für die Infos! Ich stehe nun mittlerweile wieder vor der zweiten Operazion, es wird mal wieder reingebohrt. Leider hat es beim ersten Mal nichts gebra cht, hab wohl auch zu früh die Gehstützen weggelegt, hab nun richtig starke Schmerzen, die ich davor nicht hatte,sogar im Knie schmerzts. Falls du dich bissl auskennst, verrate mir bitte mal wieso ich nun auf einmal solche Schmerzen habe, bzw. was da genau passiert/ abgeht in meiner Hüfte+ Knie.. mfG

Kommentar von Winherby ,

Ich habe in meiner Antwort oben kurz angedeutet, wieviel unterschiedl. Arten von Implantataten und Methoden es gibt. Das ist so vielfältig, dass ich Dir die Frage nicht beantworten kann. Das kann nur ein Spezialist wenn er Dich gründlich untersucht hat. Ich empfehle Dir hier die Klinik in Braunfels, die Spezis dort haben meine Mutter operiert, wo alle anderen vorher gestreikt hatten, denen war die 6. OP bei einer 84 jährigen zu riskant gewesen. Die Braunfelser Ärzte haben meine Mutter wieder ans Laufen gebracht. Dein Arzt kann Dir eine Überweisung schreiben, dann machst Du telef. einen Termin und lässt die Spezialisten, - die machen dort nur künstl. Gelenke -, das mal begutachten und Dich beraten. Alles Gute

http://www.okb-online.de/

Antwort
von StephanZehnt, 64

Hallo Fibre,

ich schätze hier gibt es nicht ganz soviel Ärzte zumeist Laien die wie so ein ganz klein wenig Einblick haben. Also die 15 Jahre ist eine Mindesthaltbarkeit der Endoprothesen. Das Problem man sollte sich mit den Endoprothesen beschäftigen d.h. da ist z.B. das Thema Abriebfestigkeit. Hier in dem Link klingt das so ein Stück durch, daß Metall auf Metall Endoprothesen u.U. gefährlich sein können.

http://www.nw-gesund.de/krankheiten/muskeln_knochen_und_gelenke/4502641_Der_Huef...

Es gab Patienten, die hatten bedingt durch Metallabrieb schwerste Entzündungen und Schlimmeres! Nun gibt es Teilprothesen - Kurzschaftprothesen (wenn die Patienten jünger sind) usw.. Solche Endoprothesen können u.U. am Schaft brechen!
Ich weis nicht ob es bei Dir um den Austausch einer Endoprothese geht. Es gibt eine Forum .kuenstliches-gelenk (info) da antwortet mitunter ein Dr. Zentek

Das heißt man sollte sich über das Thema unbedingt schlau machen. Eine bekannte schrieb mir einmal zum Thema das die Qualität der Endoprothesen an den Patienten getestet wird. Wir haben dann gezeichnet eine E-Petition - es ging dabei um ein Register für Endoprothesen. So das man einmal einen Überblick hat über die Qualität.

Also Deine Hoffnung künstliches Gelenk drin alles GUT für die nächsten 15 Jahre kann regelrecht zum Fluch werden. Wenn man nicht an solche Dinge denkt wie obne beschrieben Abriebfestigkeit usw..

Es gibt einen Beitrag im Netz - Belastbarkeit einer Hüft-TEP durch Sport, welche ist die Beste? - bei Endoportal(de). Da antwortet ein Arzt zum Thema.

Auf Grund solcher Infos würde ich mir einmal auf einem DIN A4 Blatt Fragen für den behandelnden Arzt aufschreiben! Es wäre natürlich nicht schlecht wenn es beim Arzt / Klinik entsprechende Erfahrungen zum Thema gibt!

VG Stephan

Kommentar von StephanZehnt ,

Hier schreibt man von einer Ceramic - Endoprothese man kann ja einmal nachfragen ob so eine Endoprothese entsprechend stabil und abriebfest und stabil ist!

http://www.ceramtec.de/files/mt_ceranews_2008_02_de.pdf

So nun hast Du Einiges zum lesen und somit zum schlau machen....

Antwort
von dram4prince55, 59

Naja ich denke, dass alles mal kaputt wird aber gerade solche Dinge im Bereich der Medizin haben eine lange Lebensdauer. Informiere dich einfach mal einem Spezialisten, der auch was von Hüftprothesen versteht.

Antwort
von gabriele0815, 56

Bin zwar kein Orthopäde, habe aber 2 künstliche Hüft- und 2 künstliche Kniegelenke und habe die Hüftgelenke dieses Jahr bereits 20 Jahre! Man kann nicht so genau sagen, warum es bei einigen Patienten so lange hält und bei anderen schon viel eher ein Austausch stattfinden muß. Es kann am Prothesenmaterial liegen, es können Veränderungen der Knochensubstanz vorliegen, vielleicht auch, wenn man sich nicht genau an die Verhaltensregeln hält usw. Eine Lockerung der Prothese z. B. merkt man u. a. an Schmerzen beim Auftreten/Aufstampfen, aber auch ein Röntgenbild des Gelenkes kann die Lockerung bestätigen.

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