Frage von CMFT93, 22

Vererbbarkeit Epilepsie?

Ich bin mittlerweile 20 Jahre alt und habe schon einige Tests machen lassen, da meine Mutter eine schwere Epileptische Erkrankung hatte. Soweit wurden bei mir keine Anzeichen einer ähnlichen Erkrankung erkannt. Die Epilepsie meiner Mutter wurde damals durch die Schwangerschaft mit meiner älteren Schwester ausgelöst, soweit ich weiß ging während der Schwangerschaft einiges mit den Hormonen schief. Ich meine mal gehört zu haben das Theoretisch fast jeder die Veranlagung zu Epileptischen Anfällen hat, doch wird es bei den meisten nie zu einem Anfall kommen, trotzdem ist das Risiko eines solchen Anfalls bei meiner Schwester und mir durch die "Vererbung" höher als bei unbelasteten Familien, soviel erstmal dazu.

Zu meiner eigentlichen Frage: Wenn ich irgendwann einmal, in ferner Zukunft, ein Kind bekommen sollte und es zu keiner bestätigten Epilepsie gekommen ist, weder bei mir noch bei meiner Frau, ist mein Kind dann trotzdem gefährdeter als andere, da ich dieses "erbe" in mir trage?

Dankeschön!

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Antwort
von epieltern, 17

Zu erst einmal ein Satz vorausgeschickt: Jeder der ein Gehirn hat, kann auch Anfälle bekommen. Die Frage ist nur, wie leicht oder schwer man einen Menschen in den Anfall hineinbekommt.

Ob die Epilepsie Deiner Mutter Auswirkungen auf Dich und Deine Kinder haben, kann keiner sagen. Zur Vererbarkeit allgemein kann ich folgendes sagen:

Mittlerweile geht man bei etwa der Hälfte aller Epilepsien von erblichen Einflüssen aus. Vor allem bei idiopathischen Epilepsien spielt die Vererbung eine Rolle.

Bei einer idiopathischen Epilepsie eines Elternteils steigt das Krankheitsrisiko für das Kind von unter 1% in der Gesamtbevölkerung auf 5-7 % an. Haben beide Elternteile eine idiopathische Epilepsie, steigt das Risiko auf 10 bis 15% an. Das Risiko ist bei Erkrankung der Mutter höher als bei einer Erkrankung des Vaters. Selbst dann sind statistisch gesehen 6 von 7 Kindern gesund.

Bei symptomatischen fokalen Epilepsien, die z.B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Hirnhautentzündung, Schlaganfall etc. entstanden sind, ist eher weniger mit einer erblichen Veranlagung zu rechnen.

Es kommt also darauf an, was für eine Epilepsieform in der Familie vorhanden ist, wie die Anfälle aussehen, wie das Epilepsiesyndrom heißt, welche Vorgeschichte der Epilepsie voranging, ob noch andere Familienmitglieder Epilepsie haben. Epilepsie heißt dabei aber nicht nur ein Anfall nach Alkoholentzug, sondern mehrere Anfälle, die auch eine medikamentöse Therapie erforderlich machten.

Hier noch ein Link: http://epikurier.de/Erblich-bedingte-Epi.1367.0.html

Antwort
von CMFT93, 13

Die Informationen zur Krankheit und Vererbbarkeit habe ich damals von meinen Eltern bekommen, ob diese Stimmen weiß ich nicht genau, wenn es etwas zu berichtigen gibt, nur zu! :)

Antwort
von anonymous, 12

Ich selbst habe mit ca. 2 Jahren meinen ersten Anfall bekommen. Meine Schwester erst mt 16.Keiner konnte erklären , warum das so war. Im Alter von 65 Jahren hatte mein Oma mütterlicherseits mehrere heftige Anfälle.Sie konnte sich dann erinnern,dass ihre Großmutter ebenfalls unter Fallsucht gelitten hatte. Meine Tochter ist jetzt 23 und wir habe diesbezüglich auch große Angst.

Antwort
von anonymous, 8

Hallo, ich habe als Kind selbst unter Epilepsie gellitten. Für mich war das sehr schlimm.Ich war in der Behandlung von einer älteren Ärztin. Sie sagte immer, Epilepsie ist immer in der 2. Generation vererbbar.Leider hat sich das bei uns auch bestätigt. Zum Glück habe ich nach der Pubertät keine Anfälle mehr gehabt. Kopfschmerzen sind aber geblieben.Manche Dinge kann man also nicht ändern.

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