Frage von archie00, 40

Verabreichung von Sondernahrung, worauf sollte ich achten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ulyss, 40

Hallo,
bevor ich dir alles im Detail erkläre, würde ich sagen, dass es sinnvoller und einfacher wäre wenn du dir folgende Videos ansiehst und schaust, worauf man unbedingt achten sollte:
http://www.nutrison-flocare.de/patienten/videos-produktanwendung/vorgehen-beim-v...
Auf der Seite gibt es für jeden Schritt ein Video in dem es wirklich sehr gut erklärt wird. Ich hoffe, dass die Videos hilfreich sein werden.
Liebe Grüße

Antwort
von Lexi77, 22

Hallo!

In der Regel hat man, wenn man Sondennahrung bekommen muss, eine Betreuung durch einen Arzt und meist auch mit einem Ernährungsberater. Diese sollten dir genau erklären (und du musst solange nachfragen, bis alles klar ist), worauf du achten musst, wie du es genau machen musst etc. Eigentlich wird einem das auch immer alles ausführlich erklärt und gezeigt und man macht es zu Beginn unter Anleitung.

Die Frage ist noch, musst du dir die Sondennahrung selber verabreichen oder einem Angehörigen? Über welche Art der Sonde? Magensonde durch die Nase oder PEG? Oder vielleicht sogar über eine bis in den Dünndarm verlängerte Sonde? Da gibt es nämlich auch Unterschiede. Soll es eine Gabe über einen längeren Zeitraum sein oder eine sog. Bolus-Gabe?

Grundsätzlich muss man darauf achten, dass die Sondennahrung nicht zu kalt ist. Außerdem sollte man die Flussrate zu Beginn nicht zu hoch einstellen. Dies kann man am besten mit einer entsprechenden Pumpe regulieren. Sollte es sich um eine in den Dünndarm verlängerte Sonde sein (z.B. Jet-PEG) ist eine Zufuhr über Pumpe zwingend.

Nach der Verabreichung von Sondennahrung ist es zudem extrem wichtig, die Sonde gut mit stillem Wasser zu spülen, damit es nicht zu einer Verstopfung der Sonde kommt!

Ich hatte von 1/13 - 6/15 eine Jet-PEG. Also eine Sonde durch die Bauchdecke, die dann in den Dünndarm verlängert wurde. Als ich nach der Anlage der Sonde (es gab einige Komplikationen) noch im Krankenhaus war, wurde das in den ersten Tagen alles von den Krankenschwestern gemacht. Nach einigen Tagen kam dann meine Ernährungsberaterin zu mir, hat mir genau erklärt, wie alles geht und hat es mich dann selber machen lassen, während sie zugesehen hat und mir noch den ein oder anderen Tipp gegeben hat. In den folgenden Tagen, wo ich noch im Krankenhaus war, habe ich es dann immer unter Anleitung selber gemacht. Als ich dann wieder Zuhause war, kam noch am selben Tag ein Mitarbeiter der Firma, die mich mit der Sondennahrung und dem ganzen Zubehör versorgt hat. Er hat mir auch nochmal alles erklärt und mich in die Handhabung der Pumpe eingewiesen, so dass ich problemlos alles alleine machen konnte. Für Fragen stand er jederzeit auch telefonisch für Nachfragen zur Verfügung. Da das alles relativ einfach und unkompliziert war, habe ich das aber nie gebraucht.

Also sprich nochmal gezielt Arzt und/oder Ernährungsberatung an und lasse dir alles ganz genau zeigen und erklären. So lange, bis du sicher bist, dass du es auch selber machen kannst. Auch wenn du es nicht bei dir sondern bei einem Angehörigen machen musst, kannst du dir das alles zeigen und erklären lassen! Im Zweifel immer wieder nachfragen!

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du dich gerne auch nochmal bei mir melden, ich bin in der Hinsicht ja quasi Semi-Profi aus Erfahrung. ;-)

Liebe Grüße, Lexi

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten