Frage von tueftel1999, 2.716

Vergrößerte Milz, was bedeutet das?

Bei meiner Mutter wurde im Ultraschall eine vergrößerte Milz diagnostiziert, was bedeutet das jetzt, bzw. welche Ursachen und Folgen hat das?

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Antwort
von bobbys, 2.322

Hallo,

Meistens liegt eine Erkrankung vor, die sich nicht auf die Milz beschränkt, das können Erkrankungen des Blutes sein, wie Formen der Leukämie oder Morbus Hodgkin. Gerade bei bösartigen Bluterkrankungen ist die Milzvergrößerung oft mit einer Vergrößerung der Leber (Hepatosplenomegalie) vergesellschaftet.

Aber auch Infektionskrankheiten kommen als Ursache in Frage, zum Beispiel das Pfeiffer-Drüsenfieber oder eine Sepsis, die entsteht, wenn Bakterien ins Blut gelangen. Außerdem kann bei rheumatischen Erkrankungen oder Speicherkrankheiten wie der Hämochromatose eine Splenomegalie entstehen. Neben diesen Erkrankungen verursacht auch ein Blutstau vor der Leber eine Milzvergrößerung, da das Blut vom Magen-Darm-Trakt, das eigentlich über die Pfortader durch die Leber abfließen sollte, sich bis zur Milz zurückstaut. Die Erkrankungen, die einen solchen Blutstau verursachen können, sind sehr vielfältig und umfassen zum Beispiel die Leberzirrhose sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und der Leber (Hepatitis). Schließlich kann auch ein Tumor in der Milz zu einer Milzvergrößerung führen.

Hat die Milz durch eine Erkrankung deutlich an Volumen zugenommen, kann dies eine Überfunktion verursachen, was in der Fachsprache Hyperspleniesyndrom genannt wird. Das heißt, die Milz speichert zu viele rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen und baut auch zu viele ab, so dass sich mit der Zeit zu wenige davon im Blut befinden

Die Therapie richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung. Es wird zunächst die Grunderkrankung therapiert, die zur Splenomegalie geführt hat. Lässt sich die Grunderkrankung nicht behandeln und/oder treten Komplikationen der Splenomegalie auf (z. B. Anämie, Thrombozytopenie, Granulozytopenie (sogenannte Hypersplenismus) u. a.), die sich nicht beherrschen lassen und bleibt dennoch die Überfunktion der Milz und deshalb die Veränderungen im Blut bestehen, besteht die Möglichkeit einer chirurgischen Milzentfernung (Splenektomie). Dies kann auch bei einer Verletzung der Milz (Milzriss), wie dies zum Beispiel bei einem schweren Unfall vorkommen kann, notwendig sein. Eine Splenektomie hat gewisse Risiken. Da die Milz neben der Blutmauserung auch Funktionen der Immunabwehr hat, besteht danach gegenüber Infektionen mit bekapselten Bakterien (v. a. Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae) eine Anfälligkeit. Die wichtigsten davon sind Formen der Lungenentzündung, der Hirnhautentzündung und Entzündungen der Ohren sowie der Nasennebenhöhlen. Um schweren Verläufen dieser Krankheiten vorzubeugen, wird der Patient möglichst 2-3 Wochen vor der Operation gegen die Erreger dieser Krankheiten geimpft, wobei die Impfung alle 5-10 Jahre wiederholt werden muss. Daher sollte soweit möglich vor der Splenektomie gegen diese Erreger geimpft

Quelle:Wiki

LG Bobbys :)

Antwort
von Mahut, 1.503

Fuktion der Milz

Bildet sich die Vergrößerung der Milz nach Behandlung der Grunderkrankung/en nicht zurück und macht sich eine Fehlfunktion durch den erhöhten Abbau von roten Blutkörperchen oder die Verminderung der Blutplättchen (Thrombozyten) oder der weißen Blutkörperchen bemerkbar, kann bei Versagen der medikamentösen Therapie die Entfernung die Therapie der Wahl sein.

Welche Beschwerden macht eine vergrößerte Milz?

Bei einer ausgeprägten Vergrößerung der Milz kommt es oftmals zu Druckgefühl und Schmerzen im linken Oberbauch, die in die Schulter ausstrahlen können. Ist eine Fehlfunktion aufgetreten, macht sich dies unter Umständen durch eine Gerinnungsstörung bemerkbar, die an Einblutungen und Blutergüssen der Haut und Unterhaut nach Bagatelltraumen oder anhaltenden Blutungen bei Nasenbluten beziehungsweise nach Zahnentfernung zu erkennen sind

Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Zum Nachweis einer Milzvergrößerung bei entsprechender Grunderkrankung sind notwendig:

• Körperliche Untersuchung

• Untersuchung des Blutbildes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten)

• Ultraschalluntersuchungen des Bauchs

• Computertomographie des Bauchraums

Welche Behandlung ist möglich?

Treten im Rahmen der Grunderkrankung beispielsweise eine Erkrankung des körpereigenen Abwehrsystems nach medikamentöser Therapie, eine Fehlfunktion der Milz durch einen erhöhten Abbau der roten oder weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen in der Milz auf und führt diese zu Symptomen in Form von Gerinnungsstörungen oder macht diese wiederholte Blutübertragungen notwendig, kann eine gezielte medikamentöse Therapie, beispielsweise durch Cortison, erfolgen. Bei Nichtansprechen auf eine medikamentöse Therapie kann die operative Entfernung des Organs angezeigt sein. Zuvor muss eine Impfung gegen bestimmte Bakterien, die Pneumokokken, erfolgen, damit es nach Fehlen des Organs nicht zu Entzündungen durch diese Bakterien kommt

Die Operation kann konventionell durch einen Bauchschnitt unterhalb des linken Rippenbogens, aber auch mit der laparoskopischen Operationstechnik (Knopflochchirurgie) bis zu einer bestimmten Milzgröße erfolgen.

Nach der Operation kann die Verklumpung der Blutplättchen durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (Aspirin) gehemmt oder sogar verhindert werden. Das Blutbild sollte wegen der Grunderkrankung regelmäßig kontrolliert werden. Weitere spezielle Vorsichtsmaßnahmen sind nicht erforderlich.

Quelle: http://www.uniklinik-freiburg.de/chirurgie/live/schwerpunkte/minimalinvasiv/4.ht...

Antwort
von Lexi77, 1.255

Hallo! Gute Antworten hast du ja schon bekommen. Ich möchte etwas zu deiner Beruhigung beitragen.

Bei einer Ultraschalluntersuchung wurde bei mir auch mal eine vergrößerte Milz festgestellt. Ich hatte aber keinerlei Beschwerden (zumindest nicht in dem Bereich). Der Arzt meinte dann, dass das nicht zwangsläufig etwas schlimmes bedeuten müsse, aber das müsse man beobachten. Es könne sein, dass sich das bei einer Kontrolluntersuchung (4 Wochen später) bestätigt, dann müsse man weiter nach der Ursache suchen. Es könne aber genau so gut sein, dass es dann wieder einen Normalbefund gibt. Und so war es dann auch tatsächlich: bei der Kontrolluntersuchung hatte meine Milz wieder eine ganz normale Größe!

Aber natürlich muss so eine Vergrößerung erstmal unter Kontrolle bleiben.

Alles Gute für deine Mutter aber auch für dich! Viele Grüße, Lexi

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